Unwetter im Landkreis Cham: Umgestürzte Bäume, Blitzeinschlag in Kirche und eingestürzte Hausmauer

Die Sirenen der Freiwilligen Feuerwehren, die hörte wohl jeder Bewohner des Landkreises Cham während oder nach der Gewitter am Samstag und Sonntag irgendwann. In den meisten Fällen waren es umgestürzte Bäume, die auf der Fahrbahn lagen. In Waldmünchen und Bad Kötzting aber gab es größere Schäden.
Ein kurzes, aber äußerst heftiges Unwetter zog am Samstagnachmittag über den Landkreis Cham und sorgte innerhalb kürzester Zeit für eine Vielzahl von Einsätzen der Feuerwehren. Starke Windböen, begleitet von Gewitter und teils intensivem Niederschlag, hinterließen zahlreiche Schäden und führten zu einer großflächigen Einsatzlage, wie es im Bericht der Kreisbrandinspektion Cham am Sonntag heißt.
Bereits kurz nach dem Eintreffen der Unwetterfront gingen zahlreiche Notrufe und Schadensmeldungen ein. Innerhalb weniger Minuten stieg die Zahl der Einsätze auf weit über 100 an. Um die Vielzahl der Meldungen effizient koordinieren und die Integrierte Leitstelle Regensburg entlasten zu können, wurde die Kreiseinsatzzentrale (KEZ) Cham aktiviert. 25 Einsatzkräfte besetzten die KEZ und übernahmen die Koordination der Einsätze im Landkreis Cham. Von 16 bis 19 Uhr wurden allein über die Kreiseinsatzzentrale rund 122 Einsätze disponiert. Die enge Zusammenarbeit zwischen der KEZ Cham, der Integrierten Leitstelle Regensburg sowie den Feuerwehren vor Ort ermöglichte eine strukturierte und zügige Bewältigung der Einsatzlage.

Der Schwerpunkt der Einsätze lag auf umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen, die zahlreiche Straßen und Wege blockierten. Mehrfach mussten Verkehrswege freigeräumt werden. Darüber hinaus sicherten die Einsatzkräfte lose Bauteile und andere herabgefallene Gegenstände. Auch Fahrzeuge wurden durch umstürzende Bäume beschädigt oder eingeschlossen und mussten von den Feuerwehrkräften befreit werden. Die Einsatzkräfte waren mehrere Stunden im gesamten Landkreis gefordert, ehe sich die Lage am Abend zunehmend entspannte.
Allerdings kam es im Landkreis an zwei Stellen innerhalb des Wochenendes auch zu größeren Schäden. Bei einem - dem Blitzeinschlag in der Kirche St. Nikolaus in Steinbühl bei Bad Kötzting - wurde die Feuerwehr am Samstagnachmittag gar nicht alarmiert, weil es nicht brannte. Allerdings erlitt die Elektronik des jüngst sanierten Gotteshauses schwere Schäden, an der Fassade wurden Teile abgesprengt.
Anders sah das am Sonntagnachmittag in Waldmünchen aus: Zur Mittagszeit ist ein Haus in der Schulstraße teilweise eingestürzt. Neben dem Haus befindet sich derzeit eine Baustelle, zum Einsturzzeitpunkt zog ein Gewitter über die Trenckstadt. Die Gebäudeteile stürzten zum Teil auf die Straße und in die Baugrube. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, auch umliegende Bereiche wurden nicht beschädigt.
Im Stadtgebiet von Roding wurde außerdem nach Informationen auch noch ein Dach abgedeckt. Die Freiwillige Feuerwehr Waldmünchen wurde zusammen mit Kreisbrandinspektor Norbert Auerbeck und Kreisbrandmeister Andreas Bierl alarmiert, um die Straße zu sperren und in Abstimmung mit der Polizeistation Waldmünchen das weitere Vorgehen zu besprechen. Der Fachberater des THW aus Roding wurde hinzugezogen, um die Statik des restlichen Gebäudes zu beurteilen. Außerdem wurde von Polizei, Feuerwehr und THW entschieden, das Gebäude gegen einen weiteren Absturz zu sichern. Der Bauhof Waldmünchen sperrte die Straße sodann vollständig ab - die Einsturzursache war am Sonntag allerdings noch nicht klar.