Benzin und Diesel im Visier: Auch in Regensburg gehen Sprit-Diebe um – Das rät die Polizei

Von Philip Hell · 7. Mai 2026 um 07:00

Rund zwei Euro kostete der Liter Diesel oder Benzin am Mittwoch an den Tankstellen in Regensburg: trotz Tankrabatt bleiben die Preise für Kraftstoff hoch. Damit bleibt der Sprit auch im Visier von Dieben. Die Polizei warnt vor Langfingern, Speditionen nehmen sich in Acht – und ein Tankstellenbetreiber erzählt von einem Staatsanwalt, der bei ihm schon mal die Zapf-Zeche geprellt hat.

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Video Stand Juli 2024

Die Diesel-Diebe haben insbesondere Lastwagen und Baumaschinen im Visier. Das wird deutlich, wenn man Polizeiberichte aus den vergangenen Wochen durchforstet. Ende März gab es etwa entlang der B8 im Landkreis Regensburg binnen weniger Stunden gleich zwei Fälle. Einmal wurden 600 Liter Diesel aus einem abgestellten Laster entwendet. Beim anderen Mal berichteten die Beamten von einem niedrigen vierstelligen Schadensbetrag. In Bernhardswald machten sich Unbekannte Ende März an einem Schaufelbagger zu schaffen. Sie kamen vermutlich in der Nacht und zapften Diesel im Wert von etwa 2000 Euro ab.

Hat Donald Trump also mit seinem Angriff auf den Iran – neben vielen anderen – auch ein Diesel-Diebstahl-Problem verursacht? Corinna Wild, Pressesprecherin am Polizeipräsidium Oberpfalz, sagt, dass seit Beginn des Jahres ein „leichter Anstieg der Delikte“ in diesem Bereich zu verzeichnen seien. Aber: „Im Vergleich zum Jahr 2024 befinden sich die Fallzahlen jedoch auf gleichem Niveau.“ Vorsorglich habe man allerdings eine Reihe von Empfehlungen herausgegeben, um es den Langfingern möglichst schwer zu machen.

„Ziel solcher Diebstähle können insbesondere Speditionen, landwirtschaftliche Betriebe, Baufirmen sowie Betreiber von Sand- und Kiesgruben sein. Insgesamt ungesicherte Dieselvorräte auf Betriebsgeländen oder aber auch abgestellt Lastwagen, beispielsweise während der Ruhepause des Fahrers, können ins Visier geraten.“ Mehrere hundert Liter Diesel ließen sich innerhalb kurzer Zeit und nahezu geräuschlos aus Tanks oder Vorratsbehältern abzapfen und anschließend mit Transportern oder Autos abtransportieren, schreibt die Polizei.

Trotz Tankrabatt: Diesel- und Benzinpreise in Regensburg hoch – Polizei gibt Tipps gegen Diebe

Die Beamten raten daher dazu, Tanks und Dieselbehälter zu sichern, Betriebsgelände ausreichend zu beleuchten, Zufahrten zu kontrollieren oder abzusperren, Diesel nicht frei zugänglich zu lagern und aufmerksam zu sein.

Wer sich bei Spediteuren in und um Regensburg umhört, trifft dabei meist auf Unternehmer, die sich lieber nicht zum Thema äußern wollen. Heinrich Weigert von der Spedition Seitz bestätigt, dass Diebstähle die Branche derzeit umtreiben. Auch die Firma, für die er arbeitet, habe es schon getroffen, allerdings glücklicherweise nicht in den vergangenen Wochen. „Wir haben die Fahrer für das Thema sensibilisiert“, sagt Weigert. Man habe sie darauf hingewiesen, ihre Laster nur dort abzustellen, wo es sicher scheint. Maximale Sicherheit biete das allerdings auch nicht, sagt Weigert. Schließlich habe er schon Fälle erlebt, in denen Fahrern Diesel abgepumpt wurde, während sie im Lastwagen schliefen.

Hoher Preis für Diesel belastet Regensburger Spedition

Die Diebstähle seien natürlich ärgerlich, sagt Weigert. Das eigentlich größere Probleme sei allerdings freilich der Preis für Diesel. Der sei nun mal essentiell für ein Unternehmen wie das, für das er arbeitet. „Als kleinere oder mittlere Spedition bist du in einem brutalen Konkurrenzkampf.“ Da sei der Dieselpreis mit ein entscheidender Faktor, um zu bestehen.

Auch für viele Menschen, die derzeit an der Lanzinger Tanke im Regensburger Norden tanken ist der Dieselpreis ein Faktor – zumeist für gedämpfte Stimmung. Wie ist das eigentlich an so einer Tankstelle, steigert da gerade manch einer den Tankrabatt noch ein klein wenig, in dem er einfach so wegfährt? Nein, sagt Chef Markus Lanzinger. „Vereinzelt kommt es schon mal vor, es ist aber kein Massenphänomen.“ Das liege auch daran, dass seine Kasse so platziert sei, dass man alles gut im Blick hat. Und wenn es mal passiert, dann hat Lanzinger ja noch eine Kamera. So habe er bislang so gut wie jeden Fall aufdecken können.

An Tankstelle in Regensburg: Nicht jeder Diebstahl von Benzin und Diesel geschieht absichtlich

Dabei sei so mancher Dieb nicht nur dreist sondern auch ziemlich dämlich. Einer habe zum Beispiel mal getankt, sei ohne zu zahlen weggefahren – und kam nach drei Wochen wieder. „Der hatte ein markantes Auto, den haben wir sofort wieder erkannt.“ Dabei sei es meist ein Versehen, wenn jemand nicht bezahlt, sagt Lanzinger. „Die Leute sind abgelenkt, spielen vielleicht am Handy.“ Davor ist nicht einmal ein Staatsanwalt gefeit, erinnert sich der Tankstellen-Betreiber. Der tankte und fuhr weg – ohne zu zahlen. Er habe die Polizei angerufen, sagt Lanzinger. Da kam der Jurist schon wieder zur Tür rein und gestand seinen Faux-pas. Auf eine Anzeige habe er freilich verzichtet. „Wir sind da nicht nachtragend.“