Alte Mauerreste auf der Baustelle für die neue Schule in Berching entdeckt

Ein Hauch von Geschichte auf der Großbaustelle: Beim ersten Bauabschnitt des Ersatzneubaus der Grund- und Mittelschule Berching (Landkreis Neumarkt) wurden im Zuge der Vorarbeiten für die Bohrpfahlgründung alte Mauerreste entdeckt. Was das für den Baufortschritt bedeutet, erklärt die Stadt.
„Für Archäologie-Fans ein Highlight – für den Baufortschritt jedoch kein Grund zur Sorge“, schreibt die Stadt in dem Schreiben, das exklusiv unserer Mediengruppe vorliegt. Die Baumaßnahme für die neue Grund- und Mittelschule laufe ohne Verzögerung weiter. Einen Baustopp soll es nicht geben, betont die Stadt.
Zur Erinnerung: Jahrelang wurde in Berching über die neue Schule diskutiert, bevor vor einem Monat endlich der Spatenstich erfolgte.

Dass auf dem Gelände, auf dem die neue Schule entstehen soll, Historisches im Boden schlummern könnte, kam für die Verantwortlichen nicht überraschend. „Da sich die Baustelle im Bereich kartierter Bodendenkmäler befindet, war eine archäologische Begleitung von Anfang an fest in die Planung integriert“, schreibt die Stadt.
Das sagt Berchings Bürgermeister zum Fund
Laut Bayernatlas ist das Areal als Zone für „archäologische Befunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit im Bereich der Stadtbefestigung von Berching“ ausgewiesen. Die Firma Adilo aus Parsberg, die mit der archäologischen Dokumentation beauftragt ist, habe den Fall priorisiert, um den Bauzeitenplan zu sichern.
Bei einem Ortstermin machte sich Bürgermeister Dietmar Zeller selbst ein Bild von der Situation und tauschte sich mit den Experten aus: „Die Dokumentation der Mauerreste ist richtig und wichtig“, betont Zeller. Für die Erfassung seien zwei Wochen kalkuliert. „Der Bau steht deshalb jedoch nicht still: Die Arbeiten laufen parallel weiter, um die Voraussetzungen für das schwere Bohrpfahlbohrgerät zu schaffen“, heißt es in der Meldung.

Fotogrammetrisch dokumentiert und vermessen werde der Fund auf jeden Fall. Da die Mauerreste von den Fachleuten nicht eindeutig historisch definiert werden können, erleichtere dies die Entscheidung über das weitere Vorgehen. „Die Mauern werden nach aktueller Planung entfernt, damit die neue Schule auf einem einheitlichen, stabilen Boden gegründet werden kann“, erklärt der Bürgermeister.
Die Bohrpfähle seien dringend notwendig, um die Baugrube für den Neubau zu sichern. Der eigentliche Aushub der Baugrube sei für diesen Herbst geplant. Auch diese Arbeiten werden – wie von Anfang an vorgesehen – weiterhin archäologisch begleitet.