Mit Geschichte und Zukunft: Mittelschule Dachelhofen feierte 75-jähriges Bestehen

Die Mittelschule Dachelhofen blickt in diesem Jahr auf ihr 75-jähriges Bestehen zurück und damit auf eine lange und traditionsreiche Geschichte in der Bildungslandschaft der Region. Seit ihrer Gründung entwickelte sich die Schule zu einem wichtigen Ort des Lernens, der Gemeinschaft und der persönlichen Entwicklung vieler Generationen von Schülern.
Bei strahlendem Kaiserwetter begrüßte Konrektor Andreas Köppl am Samstag zahlreiche Ehrengäste im Schulinnenhof. Sein Gruß galt unter anderem Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS), der Parlamentarischen Staatssekretärin MdB Martina Englhardt-Kopf (CSU), Pfarrer Eugen Thumann, Stadträten aller Fraktionen, Gästen aus Sokolov, weiteren Schulleitern und Lehrkräften sowie den Schülern. Ebenso begrüßte er die Kooperationspartner Kolping, Nabaltec und ZMS. Sein Dank galt außerdem allen Helfern sowie dem Elternbeirat.
Schulleiter Christian Ernstberger blickte in seiner Ansprache auf die bewegte Geschichte der Schule zurück. Bereits 1930 habe es an diesem Standort eine sogenannte Notschule gegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei durch den Zuzug vieler Vertriebener schnell klar geworden, dass weiterer Schulraum benötigt werde. Auch die enge Verbindung und Partnerschaft nach Tschechien habe dort ihre Wurzeln.
Bereits 1966 war eine Erweiterung nötig
Im August 1949 wurde schließlich der Grundstein gelegt, ehe die Volksschule Dachelhofen bereits im September 1950 eröffnet werden konnte. Die damaligen Baukosten beliefen sich auf rund 220.000 D-Mark – umgerechnet wären das heute etwa drei Millionen Euro. Durch das Wachstum der Gemeinde, insbesondere wegen der Ansiedlung des Bayernwerks und der VAW, stieg die Einwohnerzahl in den Nachkriegsjahren stetig an. Bereits 1966 wurde deshalb eine Erweiterung notwendig.
Mit der Gebietsreform und weiter steigenden Schülerzahlen folgte 1978 ein weiterer Anbau, der laut Ernstberger „bis heute als Neubau bezeichnet wird“. Rund 700 Schüler besuchten im Jahr 1980 die damalige Volksschule Dachelhofen. Doch auch schwierige Zeiten habe die Schule erlebt. Anfang der 2000er Jahre gingen die Schülerzahlen deutlich zurück. 2013 wurde deshalb die Grundschule aufgegeben und die Einrichtung zur reinen Mittelschule umstrukturiert. Zwischenzeitlich sank die Schülerzahl auf rund 250. Seit 2008 bewege man sich jedoch wieder auf einem stabilen Niveau mit rund 300 Schülern in 14 Klassen sowie gut 35 Lehrkräften.
Besonders wichtig sei aber nicht nur die äußere Entwicklung der Schule gewesen, sondern auch der Wandel im Inneren, betonte Ernstberger. Während die Schule in den 1950er Jahren vor allem ein Ort des Lernens gewesen sei, habe sie sich zunehmend zu einem sozialen Mittelpunkt entwickelt – geprägt von unterschiedlichen Kulturen, Menschen und Lebenswegen. „Eine Schule gegen Rassismus und für Toleranz – das ist eine unserer wichtigsten Aufgaben und zugleich ein Aushängeschild unserer Schule“, sagte Ernstberger. Für die Unterstützung in diesem Bereich sprach er auch Martina Englhardt-Kopf seinen Dank aus. Die Schule sei nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch des Miteinanders und der Verantwortung. Zudem würden die Schüler frühzeitig an ehrenamtliches Engagement herangeführt.
Eine Schule gegen Rassismus und für Toleranz – das ist eine unserer wichtigsten Aufgaben und zugleich ein Aushängeschild unserer Schule.Christian Ernstberger, Schulleiter
Martina Englhardt-Kopf gratulierte der Schule zu ihrem Jubiläum und würdigte insbesondere die praxisnahe Ausbildung sowie die Vermittlung wichtiger Werte. Junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen Orientierung für Beruf und Leben zu geben, sei heute wichtiger denn je.

Auch Oberbürgermeister Andreas Feller erinnerte sich an seine eigene Schulzeit in Dachelhofen zurück, bevor er später auf das Gymnasium wechselte. Der Kontakt zur Schule sei jedoch nie abgerissen. Sein Dank galt dem Stadtrat für die Bereitstellung der notwendigen Mittel. Die Schule habe von außen zwar noch den Charme der siebziger Jahre, sei im Inneren jedoch topmodern ausgestattet.
Gleichzeitig sprach Feller auch den demografischen Wandel an. Es gelte, frühzeitig die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. „Es darf kein Leerstand entstehen. Wir müssen handlungsfähig bleiben, um auch künftig das anbieten zu können, was gebraucht wird“, betonte der Oberbürgermeister.
Buntes Programm umrahmte das Fest
Das Jubiläum wurde mit einem bunten und abwechslungsreichen Programm gefeiert. Die Besucher erwartete unter anderem eine musikalische Reise, Tänze, die Vorstellung verschiedener Ehrenämter, Kegeln in der Turnhalle, eine Hüpfburg, ein Soccerfeld, eine Fotobox, Geräusche-Theater, Laserarbeiten aus Holz sowie ein Podcast-Angebot.

Auch die Wasserwacht-Ortsgruppe Schwandorf, die Rettungshundestaffel Schwarzhofen sowie der Musikverein Dachelhofen unter der Leitung von Florian Meierhofer sorgten für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm und musikalische Unterhaltung.