Baustelle in Regensburger Altstadt dauert länger – Dult-Besucher sollen umgeleitet werden

Die Vollsperrung dauert deutlich länger als gedacht: Die Baustelle am Weinmarkt verzögert sich, weshalb Verkehrsteilnehmer an diesem neuralgischen Punkt in der Regensburger Altstadt weiterhin Umwege in Kauf nehmen müssen. Auf Fußgänger kommen Änderungen zu. In der Erde haben Archäologen indes spannende Funde gemacht.
Notwendig wurde die Baustelle an der Donau-Parallele, weil Leitungen in der Engelburgergasse erneuert werden müssen. Diese Gelegenheit nutzte die Stadt, um den Weinmarkt im Zuge der Verkehrsberuhigung umzugestalten. Mit den Arbeiten geht eine Vollsperrung einher, Autos werden weiträumig umgeleitet.
Maßnahme für die Verkehrsberuhigung in der Regensburger Altstadt: Stadtmauer taucht bei Grabungen auf
Das wird auch erst einmal so bleiben: Eigentlich hätte die Baustelle im Juni enden sollen – nun wird sie jedoch bis Ende November dauern. Das gaben Vertreter der Stadtverwaltung bei einer Pressekonferenz am Mittwochmittag bekannt. Notwendige Anpassungen am Bauablauf, unvorhergesehene Gegebenheiten an der Leitungsinfrastruktur und archäologische Funde hätten zu Erschwernissen geführt.
Bei Arbeiten seien bedeutende archäologische Funde freigelegt worden, sagte Oberkonservator Dr. Johannes Sebrich vom Amt für kulturelles Erbe. Unter anderem traten Abwasserkanäle aus dem 18. Jahrhundert zutage, die man so nur in der Engelburgergasse finde – damit nicht genug: Auch ein Stück mittelalterliche Stadtmauer tauchte auf. „Wir haben schon geahnt, dass sie rauskommen wird“, sagte Sebrich. Die Mauer wurde zwischen 1320 und 1330 errichtet und später abgebrochen. Das Stück, das nun aufgetaucht ist, sei überraschend gut erhalten.
Sicherheit auf Baustelle in Regensburg: Verkehr in Regensburg wird weiter umgeleitet
Es sei eben immer spannend, wenn man in die Tiefe schaue, sagte Planungsreferent Florian Plajer. Die Verlängerung der Sperrung sei der Verwaltung nicht leicht gefallen, letztlich sei allerdings nichts anderes übrig geblieben. Es sei auch nicht möglich, nur eine Spur freizugeben. Hauptgrund dafür sei ein zu hohes Risiko für die Verkehrssicherheit. Auch die Sicherheit der Arbeiter könne man nicht gewährleisten, darüber hinaus brauche man Platz für die Baustelle. „Der entscheidende Punkt ist die räumliche Enge.“ Darüber hinaus hat die Stadt ein Augenmerk darauf gerichtet, die Baustelle besser zu sichern. Teilweise bahnten sich Radfahrer, Fußgänger und auch Autofahrer einen Weg mitten durch die Baustelle. Insbesondere am Abend und an den Wochenenden sei dies der Fall gewesen. Das wiederum sorgte freilich für Risiken. Diese sollen nun minimiert werden, indem die Baustelle verriegelt wird. Sollten Rettungskräfte den Bereich passieren müssen, können die Absperrungen geöffnet werden, betonten die Verantwortlichen bei der Pressekonferenz am Mittwoch.
Auf Fußgänger kommen Änderungen zu: Bislang wurden sie an der Oswald-Kirche vorbeigeführt, nun geht es auf der anderen Seite an der Donau entlang. Auch das soll ein Sicherheitsrisiko minimieren, sagte Plajer – gerade mit Blick auf die anstehende Maidult.
Auch Volksfest in Regensburg betroffen: Umleitung zur Dult über die Steinerne Brücke
Auch das Fest spielt in den weiteren Planungen eine Rolle. Der Eiserne Steg ist für viele eine beliebte Route zur Dult – mithin werden mehr Fußgänger an der Baustelle vorbeikommen. Das will die Stadt nun verhindern, indem sie die Feierwilligen umleitet. Die Verwaltung hat die Aktion „Fair zur Dult“ getauft. Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Fair Feiern sollen Plakate und eine Bodenbemalung auf einen alternativen Weg vom Bahnhof zur Dult aufmerksam machen. Diese führe durch die Altstadt und dann über die Steinerne Brücke. Planungsreferent Plajer betonte: „Wir müssen absolut sicher gehen, dass nichts passiert. Das Risiko war zu groß.“ Ein gewisses Risiko bleibe freilich. Heimwege von der Dult, das zeige die Erfahrung, seien mitunter „durchschnittlich koordiniert“.