Neunburger Festspiel „Vom Hussenkrieg“: Stück wurde von links auf rechts gedreht

Das historische Festspiel „Vom Hussenkrieg“ vor der Kulisse des historischen Schlosses in Neunburg wird heuer im Juli fünf Mal aufgeführt – zum Abschluss findet von 31. Juli bis 2. August der Mittelaltermarkt mit Stadtpark statt. Die Vorsitzenden des Festspielvereins, Manuel Winkler und Matthias Eckel-Binder, sowie die beiden Regisseurinnen Karin Michl und Verena Hergl informierten über die Neuerungen, die die Zuschauer erwarten.
Mitglieder des Festspielvereins haben das aktuelle Stück selbst geschrieben, das komplette Stück sei von links auf rechts gedreht worden, sagte Manuel Winkler. Die Aufführung startet im Jahr 1415 mit der Verurteilung und Verbrennung des böhmischen Reformators Jan Hus als Ketzer auf dem Scheiterhaufen. Damit wurden Konflikte entfacht, die Hussiten fielen in die Oberpfalz ein und plünderten.
Als 1433 die Hussiten wieder in das Land einfielen und Vieh und Vorräte plünderten, stand der Neunburger Pfalzgraf Johann vor einer folgenschweren Entscheidung. Sollte er die Angreifer ziehen lassen oder eingreifen? Im Stück wird die Auswirkung des Kriegs auf die Gesellschaftsschichten beleuchtet. „Vom Hussenkrieg“ solle mehr sein als ein Festspiel: ein eindringliches Plädoyer gegen Krieg und für Menschlichkeit und Verständigung.
Mitglieder des Festspielvereins haben Stück umgeschrieben
Rund 120 Mitwirkende sorgen auf und hinter der Bühne für einen Abend voller Spannung und Emotionen, bringen mit Leidenschaft dramatische Szenen auf die Bühne. Bei zehn bis 15 Terminen haben die Mitglieder des Festspielvereins im Teamwork Texte und Szenen selbst geschrieben. Dabei wurde Wert darauf gelegt, die Gedanken von beteiligten Bürgern, Soldaten oder Anführern sichtbar zu machen. Das Festspiel soll nach dem Willen der Autoren ein Antikriegsstück sein und Verständnis für die Betroffenen wecken. Die geschichtlichen Ereignisse wurden nicht geändert, alle Seiten aber gleichmäßig beleuchtet.
Man habe laut Karin Michl auch darauf Wert gelegt, dass nicht zu viel Text gesprochen werde. „Alles was gespielt werden kann, soll gespielt werden.“ Das Ergebnis sei ein schneller und temporeicher Ablauf, der die Besucher 90 bis 100 Minuten in den Bann ziehen werde. Ein Erzähler (Ott Ostermann) wird erklärende Worte sprechen.
Die kostümierten Proben werden ab dem 12. Juni beginnen, für 22. Mai ist das Schirmherrenbitten in Regensburg geplant. Schirmherr soll Bezirkstagspräsident Franz Löffler werden.
Neunburger Festspiel wird fünf Mal aufgeführt
• Termine: Die Festspieltermine sind Samstag, 4. Juli (Premiere), Freitag, 10. Juli, Samstag 18. Juli, Freitag 24. Juli und Samstag 25. Juli, Einlass ist jeweils ab 19 Uhr, Spielbeginn 20.30 Uhr.
• Preise: Erwachsene Abendkasse 20 Euro, im Vorverkauf 19 Euro; Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zwölf Euro an der Abendkasse und elf Euro im Vorverkauf über okticket.de und alle bekannten Vorverkaufsstellen. Gruppen ab 20 Personen und Schwerbehinderte erhalten Ermäßigungen.