Kein Stellvertreterposten trotz Wahlsiegs: Wenzenbacher SPD geht leer aus

Der Gemeinderat in Wenzenbach traf sich zur konstituierenden Sitzung. Im Zentrum stand dabei die Vereidigung der sechs neuen Gemeinderäte und die Wahl der beiden stellvertretenden Bürgermeister. Vor allem dieser Punkt sollte für Aufsehen sorgen – die SPD stellt als stärkste Kraft keinen Stellvertreter. Die Besetzung der Ausschüsse sowie die Beschlüsse der Geschäftsordnung, der Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts und die Bestellung des ersten Bürgermeisters zum Eheschließungsbeamten standen ebenfalls an.
Bürgermeister Sebastian Koch hatte extra die Amtskette umgelegt, als er die sechs neuen Gemeinderäte, die künftig als Mitglieder des 21-köpfigen Gremiums Verantwortung für die Gemeinde übernehmen, begrüßte. Koch geht in seine dritte Amtsperiode als Bürgermeister, er habe den Gemeinderat stets als kooperatives, engagiertes und verantwortungsbewusstes Gremium erlebt, in dem auch kontrovers und leidenschaftlich diskutiert wird, sagte er. „Aber immer wieder ist es auch ein Gremium, das genau dann zusammensteht, wenn es wirklich darauf ankommt.“
Koch ging weiter auf die wichtigsten Herausforderungen der vergangenen Jahre ein: den Schulneubau, die zusammengebrochene Wärmeversorgung am Roither Berg und das Nahversorgungszentrum. Der Gemeinderat habe sich jeweils geschlossen für die Projekte ausgesprochen, auch wenn es Querelen von außen nicht immer einfach gemacht hätten.
Vielfalt der Mitglieder macht Gemeinderat stark
Weiter ging er auf die Vielfalt im Gemeinderat mit unterschiedlichen Kompetenzen und Meinungen ein. „Diese Vielfalt macht uns stärker. Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Entscheidungen“, sagte Koch und erinnerte daran, dass eine neue Amtszeit auch Veränderungen mit sich bringt. Die Arbeit im Gemeinderat sei immer von Gemeinschaft geprägt gewesen und die soll auch künftig so weitergeführt werden und alle gemeinsam als Team agieren. Mit einem Plädoyer für die Wichtigkeit der Demokratie, deren Wurzeln in der Kommune liegen würden, schloss Koch seine Ausführungen wie folgt: „Ich freue mich auf die kommenden Jahre, auf engagierte Diskussionen, gute Entscheidungen, auch bei finanziell herausfordernden Zeiten.“
Das sind die neuen Gemeinderäte
Als neue Gemeinderatsmitglieder wurden Carola Adlhoch (Freie Wähler), Tanja Adlhoch, (SPD), Emanuel Heinrich (CSU), Günther Glötzl (Freie Wähler), Veronika Koller (SPD) und Manuel Hofstetter (SPD) vereidigt. Mit einstimmigem Beschluss wurde die Zahl der Bürgermeisterstellvertreter auf zwei Ehrenamtliche festgelegt. Andreas Kerscher (Freie Wähler) wurde zum 2. Bürgermeister und Petra Rösch (CSU) zur 3. Bürgermeisterin gewählt. Beide bedankten sich fürs Vertrauen und freuen sich auf eine gute, fraktionsübergreifende und konstruktive Zusammenarbeit, die Wenzenbach nach vorne bringt.
Stellvertreter: Koch erläutert schmerzhafte Entscheidung
Die Vorschläge der beiden Bürgermeisterstellvertreter kamen aus der Fraktion der SPD. Dass kein Sozialdemokrat für einen der Posten nominiert wurde, überrascht, stellt die SPD mit sieben Gemeinderäten und Bürgermeister Koch doch die stärkste Fraktion. Die CSU kommt ebenfalls auf sieben Gemeinderäte, die Freien Wähler auf vier, die Grünen auf zwei.
Die SPD-Fraktion hat sich mehrheitlich dazu durchgerungen, einen Weg der maximalen Kooperation zu gehen.Sebastian Koch, Bürgermeister
Dass die SPD leer ausgeht, sei eine Entscheidung, die schmerzt, sagt Koch im Nachgang. Er erläutert: „Letztlich wären vermutlich auch Posten möglich gewesen, aber die SPD-Fraktion hat sich mehrheitlich dazu durchgerungen, einen Weg der maximalen Kooperation zu gehen und dabei als Wahlsieger und stärkste Kraft auf jegliche Posten zu verzichten, um damit ein konsensfähiges Gesamtpaket zu schnüren.“ Für Außenstehende möge das so wirken, als ob die SPD schlecht verhandelt hätte, aber Zusammenhalt im Gemeinderat sei wichtiger als Parteidenken oder Postenlogik.
Die Zusammensetzungen des Haupt- und Finanzausschusses, Bau- und Umweltausschusses, Rechnungsprüfungsausschusses und Schulbauausschusses wurden ebenso einstimmig beschlossen wie die Mitglieder von Wasserzweckverband, Abwasserzweckverband und dem dazugehörigen Ausschuss.