Zum 19. Mal gibt es das Krankenhaus für Kuscheltiere in Regensburg – Samstag ist Familientag

Von Hanna Broghammer · 8. Mai 2026 um 11:00

Termine beim Arzt sind für viele keine schöne Sache. Besonders gefürchtet ist der Zahnarzt. Bei Kindern sieht das ähnlich aus. Um Ängsten vor Arztbesuchen zu begegnen, ist die Teddyklinik Regensburg im Garten der St.-Hedwig-Klinik wieder offen. Von Donnerstag bis Samstag werden hier die Teddys von Kindern behandelt.

Video ansehen

Das Krankenhaus für Teddys gibt es in Regensburg schon zum 19. Mal. Es findet jedes Sommersemester statt und bietet Kindern die Möglichkeit, spielerisch zu erkennen, dass Arztbesuche „gar nicht so tragisch sind“, erklärt Franziska Siml vom Orga-Team. Für Donnerstag und Freitag konnten sich Kindergärten für den Besuch in der Teddyklinik voranmelden.

Das Angebot wurde von den Kindergärten sehr gut angenommen. Insgesamt 21 Kindergärten kommen. Am Samstag ist dann zwischen 10 und 16 Uhr offener Familientag. Hier können Kinder ganz ohne Voranmeldung mit ihrem Plüschtier vorbeikommen.

Die Untersuchung dauert circa 15 Minuten

Ein Besuch in der Teddyklinik läuft ähnlich wie ein echter Arzttermin ab. Nach der Anmeldung, bei der ein Teddy-Anamnesebogen ausgefüllt wird und das Tier einmal gemessen und gewogen wird, geht es erst einmal ins Wartezimmer. Denn obwohl 180 freiwillige Studenten aus der Human-, Zahn-, Molekularmedizin und der Pharmazie helfen, kann es zu kurzen Wartezeiten kommen. Natürlich ist das Wartezimmer kindgerecht gestaltet. Danach wird jedes Kind samt Kuscheltier von einem Teddydoc abgeholt.

Die Untersuchung des Teddys dauert circa 15 Minuten, Kuscheltiere mit schweren Verletzungen können sogar operiert werden. Und auch eine Zahnarzt-Station gibt es. Sogar ein CT ist möglich. Außerdem werden die Teddys geimpft und bekommen einen Impfpass. Die Geräte hierfür wurden von den Freiwilligen mit vielen Details selbst gebastelt. Den Abschluss der Behandlung bildet die Apotheke, wo Tabletten wie M&Ms oder Gummibärchen ausgegeben werden. Zusätzlich kann noch eine Salbe angemischt werden. Grundsätzlich gilt bei jeder Behandlung, dass der Teddy gesund wird. So soll das Erlebnis positiv besetzt werden.

Einen Krankenwagen für die Kuscheltiere ist auch vorhanden. - Foto: Hanna Broghammer

Die Zahnmedizin-Studentin Siml erzählt, dass die Kinder im Laufe der Behandlung immer mehr auftauen. Am Konzept begeistert sie, dass „es etwas bringt“. Auch die Kreativität in den Geschichten der Kinder sei immer schön zu sehen. Im vergangenen Jahr war sie das erste Mal freiwillige Helferin, seit diesem Jahr ist sie im Organisationsteam. Und auch in Zukunft will sie sich in der Teddyklinik engagieren: „Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei.“

Große Nachfrage kann nicht gedeckt werden

Um bei der Teddyklinik als Teddydoc helfen zu können, muss jeder Freiwillige ein Seminar, die sogenannte Teddyatrie, besuchen. Für die Behandlung der Kuscheltiere macht das Studienfach dann keinen Unterschied. Die Zahnmedizin-Studenten stehen genauso im OP wie die Humanmedizin-Studenten. Lediglich die Apotheke wird ausschließlich von den Pharmazie-Studenten betreut.

Trotz des großen Teams an freiwilligen Helfern kann die existierende Nachfrage in den drei Tagen nicht gedeckt werden. Daniel Joseph Paul, Leiter der Teddyklinik, organisiert das Krankenhaus für Kuscheltiere im zweiten Jahr, war davor auch schon als Teddydoc dabei. Er meint: „Wir könnten auch die ganze Woche Teddyklinik machen.“

Das CT wurde von den Studenten selbst gebastelt. - Foto: Hanna Broghammer