Oldtimer in Kelheim abgebrannt – „Er war ein Familienmitglied“ für die Besitzer aus Neustadt

Von Jochen Dannenberg · 19. Mai 2026 um 17:00

Es waren nur Sekunden und danach war nichts mehr wie zuvor. Bei einem harmlosen Ausflug mit Freunden geriet der alte VW Bus der Familie Eberl aus Irnsing (Neustadt an der Donau, Landkreis Kelheim) mit einem Mal in Brand. Kurz darauf stand der teuere Oldtimer, ein seltener T1-Bulli vom Typ Samba, in Flammen. Auch Tage danach ist Harry Eberl noch sprachlos. „Er war für uns ein Familienmitglied“, sagt er.

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Harry Eberl und sein Sohn Michael können es noch immer nicht ganz fassen. Der VW Bus war aufwendig restauriert worden, erst vor kurzem hatte Harry Eberl mit dem Bulli und seinen Spezln eine „Männertour“ unternommen, sagt er. Mühelos sei der Kleinbus auch das Stilfser Joch hoch gefahren. Wie ein Uhrwerk sei der Bulli gelaufen.

„Er zaubert den Menschen ein Lächeln ins Gesicht“

Und dann fuhr Sohn Michael mit fünf Freunden am Samstag vor zwei Wochen durch den Landkreis. Die jungen Männer genossen die Fahrt. Immer wieder blieben Leute stehen und winkten ihnen freundlich zu. Der VW Bus ist kein beliebiges Auto. Er steht für das Wirtschaftswunder, er steht für die Zeit, als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg mobil wurde. Viele Menschen erinnern sich an den Kleinbus.

Von vorne sieht der alte VW Bus, zumindest auf dem ersten Blick, unbeschädigt aus. - Foto: Jochen Dannenberg

Sie sind selbst mit dem Bulli, wie der Bus auch genannt wird, unterwegs gewesen. „So ein alter VW zaubert den Menschen ein Lächeln ins Gesicht“, weiß Harry Eberl.

An der Rückseite offenbart sich der Totalschaden des Oldtimers. - Foto: Jochen Dannenberg

Doch an jenem Samstag war es mit der Freude mit einem Mal vorbei. Mitten auf dem Ludwigsplatz ging um 17.40 Uhr der Motor aus. „Dann habe ich nach hinten geschaut, da drang Rauch aus dem Heck“, sagt Michael Eberl.

Augenblicklich verließen er und seine fünf Freunde den Wagen, da schlugen schon die ersten Flammen aus dem Motorraum im Heck des VW. Geistesgegenwärtig griff sich einer der Freunde noch den Feuerlöscher im Bulli, doch zu spät. Das Feuer war zu stark. Erst die Kelheimer Feuerwehr, die mit knapp 30 Einsatzkräften anrückte, konnte den Brand löschen.

Die Flammen schlugen aus dem Innenraum des VW Bulli. - Foto: Mathes/Feuerwehr Kelheim

„Der VW Bus ist ein Totalschaden“, stellt Harry Eberl nüchtern fest. Die Front des Fahrzeugs wirkt nahezu unbeschadet, alles andere ist verbrannt – die Inneneinrichtung, der Lack, das Faltdach und die berühmten Sonnenfenster in der Dachkante, die diesen rot-weißen VW Bus zum Samba machten.

„Der Bulli gehörte zur Familie“, erzählt Harry Eberl. Für sie habe er den seltenen Kleinbus vor einigen Jahren gekauft. Der VW war ein gebürtiger Brasilianer ist, wo dieser Typ Bulli noch bis in die Siebziger Jahre gebaut war. In Deutschland peilte VW da schon den T3 an. Und weil der Eberl-Bulli 1970 in Südamerika gebaut worden war, hatte er „satte“ 54 PS – 20 PS mehr als die deutschen T1. Doch es ging nicht um die Leistung, betont Harry Eberl, der in Irnsing eine Fabrik für Holz- und Glastechnik besitzt, sondern um den Charme des Fahrzeugs, von dem im Landkreis Kelheim nach Mitteilung der Pressestelle des Landratsamtes mit Stichtag 19. Mai 2026 vier Fahrzeuge in unterschiedlichen Ausführungen zugelassen sind.

Charme ist es übrigens auch, was für den Unternehmer sonst wichtig ist. So wohnt er mit seiner Familie in einer alten Brauerei, die er eigenhändig renoviert hat.

Der nächste Urlaub war bereits geplant

Jetzt sind alle Träume vom Leben mit dem Oldtimer geplatzt. „Eigentlich war schon der nächste Urlaub geplant“, sagt Harry Eberl. „Standesgemäß“ wollte man sich dazu kleiden, verrät er, wobei standesgemäß insofern vor allem „passend zum Auto“ und der Zeit, in der viel auf deutschen Straßen unterwegs war, bedeutet.

Wahrscheinlich wäre der Urlaub ein Fest geworden, stattdessen gab es jetzt einen Abschied für immer. Der alte VW Bus wird nicht wieder aufgebaut.

Die Radkappe glänzt noch, aber das Feuer fraß sich bis zu den Reifen durch. - Foto: Jochen Dannenberg