Nach neun Monaten Dreck und Lärm: Altenheim in Waldmünchen ist wieder modern

Die Zeiten von Lärm und Schmutz gehören der Vergangenheit an: Nach rund neun Monaten Bauzeit sind die Sanierungsarbeiten im BRK-Senioren-Wohn- und Pflegeheim Waldmünchen beendet. Etwa 750 000 Euro hat der Kreisverband des Roten Kreuzes im Breitenwiesweg investiert, um den sogenannten Zwischenbau, der den alten mit dem neuen Gebäudeteil verbindet, umzugestalten und mit Bädern auszustatten.
Weitere 110 000 Euro flossen in eine neue Rufanlage in den Bewohner-Zimmern. Außerdem investierte der Sozialverband 88 000 Euro in den Personaltrakt, der nach dem Umbau über drei Appartements verfügt. 30 000 Euro waren für die Dachdämmung erforderlich, 82 000 Euro für die Erweiterung der Photovoltaik-Anlage. Die Arbeiten fanden von Ende März 2025 bis kurz vor Weihnachten statt und gingen im laufenden Betrieb über die Bühne.
Unter dem Strich hob Heimleiter Stefan Paa sein Haus mit mehr als einer Million Euro auf den neuesten bautechnischen Stand. Der zum Jahreswechsel vollendete Bauabschnitt war der vierte und letzte eines vor rund 15 Jahren auf den Weg gebrachten Modernisierungskonzepts.
Zellner: Neue Qualität zeigt Respekt für die Bewohner
„Er erhöht im Gesamtbild noch einmal die Qualität und ist ein Zeichen für den Respekt, den wir als BRK unserer älteren Generation entgegenbringen. Das sind wir unseren Menschen schuldig“, betonte Kreisvorsitzender Theo Zellner bei einem Rundgang. Das Altenheim bezeichnete der Altlandrat als „eine tragende Säule“ des BRK-Kreisverbands. Seit der Eröffnung vor mehr als 50 Jahren hätten die Verantwortlichen eine Erfolgsgeschichte geschrieben.

Zellner bedankte sich bei den 13 beteiligten Firmen, die ihren Sitz in der Region haben, „für die perfekten Abläufe“ – genauso wie bei den Rot-Kreuz-Mitarbeitern und den Bewohnern für ihre Geduld. Die Angehörigen hätten ebenso viel Verständnis aufgebracht.
„Ein solches Vorhaben im Vollbetrieb zu realisieren, ist noch einmal eine andere Herausforderung“, zollte er Stefan Paa und Architektin Yvonne Schrattenthaler seinen Respekt. Ihr Zusammenspiel habe offensichtlich hervorragend funktioniert. Bei all dem hätten die beiden auch die Kosten „voll im Griff gehabt“.
Die Planerin äußerte ein Extralob für Paas Mannschaft. Speziell im Personaltrakt seien durch die zuständigen Hausmeister „wahnsinnig viele Eigenleistungen“ erbracht worden – vom Trockenbau über das Fliesen bis hin zum Verlegen des Fußbodens. „Mit dem Team, das das BRK hier vor Ort hat, hat sich super zusammenarbeiten lassen“, hielt Schrattenthaler fest.
Mit einem gewissen Stolz bilanzierte sie nicht zuletzt die Arbeiten an der Dachbodendämmung, die zum Jahresende „noch schnell“ eingebracht worden sei, „um auf der energetischen Seite einen Schritt weiterzukommen“. Nach einer ersten Kostenschätzung von 82 000 Euro brutto und einer kurzfristigen Umplanung sei das Vorhaben über eine Einblasdämmung bewerkstelligt worden. „Dadurch sind wir bei den Kosten deutlich nach unten gekommen und am Ende bei brutto 32 000 Euro gelandet“, freute sie sich.
Ein solches Vorhaben im Vollbetrieb zu realisieren, ist noch einmal eine andere Herausforderung.Stefan Paa, Heimleiter
Stefan Paa erinnerte an den „sportlichen Zeitplan“ und das von Anfang an ausgegebene Ziel, bis zum Weihnachtsfest mit allen Teilprojekten fertig zu sein. Dass dies geklappt habe, sei in besonderer Weise dem Personal zu verdanken. Alle Beteiligten hätten eine Glanzleistung erbracht – von den Handwerkern bis hin zur Hauswirtschaft, deren Beschäftigte während der Bauzeit jeden Tag eine Grundreinigung vorgenommen hätten, „um die Verschleppung von Staub und Schmutz so gering wie möglich zu halten“.
Ein ungewöhnlicher Dank an Bauarbeiter für Ruhepausen
BRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner verlieh seiner Zufriedenheit darüber Ausdruck, dass mit dem Jahreswechsel 2025/2026 ein Haken an die vor rund 15 Jahren angestoßenen Sanierungspläne gesetzt werden konnten. „Es freut mich für die Mitarbeiter und die Bewohner, dass die Einrichtung fit für die Zukunft ist und wieder Ruhe einkehrt“, hob er hervor.
Pflegedienstleiterin Ramona Weingärtner zog ebenfalls ihren Hut vor den Baufirmen. Deren Mitarbeiter hätten während der lärmintensiven Abbruchzeit – das BRK opferte für die Sanierung des Zwischenbaus auf den vier Etagen jeweils zwei Zimmer, um Platz für Bäder schaffen zu können – sogar noch penibel die Mittagsruhe eingehalten. Den Senioren sei so immer wieder Ruhe im Handwerker-Alltag gegönnt gewesen.
„Ich denke, unsere Bewohner und Mitarbeiter haben das Ganze größtenteils mit Humor genommen – auch wenn sich am Ende alle darüber gefreut haben, dass wir fertig waren“, erklärte Weingärtner, die auf einen „wichtigen, zusätzlichen Aspekt“ hinwies. Mit der Sanierung seien nicht nur „supertolle Zimmer“ entstanden, sondern auch „besondere Arbeitsplätze für unsere Leute“.