Wissing: Bürgerinitiative sagt „Nein“ zum Windpark Wasserstein

Rund um Wasserstein sollen sieben bis zehn Windenergieanlagen im Rahmen des Bauvorhabens „Windpark Wasserstein“ errichtet werden. Dagegen sammelt eine Bürgerinitiative aus Wissing nun Unterschriften.
„Wenn wir jetzt schweigen, wird alles Realität.“ Mit diesem Aufruf startete jüngst die Bürgerinitiative „Nein zum Windpark Wasserstein“ eine Aktion gegen geplante Windräder. Rund 200 Bürger aus dem Gemeindebereich Seubersdorf, Breitenbrunn und Berching kamen am Sonntag zu der Aktion in das Dorfhaus , wie der Sprecher der Bürgerinitiative Jakob Hoier sagte.
Wie bereits berichtet, sollen rund um Wasserstein sieben bis zehn Windenergieanlagen im Rahmen des Bauvorhabens „Windpark Wasserstein“ errichtet werden.
Zu wenige Informationen von den Planern erhalten?
„Das Gebiet ist nach unserer Einschätzung ökologisch, landschaftlich und kulturhistorisch besonders sensibel“, stellte Hoier fest, bevor Michael Kühnlein mit einer Präsentation startete und dabei betonte, dass man von Seiten des Planers bei der Infoveranstaltung Ende April in Ittelhofen auch zu wenig Informationen bekommen habe. „Das Landschaftsbild mit bis zu zehn Windrädern rund um den Petersberg wird sehr leiden“, sagte Kühnlein, und dabei habe die Ortschaft Waldkirchen, die auf dem Petersberg liegt, erst 2024 im Bezirksentscheid von „Unser Dorf hat Zukunft“ die Goldmedaille gewonnen.
Ziel der Bürgerinitiative sei es daher, sich für den Erhalt des Gebietes rund um Wasserstein einzusetzen und gegenüber dem Landkreis Neumarkt sowie den zuständigen Stellen anzuregen, den vorgesehenen Standort aufzugeben und von einer Errichtung der geplanten Windenergieanlagen in diesem Gebiet abzusehen.
„Wir müssen mit einer dauerhaften Veränderung leben“, so Hoier, der zudem befürchtet, dass es nicht bei sieben oder zehn Anlagen bleibe.
Hoier und Kühnlein präsentierten nicht nur Argumente, die die Natur, die Tierwelt und das Karstgebiet betreffen, sondern zeigten mittels Daten und dem BayernAtlas auch Bilder, die den Anblick mit den Windrädern darstellten.
„Der Maßstab stimmt“, betonte Kühnlein, und die Aussicht betreffe nicht nur die Bürger aus Staufersbuch, Ittelhofen, Wissing, Waldkirchen, Freihausen, Gimpertshausen, Dürn und Kemnathen, sondern jeden Bürger, der zum Beispiel zur Wallfahrtskirche auf den Petersberg pilgere. „Oder zum Eisessen durch das Heutal nach Breitenbrunn fährt“, ergänzte Hoier.
Mittels BayernAtlas wurde zudem der Schattenwurf durch das Heutal simuliert. Auf einem weiteren Simulationsbild mit dem Hinweis „Wallfahrtskirche im Windpark“ wurden die Höhe der Wallfahrtskirche Petersberg mit 42 Metern und das geplante Windrad mit 261 Metern dargestellt.
Bürgerinitiative wolle vor allem informieren
Es sei noch nicht zu spät, so die Moderatoren, die sich auf Beratungsgespräche mit einem Fachanwalt berufen. Abschließend war es Kühnlein auch wichtig zu betonen, dass man mit der Initiative keine Feindschaften, etwa gegenüber Grundstücksbesitzern, die schon einen Vertrag zur Nutzung unterschrieben haben, wolle. Vielmehr gehe es darum, die Bürger zu informieren.
Man habe auch nichts gegen erneuerbare Energien, aber 65 Anlagen im Landkreis Neumarkt gegenüber dem Landkreis Regensburg mit zwölf, dem Landkreis Cham mit einer und dem Landkreis Kelheim mit drei Anlagen würden doch reichen. „Wenn die Münchner mehr Strom brauchen, dann soll auch in München ein Windpark gebaut werden“, so Hoier abschließend.
Innerhalb einer Stunde unterstützten knapp 200 Bürger die Initiative mit ihrer Unterschrift. Zugleich wurden weitere Unterschriftenlisten an Kontaktpersonen für die Dörfer ausgegeben, und bis zum 17. Mai liegen in den Pfarrkirchen Waldkirchen, Wissing und Breitenbrunn Listen aus. Unterschreiben können ausschließlich wahlberechtigte Personen mit Hauptwohnsitz im Landkreis Neumarkt.
Weitere Informationen können per Mail unter bi.wasserstein@gmail.com angefordert werden.