Regensburger Radsteg am Staustufenkanal bleibt gesperrt – OB Burger wirbt um Verständnis

Von Philip Hell · 11. Mai 2026 um 19:00

Thomas Burger hat nun den Hut auf – und das durchaus im wahrsten Sinn des Wortes: Gestern Mittag setzte sich der neue SPD-Oberbürgermeister einen Sicherheitshelm auf, um über die Fortschritte bei der Sanierung des Radstegs über den Staustufenkanal in Regensburg zu berichten.

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Die Brücke ist seit Anfang Februar gesperrt. Bis Ende Dezember müssen Radler Umwege in Kauf nehmen – was zum Teil für Unmut sorgte. Es war die Rede davon, dass Bauarbeiter bedrängt wurden. Mit dem Termin wollte Burger das Heft in die Hand nehmen. „Kommunikation ist die halbe Miete.“ Er hoffe auf mehr Verständnis für die lange Sperrung, wenn man die Hintergründe erläutert.

Diskussion um Sperre für Radfahrer: Wollen lange Zeit „wieder Ruhe haben“

Die Verbindung sei wichtig, das zeigten auch die Diskussionen rund um die Sperre. Gerade weil die Brücke so essenziell sei, müsse man sie instand halten, betonte Burger. Weil Hauptradrouten auch im Winter befahrbar sein müssten, brauche es einen Winterdienst – der wiederum schädige die Bausubstanz. Daher sei die Reparatur nötig. „Weil wir es wirklich umfassend, vernünftig und nachhaltig machen, dauert es leider ein paar Monate.“ Die Sache werde auch nicht leichter dadurch, dass der Steg über eine Wasserstraße führt. Im März habe die zweite Bauphase begonnen, man sei im Plan und gehe davon aus, im Dezember fertig zu sein. Dann, so Burger, hoffe man darauf, eine lange Zeit „wieder Ruhe zu haben“.

Planungsreferent Florian Plajer erläuterte, dass eine Sperrung des Kanals nach Rücksprache mit der Wasserstraßenschifffahrtsverwaltung nicht möglich gewesen wäre. Daher habe man mehrere Varianten für die Sanierung untersucht: eine Versetzung des Stegs, ein Aufbocken des Bauwerks – und das Nutzen von Synergien. Die ersten beiden Optionen schieden aus.

Die jährliche Sperrung des Kanals habe man genutzt, um den Überbau zu sanieren. Das sei komplex – aber auch zeitlich effizient. Plajer sprach von Bauarbeiten in der „kürzest möglichen Zeit“. Zugleich sei diese Variante die wirtschaftlichste. Auch der Planungsreferent betonte, dass die Arbeiten gut voranschreiten.

Umleitung während Sanierung in Regensburg: Zahn der Zeit nagte an Brücke für Radfahrer

Michael Köstlinger, Chef des Tiefbauamtes, erläuterte die Details hinter der Sanierung. Am Überbau und an den Rampen seien „erhebliche Schäden“ festgestellt worden. Er sprach von „Korrosionsschäden“, was so viel heißt wie: Wetter und Zeit haben an der Brücke genagt. Auch die Beschichtung sei beschädigt. Zum Teil mussten auch Stahlbetonplatten neu hergestellt werden. Zumindest dort, „wo es am schlimmsten ausgeschaut hat“, so Köstlinger. Darüber hinaus habe die Beschichtung der Brücke neu bestrahlt werden müssen, um sie wieder wetterfest zu machen. Auch die Beleuchtung der Brücke werde im Zuge der Sanierung erneuert.

Im ersten Bauabschnitt habe man den mittleren Teil des Stegs saniert. Dieser Abschnitt fiel in die Komplettsperrung des Kanals unter der Brücke im März. Um die wenigen Tage effizient zu nutzen, seien Arbeiter auch am Wochenende im Einsatz gewesen, sagte Köstlinger. Die beiden kommenden Bauabschnitte können auch während des laufenden Schifffahrtsbetriebs stattfinden. Dazu müssten die Wasserfahrzeuge allerdings ein klein wenig ausweichen. „Ab jetzt sind wir eigentlich unabhängig vom Schiffsverkehr.“

Und die Radler? Die haben sich an die Situation gewöhnt, betonten die Verantwortlichen. Köstlinger: „Es gibt keine Beschwerden mehr.“ Der Steg werde insbesondere von Pendlern genutzt. Genau deshalb sei Kommunikation so wichtig, betonte Burger.