Regensburg startet in die Freibadsaison: Neue Westbad-Attraktion und Warnung vor der Donau

Platsch. Platsch. Ein spitzer Schrei. Es ist Sonntag, 7.47 Uhr: Die Sonne taucht Regensburg in ein warmes Licht, die Donau ist dennoch ganz schön kalt. Das hält eine Handvoll Frühschwimmer nicht davon ab, an der Steinernen Brücke ins Wasser abzutauchen. Die Domstadt lechzt förmlich nach der Badesaison. Am vergangenen Wochenende haben die Freibäder geöffnet – und warten mit einigen Neuerungen und Rekordmeldungen auf. Indes rüsten sich auch Retter und Polizei für die Saison.
Drei Tage früher: Planen bedecken das Schwimmerbecken im Wöhrdbad. Ob das Wasser schon drin ist? Bademeister Christian Maier kann sich ein Lachen nicht verkneifen. „Natürlich! Das dauert, bis das Becken voll ist.“ Es soll ja alles bereit sein, wenn sie am Samstag aufsperren. Bademeister Meier kann es wenige Tage davor kaum erwarten. „Das ist ein besonderer Fleck“, sagt er und lächelt. „Es ist ein Juwel mitten in der Altstadt.“ Die Kunden kämen größtenteils aus der Altstadt und aus Stadtamhof. „Sie sehen das Wöhrdbad als ihren Garten.“ Man kenne sich, man gehöre dazu – das gilt auch für Meier selbst. „Ich bin hier aufgewachsen.“ Na ja gut, eigentlich komme er aus Kumpfmühl. Aber: „Ich war mit meinen Eltern, mit meiner Großmutter schon immer hier.“ Später war er dann mit der Wasserwacht hier – und stellte fest: Bademeister, das kann man lernen. „Des had grad bassd.“
Neue Westbad-Rutsche lockt jede Menge Besucher in Regensburger Freibad
Ein Satz, der auch auf die Jahresbilanz im Westbad passt. Auch das Freibad dort eröffnete am Samstag. Es gehört – wie das Wöhrdbad – zum Stadtwerk, hat aber auch im Winter geöffnet. Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk kann mit Blick auf die erste Jahreshälfte einen „enormen Besucherzuwachs“ verkünden. Zwischen Januar und April 2025 kamen 168 000 Besucher – heuer waren es 191 700. Gottschalk führt das auf die neue Rutschenanlage zurück.
Auch im Freibad soll es eine Neuerung geben. Im Springerbecken werden die Stadtwerke laut Gottschalk eine Kletterwand errichten. „Man kann dann aus dem Wasser heraus die Wand erklimmen und muss bei einem Absturz keine Sorge vor einem harten Aufprall haben, da man ja dann ins Wasser fällt.“ Eröffnet wird die neue Attraktion in den Pfingstferien.
Damit noch nicht genug der guten Nachrichten: Während anderswo händeringend Bademeister gesucht werden, ist Regensburg gut aufgestellt. Ein Personalmangel sei nicht festzustellen, sagt Gottschalk. Auch die gestiegenen Energiepreise durch den Krieg im Iran betreffen die hiesige Freibadsaison nicht. „Aufgrund langfristiger Lieferverträge mit entsprechend langfristiger Preisbindung sind die aktuell gestiegenen Energiepreise für unsere Bäder nicht bemerkbar.“
Es braucht ohnehin nicht jeder lauschig warm im Wasser. Samstagabend, 19.09 Uhr: An der Donau unterhalb der Steinernen Brücke scharen sich die Sonnenanbeter – und so mancher wagt auch einen Abstecher ins kühle Nass. Klingt verlockend, kann allerdings auch relativ schnell gefährlich werden. Regelmäßig sorgen Großeinsätze entlang der Donau für Schlagzeilen. Immer wieder fehlen Badegäste. Dabei meist im Einsatz: die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG.
Baden in Regensburg: DLRG wappnet sich für die neue Saison
Auch der Nachwuchs und die Führungskräfte der Retter starteten am Samstag in die Saison, sagt Sprecher David Simmel. Thema unter anderem: Schwimmen in fließenden Gewässern. Simmel warnt dabei: „Es darf nur an ausgewiesenen Badestellen ins Wasser gegangen werden.“ Zudem solle man dringend auf die Strömung und den Schiffsverkehr achten, nicht betrunken schwimmen gehen – und im Hinterkopf behalten, dass kaltes Wasser den Kreislauf belasten kann. DLRG-Sprecher Simmel rät überdies dazu, die Donau im Stadtgebiet zu meiden. Man solle idealerweise nur in überwachten und ausgewiesenen Wasserflächen baden gehen – also etwa am Guggenberger See, der von der DLRG gemeinsam mit der Wasserwacht Neutraubling überwacht wird. Oder freilich in Freibädern.
Ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, kann man sagen: Es wird sich nicht jeder an diese Regeln halten – das wiederum kann durchaus die Wasserschutzpolizei auf den Plan rufen. Die Beamten seien häufig mit Jugendlichen konfrontiert, die vom Grieser Steg springen. Das sei eigentlich eine Ordnungswidrigkeit, erläutert der Sprecher. Dadurch, dass an dieser Stelle der Donau kaum Schiffsverkehr stattfindet, lasse man die Springer gewähren – außer es nimmt überhand, so wie etwa beim vergangenen Bürgerfest. Eine Flussquerung weiter westlich schaut die Sache schon wieder ganz anders aus: Besonders brenzlig – und aufsehenerregend – wird es nämlich, wenn Menschen von der Steinernen Brücke in die Donau springen. Das ist per se nicht verboten, erklärt ein Sprecher der Behörde. Aber: Schwimmen ist im Abstand von 100 Metern rund um Brückenbauwerke verboten. Und da Springen und Schwimmen in solchen Fällen zwangsläufig zusammengehören, ist auch Ersteres zwangsläufig verboten.
Das wiederum heißt auch, dass die Gruppe, die sich am Sonntagmorgen von einem Brückenpfeiler der Steinernen ins Wasser gelassen hat, etwas Unerlaubtes getan hat – das verraten wir jetzt aber lieber mal keinem.
Sicherheit im Regensburger Freibad: Security ist im Westbad im Einsatz
Auch heuer werden im Westbad wieder Security-Mitarbeiter zum Einsatz kommen, teilt Stadtwerke-Sprecher Martin Gottschalk auf Anfrage mit. Dies sei vor allem an besonders besucherstarken Tagen der Fall. Es sollen bis zu vier Mitarbeiter vor Ort sein. „Dieses Prinzip hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut bewährt“, betont Gottschalk.
Auch an der Donau mangelt es nicht an Sicherheitskräften. Die Wasserschutzpolizei ist entlang des Flusses regelmäßig mit Streifen im Einsatz, teilt ein Sprecher der Behörde auf Anfrage mit. Dabei gehe es insbesondere um mögliche Gefährdungen des Schiffsverkehrs. Aber auch darum, Badegäste zu schützen, etwa durch Jet-Skis und ähnliche Gefährte. Man wolle unschöne Unfälle mit einer gewissen Präsenz verhindern, so der Sprecher.