Im Video: Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl stellt sich dem Discgolf-Duell mit MZ-Volontärin

Montagnachmittag, 15 Uhr, kein Wind, dafür Sonnenschein. Besser könnten die Bedingungen für Discgolf nicht sein. Seinen Ursprung hat die Sportart in Nordamerika. Mittlerweile mausert sich das Spiel mit dem Frisbee in Europa zum Trendsport. Auch die Stadt Roding (Landkreis Cham) ist auf den Zug aufgesprungen und hat einen Kurs am Esper installiert. Höchste Zeit für ein Duell – Bürgermeisterin gegen MZ-Volontärin.
Schon bei der Ankunft am Esper wird die Marschroute klar. Ein Angebot für jeden, eine niedrige Einstiegsschwelle, jederzeit zugänglich. So hat Rodings Bürgermeisterin die Discgolf-Anlage angepriesen. Und die Stadt hat das Konzept umgesetzt. Die Körbe stehen in der Freizeitanlage weit verteilt. Überall kleine Erklärtafeln. Frisbees liegen frei zugänglich zur Leihe aus. Gespielt werden kann quasi sofort und immer.
Der erste Wurf, und schon ist die Erkenntnis bei MZ-Volontärin Melissa Kutscher da: „Das geht besser als gedacht.“ Das Frisbee zu werfen, ist für viele nicht die Hürde. Ein Frisbee auf ein bestimmtes Ziel zu werfen, hingegen schon eher. Und genau darum geht es beim Discgolf.
Auch ohne Vorkenntnisse ist der Sport gut machbar
Mit der Scheibe visiert man auf einzelnen Bahnen, die in Roding bis zu 70 Meter lang sind, Metallkörbe an. Diese sind mit Ketten versehen, um die fliegende Disc abzubremsen. Bleibt das Frisbee darin liegen, werden die Würfe zusammengezählt – analog zum normalen Golf.

Auf dem Areal in Roding fällt gleich zu Beginn die Weite auf. Die Anlage erstreckt sich über den gesamten Park am Esper. „Das eignet sich auch super bei Spaziergängen“, sagt Riedl. Die Runde durch den Park könne mit einem Frisbee-Duell ergänzt werden. Die Rodingerin hat das Projekt mitinitiiert. Heute spielt sie zum zweiten Mal. Zuvor hat sie bei der Eröffnung mit einem Discgolf-Weltmeister gespielt. „So richtig trainiert habe ich noch nicht“, gibt sie zu.
Ein Fehler, wie sich im Duell mit Melissa herausstellt. Fünf ausgewählte Bahnen spielen die Bürgermeisterin und die MZ-Volontärin. Am Anfang hält Riedl gut mit. Auf der ersten Bahn benötigen sie je fünf Würfe. Am nächsten Hindernis sind sie ebenfalls noch gleichauf. Ab dem dritten Kurs funktionieren gerade die weiten Eröffnungswürfe bei Melissa besser. Riedl beweist Sportsgeist: „Wow, der war richtig gut.“ Zwischenstand: 11:12 für Melissa – wer weniger Würfe braucht, gewinnt.

Die Rodinger Frisbeescheiben fliegen nacheinander durch den Park. Immer mit dem Ziel Metallkorb – und dann kommt es wieder, das Klimpern der Ketten. Und die Freude über den Erfolg. Von Mal zu Mal tasten sich die beiden besser ran. Auch bei den Abschlusswürfen in die Körbe machen beide in kurzer Zeit Fortschritte.
Bis zum Schluss ist für beide alles drin
Bahn vier. Eine kürzere Bahn. Melissa legt gut vor. Die Bürgermeisterin zieht nach. Doch auch auf dieser Bahn bleibt die MZ-Volontärin einen Wurf unter Riedls Anzahl. Auf die letzte Bahn im Duell gehen beide dennoch gut gelaunt. Ehrgeiz? Ja. Verbissenheit? Nein.

Diesmal startet Riedl. Melissa macht einige Meter beim zweiten Wurf gut. Und ist in Zielweite, während Riedl noch um einiges weiter vom Korb weg ist. Wessen Scheibe weiter vom Korb entfernt liegt, ist erneut am Zug.
Dann lässt die Rathauschefin Federn. Riedl benötigt einen vierten Wurf. Die Vorentscheidung. Melissa verwandelt den Matchball. Ein kleiner Freudenschrei, dann der faire Handschlag. Am Ende steht ein 19:22 für die MZ-Volontärin. Ein Ergebnis, das Rodings Bürgermeisterin neidlos anerkennen kann. „Damit kann ich sehr gut leben. Das hat ziemlich professionell bei Melissa ausgesehen“, sagt Riedl. Für sie steht ohnehin weniger das Ergebnis als der Mehrwert für die Rodinger im Fokus. Und genau dafür ist die neue Anlage am Esper laut ihr gemacht.