Nach Explosion bei Eckart in Wackersdorf: Zerstörter „Atomizer“ steht bald wieder

Gute Nachrichten aus der Wackersdorfer Industrie (Landkreis Schwandorf): Nach der folgenschweren Verpuffung im Juli 2024 arbeitet die Firma Eckart intensiv an der Erneuerung der damals stark beschädigten Anlage „Atomizer“. Der Wiederaufbau liegt im Zeitplan, noch heuer ist mit einer Inbetriebnahme zu rechnen. Derweil gibt es auch eine abschließende Erkenntnis zur Ursache des Unglücks.
Es war ein Vorfall, der weit über die Landkreisgrenzen für Schlagzeilen gesorgt hatte. Am 20. Juli 2024 kam es auf dem Firmengelände des Chemieunternehmens Eckart zu einem Großbrand. Aluminiumgrieß, der in einer Anlage mit dem Namen „Atomizer“ verarbeitet wurde, hatte nach einer Verpuffung Feuer gefangen. Etwa 150 Rettungskräfte umliegender Feuerwehren eilten ins Wackersdorfer Industriegebiet-Nord.
Als die Feuerwehr den ersten Löschangriff startete, kam es zu einer Detonation in einem rund 25 Meter hohen Turm. Laut den Einsatzkräften vor Ort wurde Aluminiumstaub aufgewirbelt. Dieser ist brennbar und in der Luft fliegend explosionsfähig. Teile der Anlage wurden durch die Explosion abgesprengt und aufs Werksgelände geschleudert. Glücklicherweise konnten die 22 Firmenmitarbeiter, die zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Betriebsgelände waren, rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Verletzt wurde niemand.
Atomizer ist für die Produktion am Eckart-Standort in Wackersdorf essenziell
Doch die entstandenen Schäden an der Anlage waren enorm. Lange war nicht klar, ob und wann diese wieder in Betrieb genommen werden kann. Für das Unternehmen glich der Vorfall einer Katastrophe. Denn der Atomizer ist für die Produktion am Eckart-Standort in Wackersdorf essenziell. Hier werden Vorprodukte für Aluminium-Pigmente hergestellt.
Generell ist die Produktion in Wackersdorf ein zentraler Baustein im internationalen Standortnetzwerk, wie es Unternehmenssprecher Horst Winter seinerzeit formulierte. Der Konzern mit Hauptsitz im mittelfränkischen Hartenstein hat zwei weitere Werke in Deutschland: in Wackersdorf und in Bitterfeld (Sachsen-Anhalt). Aber auch in einigen europäischen Ländern, Amerika und Asien gibt es Niederlassungen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen etwa 2000 Mitarbeiter.
Inbetriebnahme ist in ein paar Monaten geplant
Einige Monate nach dem Unglück ließ Eckart mit einer Nachricht aufhorchen: Die zerstörte Anlage in Wackersdorf soll wieder aufgebaut werden. Im August 2025 wurde mit den Arbeiten begonnen. Und mittlerweile ist das Projekt weit fortgeschritten, wie Eckart-Sprecher Winter nun auf Nachfrage der MZ schildert. Die Gebäudehülle sei nahezu fertiggestellt. Die Installation der Hauptaggregate inklusive der dazugehörigen Hauptrohrleitungen stehe ebenfalls kurz vor dem Abschluss.

Im weiteren Verlauf werden die Versorgungsleitungen innerhalb der Anlage installiert. Dann beginnt die Elektromontage. „Aktuell liegt der Wiederaufbau im Zeitplan. Die Inbetriebnahme ist im 3. Quartal 2026 geplant“, sagt Winter. Die Investitionen lägen im „oberen einstelligen Millionenbereich“.
Wir gehen davon aus, dass der Unfall auf eine unglückliche Verkettung verschiedener Einflussfaktoren zurückzuführen sein dürfte.Horst Winter, Sprecher der Firma Eckart
Unterdessen gibt es auch Neuigkeiten zur Brandursache. Man habe intensiv nach den Gründen geforscht und eng mit Behörden und Gutachtern zusammengearbeitet, heißt es. „Wir gehen davon aus, dass der Unfall auf eine unglückliche Verkettung verschiedener Einflussfaktoren zurückzuführen sein dürfte“, so Winter. Am Tag des Unglücks sei die Anlage regelkonform gelaufen. Menschliches Versagen konnte ausgeschlossen werden.