Mehrere Explosionen bei Chemiefirma in Wackersdorf: So lief der Großeinsatz ab

Von Max Schmid · 20. Juli 2024 um 17:30

Auf dem Gelände der Eckart-Werke an der Boschstraße in Industriegebiet Wackersdorf (Landkreis Schwandorf) ist es am Samstagvormittag nach einer Staubexplosion zu einem Folgebrand mit ungeheuren Ausmaßen gekommen.

Das Unternehmen stellt Aluminiumpulver her. Durch die Wucht der ersten Detonation wurden mehrere umliegende Gebäude um einen brennenden Siloturm stark beschädigt. Hinter dem Betriebsgelände Richtung Brücklsee gab es durch den Funkenflug einen rund 400 Quadratmeter großen Flächenbrand, der aber schnell gelöscht wurde. Die zum Zeitpunkt des Brandausbruchs anwesenden 22 Mitarbeiter konnten alle unverletzt die Brandstelle verlassen.

Lautstarke Explosionen verhindern Löscheinsatz

Kurz vor 11 Uhr wurde am Samstagvormittag die Brandmeldeanlage des Unternehmens ausgelöst. In kürzester Zeit alarmierte die ILS Amberg zahlreiche Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste über den Brand. Die Feuerwehr Rauberweiherhaus, die mit der gesamten Mannschaft mit den Vorbereitungen ihres Weiherblaschenfestes beschäftigt war, traf als erste Wehr am Unglücksort ein, kurz darauf die Kräfte beider Feuerwachen der Feuerwehr Wackersdorf.

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Das Silogebäude stand in offenen Flammen, doch weitere lautstarke Explosionen verhinderten den Löscheinsatz. Man musste sich zurückziehen, um Verletzungen der Einsatzkräfte zu verhindern. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung im Umkreis von zehn Kilometern über verschiedene Medien vorsorglich gebeten, Fenster und Türen zu schließen, informierte der Pressesprecher der Landkreisfeuerwehr, KBM Hans-Jürgen Schlosser. Eckart-Pressesprecher Horst Winter erklärte, dass eine Umweltgefährdung durch den Brand nicht zu erwarten sei.

Noch am Samstag waren Sachverständige vor Ort, um sich ein Bild der Schadenslage zu machen. Aus einem der drei großen Kamine neben dem Silogebäude stieg weiter schwarzer, übelriechender Rauch auf. KBM Schlosser gab am Samstagnachmittag bekannt, dass sich rund 150 Einsatzkräfte am Brandort befinden, die in Abschnitte eingeteilt wurden. Man müsse von einer schwebenden Einsatzlage ausgehen, der Einsatz werde wohl noch einige Stunden andauern. Zur Absicherung auf Seiten des Brücklsees habe man zwei Boote der BRK-Wasserwacht eingesetzt.

Zahlreiche Einsatzkräfte aus der Region vor Ort

Zur Brandbekämpfung wurden die Feuerwehren aus Rauberweiherhaus, Wackersdorf, Bodenwöhr, Sonnneried, Kemnath bei Fuhrn sowie die Feuerwehr Schwandorf mit Drehleiter alarmiert. Später kamen noch die Feuerwehr Bruck und die Feuerwehr Pilsheim mit ihren Drohnen hinzu, damit sich die Einsatzleitung ein Bild aus der Luft vom genauen Ausmaß des Schadens machen konnte. Die Koordination des Einsatzes erfolgte über das Sonderfahrzeug der Landkreisfeuerwehr mit der Unterstützungsgruppe ÖEL. Einsatzleiter Feuerwehr waren die beiden Wackersdorfer Kommandanten Jochen Sander und Martin Gleixner. Vor Ort waren auch KBR Christian Demleitner, KBI Thomas Schmidt, KBM Heiner Seltl sowie weitere Führungskräfte der Landkreisfeuerwehr. Im Laufe des Einsatzes kam noch die Feuerwehr aus Weiden mit Sonderlöschmittel hinzu.

Die sanitätsdienstliche Versorgung wurde durch einen Notarzt aus Bruck, zwei Rettungswagen und mehrere Sanitäter des BRK sichergestellt. Einsatzleiter des BRK war Sebastian Heissler. Die Polizei war unter Leitung von PHK Weigl (Autobahnpolizei Schwandorf) mit mehreren Fahrzeugen und Beamten vor Ort. Die Zufahrten zum Firmengelände wurden abgesperrt. Unterstützung für die eingesetzten Kräfte gab es später dann auch durch die Johanniter aus Wackersdorf und Schwarzenfeld, sie kümmerten sich um Getränke und einen Imbiss. Bürgermeister Thomas Falter war von einem Empfang direkt an den Brandort geeilt, um sich ein Bild der Lage zu machen. Sein Dank galt allen Einsatzkräften, die bei großer Hitze angerückt waren.

Feuerwehr-Pressesprecher Hans-Jürgen Schlosser und Bürgermeister Thomas Falter beim kurzen Pressegespräch vor Ort.
Aus dem mittleren Kamin trat am Samstagnachmittag noch immer dichter schwarzer Rauch aus.