Polizei verwarnte Falschparker bei Relegationsspiel in Altenschwand – und rudert nun zurück

Von Philipp Breu · 21. Mai 2026 um 16:43

Der ein oder andere Fußballfan erlebte nach dem Bezirksliga-Relegationsspiel zwischen dem SV Schwandorf-Ettmannsdorf II und der SpVgg Mitterdorf am Dienstag eine böse Überraschung. Die Polizei verteilte nämlich mehrere Strafzettel, weil einige Autos verkehrswidrig in der Nähe des Fußballplatzes in Altenschwand bei Bodenwöhr (Landkreis Schwandorf) abgestellt wurden. Das Kuriose: Die örtliche Feuerwehr hatte zuvor bei der Parkplatzsuche geholfen.

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Das Duell zwischen dem Zweiten der Kreisliga West und dem Dritten der Kreisliga Ost zog die Massen an. Rund 1200 Liebhaber des gepflegten Amateurfußballs pilgerten aufs Sportgelände des SV Altenschwand. Wie für Relegationsspiele üblich, wurde die Partie zwischen der Reserve des SV Schwandorf-Ettmannsdorf und der Spielvereinigung aus Mitterdorf (Roding) auf neutralem Boden ausgetragen.

Doch die hiesige Sportanlage, die in der abgelaufenen Saison gößtenteils Schauplatz für die A-Klassen-Partien der SG Alten-Neuenschwand II war, ist für eine derart große Zuschauerkulisse eigentlich nicht ausgelegt. So brauchten die vielen Fußballfans Hilfe bei der Parkplatzsuche. Dazu erklärte sich die Feuerwehr Altenschwand bereit.

Auf genügend Platz für Rettungsfahrzeuge wurde geachtet

Deren Kommandant Helmut Knopf war für die MZ nicht zu erreichen. Aber laut Neunburgs Polizeichef Markus Schmitt hätten die Kameraden der Feuerwehr an jenem Dienstag wohl auch das Parken am Gehsteig gestattet, um der Flut an Autos Herr zu werden. Es sei aber natürlich darauf geachtet worden, dass jederzeit noch genügend Platz für die Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stand. Die Feuerwehr hätte ebenso nach bestem Gewissen gehandelt wie die Kollegen der Polizei, so Schmitt.

Letztere wurden dann von verärgerten Anwohnern auf den Plan gerufen, die sich an den vielen parkenden Autos störten. Vor Ort stellten die Beamten dann tatsächlich einige Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung fest und verteilten Strafzettel – sehr zum Ärger der Betroffenen, die sich zuvor auf die Angaben der Feuerwehr verlassen hatten.

Der Vorfall ist mittlerweile auch in lokalen Facebook-Gruppen Thema. „Ein rundum gelungener Abend“ frotzelt eine Frau, die offenbar selbst eine Verwarnung bekommen hat. Sie sei zunächst von der Feuerwehr angewiesen worden, auf einer „Straße mit Bürgersteig“ zu parken. Die Polizei hätte sie und andere schließlich verwarnt und damit einen „mittleren vierstelligen Betrag für unseren überschuldeten Staat“ eingenommen. Dabei habe man nicht wirklich jemanden behindert.

Polizei Neunburg nimmt Verwarnungen zurück

In der Kommentarspalte gibt es Zustimmung. „Wenn eine Hand nicht weiß, was die andere macht“, schreibt eine Userin und wünscht sich, dass die Polizei die Unstimmigkeiten mit der Feuerwehr klärt und die Bußgelder entsprechend zurücknimmt. Und genau das passiert nun, wie der Neunburger Polizeichef auf Nachfrage schildert.

Er beteuert, dass seine Kollegen, die am Dienstag in Altenschwand waren, nichts von der vorherigen Absprache der Falschparker mit der Feuerwehr vor Ort wussten und lediglich ihrem Job nachgegangen seien. Man sei sich nun aber der Problematik sehr wohl bewusst und lasse Gnade walten. „Wir müssen hier nicht päpstlicher als der Papst sein“, sagt Schmitt und kündigt im gleichen Atemzug an, die Verwarnungen zurückzunehmen. Jeder Betroffene, der bereits bezahlt habe, bekomme selbstverständlich sein Geld zurück. Damit dürfte sich der Ärger schnell legen.

Wir müssen hier nicht päpstlicher als der Papst sein.Markus Schmitt, Leiter der PI Neunburg

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der SV Schwandorf-Ettmannsdorf II das Relegationsspiel gegen Mitterdorf nach Elfmeterschießen mit 3:0 gewonnen hat und damit in die nächste Runde einzieht, während für den Unterlegenen der Traum vom Bezirksliga-Aufstieg geplatzt ist. Nach einem über 120 Minuten eher chancenarmen Kick musste die Entscheidung vom Punkt her. Da versagten den Bayerwaldlern dann völlig die Nerven. Sie brachten keinen ihrer Strafstöße im Tor unter, während die Ettmannsdorfer drei versenkten.