Weiter Sorge um Arbeitsplätze in Neustadt – IG Metall legt Produktion lahm

Von Jochen Dannenberg · 7. Mai 2026 um 14:22

Die Lage beim Autozulieferer Mahle spitzt sich zu. Wieder hatte die IG Metall zu einem Warnstreik aufgerufen. Für vier Stunden legten die Mitarbeiter am Donnerstag die Arbeit nieder. Die Belegschaft will damit den Druck auf die Unternehmensleitung erhöhen, um die Zukunft des Standortes Neustadt a.d. Donau zu sichern.

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Vorausgegangen war dem vierstündigen Warnstreik am Donnerstag eine Betriebsversammlung. Ein Thema war in der Versammlung der befürchtete Stellenabbau beim Neustädter Autozulieferer. Die Arbeitnehmervertreter hatten bisher ergebnislos versucht, mit der Arbeitgeberseite einen Vorsitzenden für eine Einigungsstelle im Rahmen eines Sozialplans zu bestellen.

„Diesem Ansinnen hat der Arbeitgeber widersprochen“, sagte Peter Meier, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender am Standort Neustadt. Die Folge: „Wir müssen warten, bis eine Entscheidung über den Widerspruch vorliegt.“ Nach weiteren Themen in der rund zweistündigen Versammlung legten die Mitarbeiter des Autozulieferers die Arbeit nieder und zogen vors Werkstor.

Die Vertreter der IG Metall zogen nach der inzwischen dritten Verhandlungsrunde zur Zukunft des Mahle-Standorts Neustadt eine ernüchternde Bilanz. „Der Arbeitgeber hat am 6. Mai weder Zusagen zur Zukunft des Standorts gemacht noch Lösungsvorschläge für die angespannte Situation vorgelegt“, sagte Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. „Auch nach intensiven Gesprächen ist keinerlei Bewegung oder ernsthafter Wille erkennbar, gemeinsam zu einer Lösung zu kommen.“

Vier Stunden lang die Arbeit niedergelegt

Vor diesem Hintergrund hat die IG Metall den Druck auf den Arbeitgeber deutlich erhöht. Am Donnerstag legten die Beschäftigten für vier Stunden die Arbeit nieder. Die Warnstreiks führten zu einem Stillstand der Produktion.

Besonders enttäuschend aus Sicht der IG Metall ist, so Rico Irmischer weiter: „Bereits in der zweiten Verhandlungsrunde hatte die Gewerkschaft detailliert dargelegt, wie der Standort Neustadt wettbewerbsfähig aufgestellt werden kann – auch im Vergleich zum Werk in Senica (Slowakei). Statt diese Vorschläge aufzugreifen oder weiterzuentwickeln, blieb der Arbeitgeber konkrete Antworten schuldig“, teilt Rico Irmischer mit. Einen neuen Verhandlungstermin gebe es bislang nicht.

Die IG Metall hat inzwischen deutliche Zweifel nicht nur an der Kooperationsbereitschaft des Arbeitgebers, sondern auch an dessen Bereitschaft an einer Zukunftssicherung des Standorts. „Wir haben dem Arbeitgeber sehr konkret aufgezeigt, wie Neustadt eine Zukunft haben kann – wirtschaftlich, realistisch und wettbewerbsfähig“, erklärte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg. „Dass darauf keine ernsthafte Reaktion folgt, ist ein fatales Signal. Wer nach drei Verhandlungsrunden keine Zusagen macht und keine Lösungen anbietet, der zeigt sehr deutlich, dass er offenbar kein echtes Interesse an der Zukunft dieses Standorts hat.“

Die Warnstreiks am Donnerstag dieser Woche sind für die Gewerkschaft eine notwendige Konsequenz aus dem bisherigen Verhandlungsverlauf. Ziel sei es, „den Arbeitgeber endlich zu verbindlichen Aussagen zu bewegen und deutlich zu machen, dass die Beschäftigten nicht bereit sind, weitere Hinhaltetaktiken hinzunehmen“.

„Zukunft von hunderten Arbeitsplätzen“

„Wir reden hier nicht über abstrakte Dinge, sondern konkret über die Zukunft von hunderten Arbeitsplätzen und ihren Familien“, betont Christian Neumeier, Betriebsratsvorsitzender bei Mahle in Neustadt und Mitglied der Verhandlungskommission. „Die Beschäftigten haben heute eindrucksvoll gezeigt, dass sie geschlossen hinter den Forderungen der IG Metall stehen. Wenn der Arbeitgeber weiter blockiert, wird der Druck weiter steigen.“

Aus der Mahle-Konzernzentrale wurde dazu mitgeteilt, dass man die aktuellen Entwicklungen am Standort nicht kommentieren wolle.