Neues MRT in Parsberg – Weltneuheit verbessert Diagnostik und Komfort für Patienten

Von Markus Rath · 5. Mai 2026 um 17:20

Aus der Ferne wirkt es, als würde eine überdimensionale Klopapierrolle von der Ladefläche eines Lastwagens per Kran ins Haus der Gesundheit in Parsberg im Landkreis Neumarkt gehoben. Dahinter steckt jedoch modernste Medizintechnik und ein deutlicher Ausbau der Versorgung vor Ort.

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Denn das weiße Ding, das neben der Außenwand des Gebäudes am Haken hängt, hat natürlich mit einer Klopapierrolle, abgesehen von der Form, wenig gemein. In Wirklichkeit handelt es sich um den gigantischen Magneten eines Magnetresonanztomographen – kurz MRT oder auch Kernspintomograph genannt. Und zwar nicht um irgendeinen, sondern quasi den besten, der weltweit aktuell angeboten wird.

„Der Magnet wird wie zuvor schon alle Zubehörteile wie die Patientenauflage mit einen Kran, der bis zu sechs Tonnen tragen kann, vom Lkw auf ein Schwerlastgerüst gehoben“, berichtet Manfred Hofstetter, Projektmanager von Siemens Healthineers. Danach wird er durch eine Öffnung in der Gebäudefassade an seinen Platz gerollt.

Parsberg liegt damit in Bayern an der Spitze

„Parsberg ist in Bayern eine der ersten Praxen, an die dieses MRT ausgeliefert wird. Wer das Gerät heute bestellen würde, müsste rund zwei Jahre darauf warten, so groß ist die Nachfrage“, sagt Dr. Andreas Kämena, Seniorpartner des „Diagnostischen Radiologiezentrums (DRZ) – Die Radiologen“. Es sei quasi eine Weltneuheit, brauche viel weniger Helium als Kühlmittel und viel weniger Energie als ältere Geräte.

Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer freut sich darüber, dass die Radiologen Dr. Andreas Kämena, Dr. Bernhard Butz und Dr. Timmo Noisternig (von links) ihren Praxisstandort im Haus der Gesundheit in Parsberg mit einer Weltneuheit ausstatten. - Foto: Markus Rath

Gleichzeitig bringt das neue MRT aber vor allem große Vorteile für die Patienten. Durch den größeren Röhrendurchmesser von 70 Zentimetern sei die Untersuchung für die Patienten deutlich komfortabler. Zudem sei das neue MRT viel schneller und besser als das bisher in Parsberg genutzte Gerät. „Wir können damit praktisch alle Untersuchungen machen. Von Kopf bis Fuß, mit hervorragender Bildqualität“, sagt Kämena und berichtet, dass auch das Praxisambiente von der aktuellen Investition profitiert.

Neue Fensterfront bringt Tageslicht in den Untersuchungsraum

„Wir werden die Einbringungsöffnung, die bisher nur von außen wie ein Fenster wirkte, nun wirklich in eine große Fensterfront umwandeln.“ Damit bekomme die Praxis auch im Untersuchungsraum Tageslicht. Kämena ist überzeugt, dass das vor allem Patienten hilft, die eh schon Angst vor der Untersuchung in der engen Röhre haben.

Der Kranführer hebt den Magneten aus dem Lastwagen auf das Schwerlastgerüst. - Foto: Markus Rath

Während der Kran den 2,5 Tonnen schweren Koloss sachte auf das Schwerlastgerüst hebt, erzählt der Arzt, warum ausgerechnet am Standort Parsberg schon kurz nach seiner Inbetriebnahme 2023 mit einer Investitionssumme von rund 1,3 Millionen Euro richtig Geld in die Hand genommen wird. „Wir waren zum Start mit der Investition etwas vorsichtig“, berichtet Kämena. „Wir wussten ja nicht, wie der neue Standort angenommen wird.“

Projektmanager Manfred Hofstetter von Siemens Healthieers erklärt, wie der Magnet ins Gebäude kommen soll. - Foto: Markus Rath

Dann hätten aber mehrere Gründe zu einem Kurswechsel geführt. „Mit dem alten MRT waren wir etwas eingeschränkt. Es gab einige Untersuchungen, die wir nicht machen konnten“, sagt Kämena. Obwohl es auch ein neues und modernes Gerät war, habe es einige Wünsche der Ärzte nicht erfüllt.

Standort Parsberg kommt bei den Patienten gut an

Gleichzeitig sei der Standort Parsberg enorm gut von den Patienten angenommen worden. „Auch die Ärzte in der Region haben nach weitergehenden Untersuchungen gefragt.“ Deshalb habe die Gemeinschaftspraxis beschlossen, technisch einige Stufen nach oben zu gehen. Denn die Entscheidung für das neue Gerät ist auch eine strategische. Die Nachfrage nach radiologischen Untersuchungen wächst, gleichzeitig verändern sich Strukturen in der Region. Andere Standorte bauen Kapazitäten ab – Parsberg geht bewusst den entgegengesetzten Weg. Ziel ist es, ein Zentrum für hochwertige Diagnostik zu schaffen.

Arbeitsstart: Unter den Augen von Dr. Andreas Kämena beginnen die Siemensmitarbeiter mit dem Ausladen. - Foto: Markus Rath

Die Radiologen vom DRZ hätten sich dafür entschieden, an allen Standorten auf Qualität zu setzen. So habe man zum Beispiel in Regensburg eines der besten CT-Geräte der ganzen Region. „Das ist unsere Praxisphilosophie. Wir wollen im Sinne der Patienten die oberste Qualität liefern und nicht auf Massendurchsatz in Billigqualität setzen“, sagt Kämena und ist davon überzeugt, mit diesem Ansatz auch die besten Ärzte in die Praxis zu locken.

Vom Schwerlastgerüst wird der Magnet ins Gebäude gerollt. - Foto: Markus Rath

Dabei spielt nicht nur die Technik eine Rolle, sondern auch das Team. Moderne Geräte seien ein wichtiger Faktor, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. „Wenn ein Radiologe arbeitet und sich den ganzen Tag über Bilder anschaut, dann macht es mit einem Gerät, das wirklich das modernste Gerät der Welt ist, total Spaß zu arbeiten“, ist Kämena überzeugt.

Auch politisch wird die Investition begrüßt. „Ich freue mich natürlich riesig. Dieser Tag ist ein besonderes Ereignis für unser Haus der Gesundheit“, sagt Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer. Die Radiologen würden mit einer Neuheit bestückt. Dies habe eine große Bedeutung für Parsberg und die ganze Region.