Versuchter Mord in Regensburger Klinik? Patient attackiert Zimmernachbarn mit Messer

Es war ein Schock für die Regensburger Klinik: Im August attackierte ein Patient einen anderen mit einem Messer. Nun kommt der Fall vor Gericht – Haft droht allerdings nicht.
Den Ermittlern zufolge begab sich der zum Tatzeitpunkt 33 Jahre alte Mann Mitte Juni vergangenen Jahres freiwillig in die stationäre Behandlung am Bezirksklinikum Regensburg. Zwei Monate später kam es zu dem Vorfall, um den sich das Verfahren dreht. Mitte August trat er den Behörden zufolge auf eine Freifläche vor einer der Stationen – dort sei ebenfalls sein Mitpatient und Zimmernachbar gewesen, so haben es die Ermittler rekonstruiert. Der damals 33-Jährige hatte darüber hinaus laut Behörden ein Fischermesser dabei, das er sich just an dem Tag in der Altstadt besorgt hatte. Der Beschuldigte stieß dem damals 23-Jährigen die Klinge in den Hals, so haben es die Behörden ermittelt. Demnach wollte der Mann seinen Mitpatienten töten. Den Ermittlern zufolge verlor der junge Mann massiv an Blut – und sein Bewusstsein. Ein Pfleger soll den Behörden zufolge eingeschritten sein, woraufhin der Mann das Messer auf den Boden geworfen habe. Der damals 33-Jährige habe dann in der Station auf das Eintreffen der Polizei gewartet. Wenig später trafen die Beamten ein und nahmen den Mann fest.
Zeitgleich kämpften in der Universitätsklinik, also nur wenige Meter vom Tatort entfernt, Mediziner um das Leben des damals 23-Jährigen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann ohne eine Notoperation verstorben wäre. Der Mann überlebte – wenngleich er von der Attacke gezeichnet ist. Den Behörden zufolge ist er gelähmt und teilweise auf einen Rollstuhl angewiesen.
Mordversuch in Regensburger Klinik? Beschuldigter leidet an psychischer Krankheit
Im Raum steht ein Mordversuch – allerdings leidet der zum Tatzeitpunkt 33 Jahre alte Mann unter einer paranoiden Schizophrenie. Demnach wäre er nicht in der Lage gewesen, das Unrecht seiner Tat einzusehen.
Mithin handelt es sich um ein sogenanntes Sicherungsverfahren, an dessen Ende wohl keine Haftstrafe stehen wird. Die Behörden kündigten an, die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus zu beantragen. Der Mann sei gefährlich für die Allgemeinheit, heißt es weiter.
Im Bezirksklinikum sorgte der Fall seinerzeit für Bestürzung. Das Krankenhaus ist Teil der medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (Medbo). Man sei sehr bewegt, sagte ein Medbo-Sprecher wenige Tage nach dem Vorfall. Man nehme diesen sehr ernst. Grundsätzlich schule man alle Mitarbeiter in der Psychiatrie seit Jahren im Deeskalationsmanagement.
Das Verfahren gegen den Beschuldigten beginnt am heutigen Montag vor dem Landgericht Regensburg. Zu welchem Entschluss die Kammer kommt, soll noch im Mai feststehen. Nach derzeitiger Planung sind fünf Termine festgesetzt – der letzte am 21. Mai.