Schildbürgerstreich in Regensburg: Stadt hängt Anti-Radl-Raser-Schild in der Altstadt ab

Von Philip Hell · 5. Mai 2026 um 20:00

Zwischen Cafés, Kreativen und Touristenströmen ist die Brückstraße in Regensburg so etwas wie die Lebensader der Regensburger Altstadt – doch ausgerechnet hier sorgt ein mysteriöses Schild für Wirbel. Es sollte Radfahrer zum Langsamfahren bewegen, hing plötzlich da und war kurz darauf wieder verschwunden. Wer hat es aufgestellt – und warum musste es weg? Die Antwort ist typisch deutsch. Eine Kolumne aus unserer täglichen Reihe „Rengschburg mit allem“.

Wäre Regensburg ein Körper, wäre die Altstadt ein Herz. Und die Brückstraße, die wäre die Hauptschlagader. Hier wohnen Kreative, hier wird Kaffee in schicken Cafés serviert und hier drängen sich, umwabert vom Duft der Wurstkuchl, die Touristen in Richtung Steinerne.

Radfahrer in Regensburg: Drahteselreiter sorgen bei Touristen in der Altstadt für Furcht und Schrecken

Die Straße hat auch für die Regensburger einen Nutzen. Sie ist der Haupteingang zur Altstadt, insbesondere für Radlfahrer. So mancher Drahteselreiter schießt in einem Affentempo durch. Der Kaffee in den Cafés wackelt, die Kreativen müssen Obacht geben, wenn sie vor die Türen treten – und so mancher Tourist wird mit Grauen at home in America von diesen Gefährten berichten, die in Ratisbona für Furcht und Schrecken sorgen.

Irgendwer ist nun jedenfalls vor einigen Tagen auf die Idee gekommen, ein Schild aufzuhängen, das die Radler darum bittet, langsam zu fahren. War das etwa die Stadt? Immerhin arbeiten die gerade an der Verkehrsberuhigung. Wir fragen nach. Eine Sprecherin verneint.

Tags drauf ist das Schild verschwunden. Was ist da los? Na ja, Deutschland. Eine Stadtsprecherin teilt mit: „Grundsätzlich dürfen Schilder, die zu einem bestimmten Verkehrsverhalten auffordern, nur von den Straßenverkehrsbehörden in Form von Verkehrszeichen aufgestellt werden. Daher wurde das Schild an der Brückstraße abgenommen.“ Entschuldigung an den Schild-Aufhänger! Das war keine Absicht. Und an die Radler: Immer schön langsam, gell.