Auf High Heels raus aus dem Dorf: Waldmünchnerin (16) läuft bald auf Fashionweek

Von Melissa Kutscher · 29. April 2026 um 18:00

Vom Germanys Next Topmodel-Fan zum Model – was für viele Mädchen ein heimlicher Kindheitstraum war, ist für Magdalena Fischer Wirklichkeit geworden. Die 16-jährige Waldmünchnerin (Landkreis Cham) darf bei der Nürnberger Fashionweek ihre Fähigkeiten als Laufstegmodel unter Beweis stellen. Ihrer Heimat und ihren Ausbildungsplänen möchte sie trotzdem treu bleiben – lässt sich das vereinen?

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„Schon als Kind mussten wir für sie einen Kreppbandstreifen auf den Wohnzimmerboden kleben, damit sie den Catwalk üben kann“, erzählt Simone Fischer, die Mutter von Magdalena oder „Leni“, lachend. Anders als es vielleicht bei anderen Mädchen ist, die im Teenager-Alter die Kultserie Germanys Next Topmodel für sich entdecken und mit 15 oder 16 Jahren das erste Mal spaßeshalber während der Sendung auf und ab trippeln, übte Magdalena das schon mit zarten vier Jahren.

„Sie war immer die Größte, egal ob im Kindergarten oder der Schule. Überall war sie zwei Köpfe größer als die anderen. Wir haben damals schon gescherzt, vielleicht wirst du ja einmal Model“, sagt die Model-Mama.

Model-Mama ist die Managerin: Ein Duo, das sich seit den Kinderschuhen gut ergänzt

Simone Fischer ist von Anfang an in die Model-Karriere ihrer Tochter eingebunden. „Ich bin quasi die Managerin“, lacht die 39-Jährige. Sie sortiert die Anfragen, die hauptsächlich über Instagram oder auch per E-Mail kommen, regelt Termine und unterstützt bei Shootings. Das hat allerdings nicht nur organisatorische Gründe: Da Magdalena noch minderjährig ist, gibt es Verschiedenstes, auf das geachtet werden muss.

Mama Simone unterstützt ihre Tochter Magdalena (l.) bei den Foto-Shootings. - Foto: Melissa Kutscher

„Wir überprüfen alle Anfragen sehr genau. Es gibt schon ein paar unseriöse Anfragen, die sortieren wir direkt aus“, gibt Simone Fischer an. „Bei den Shootings bin ich von Anfang bis Ende mit dabei, da gibt es keine Minute, wo ich nicht daneben stehe.“ Die Kooperationen mit Fotografen, die Magdalena bisher eingegangen ist, seien alle einwandfrei, nur bei Anfragen von außen müsse man schon aufpassen, ergänzt Simone Fischer.

Ein Fotograf, der Magdalena schon seit dem Beginn ihrer „Karriere“ begleitet, ist Andreas Seybold-Epting. Ihr erstes Fotoshooting beziehungsweise ihre erste Anfrage als Model erhielt Leni von Fischer Fashion aus Cham, die mit ihr ein Instagram-Reel drehten. Dort lernte Magdalena den Fotografen Seybold-Epting kennen, mit dem sie seitdem mehrere Shootings gemacht hat.

Shooting auf der Motocross-Strecke des AMC Cham in Zettisch ist etwas besonderes für das junge Model

Eines dieser Shootings fand vergangene Woche auf der Motocross-Strecke des AMC Cham in Zettisch statt. Leni hatte über Instagram eine Anfrage für eine Kooperation von JS Bikerware erhalten. Da sie mit einem der Motocross-Fahrer, die die Strecke regelmäßig nutzen, befreundet ist, kam ihr die Idee: Was würde sich besser anbieten als ein Shooting mit echten Motorrad-Fahrern? Also fragte sie selbst bei der Strecke in Zettisch an, wo sich Betreiber Josef Heigl gern dazu bereit erklärte, die Kulisse zur Verfügung zu stellen.

Beim Shooting in Zettisch ist das Team groß. - Foto: Melissa Kutscher
Die Motocross-Fahrer liefern eine super Kulisse fürs Shooting. - Foto: Melissa Kutscher
Magdalena Fischer will trotz ihrer Model-Karriere noch eine Ausbildung zur Hauswirtschaftslehrerin machen. - Foto: Melissa Kutscher
Mit 16 Jahren läuft Magdalena Fischer aus Waldmünchen auf der Nürnberger Fashionweek. - Foto: Melissa Kutscher
Gewagter Sprung – tolles Bild - Foto: Andreas Seybold
Damit beim Shooting alles glatt geht, gibt's eine Besprechung. - Foto: Melissa Kutscher

„Wir versuchen immer, was Besonderes zu machen, wenn Anfragen für Kooperationen kommen“, sagt auch Simone Fischer. „Das Spaßige ist einfach, immer wieder was Neues auszuprobieren“, findet das Model selbst. Das Shooting in Zettisch sei auf jeden Fall das bisher spannendste gewesen.

Vom lokalen Model zum internationalen Runway?

Für die 16-Jährige steht im Juli ein großes Event an: Von über 1000 Bewerberinnen qualifizierte sie sich als eine von sechs Läuferinnen der „Youngster“-Kategorie und darf im Juli bei der Fashionweek in Nürnberg über den Catwalk laufen. Dort wird sie die Mode des Labels Madame MG Couture von Designerin Monika Gruber präsentieren. „Ich hätte es echt nicht gedacht, dass es klappt, aber ich habe mich mega gefreut!“, erzählt Magdalena. Schon für das Casting habe sie jeden Tag Laufen geübt und auch an einem Training in Nürnberg teilgenommen.

Magdalena Fischer und Fotograf Andreas Seybold-Epting mit Josef Heigl und den Fahrern Tobias Reiner und Michael Strasser (v. l.) - Foto: Melissa Kutscher

Wie geht es für sie nach der Fashionweek weiter? „Ich freue mich sehr, dass ich dabei sein darf, aber ich habe jetzt nicht die Erwartung, dass es direkt nach L.A. weitergeht“, stellt die 16-Jährige klar. Der Terminkalender ist zwar meistens gut gefüllt, was sie auch freue, da sie gerne regionale Marken und Unternehmen unterstütze. Dennoch möchte sie sich zunächst vor allem auf ihren Schulabschluss und danach auf ihre Ausbildung konzentrieren. Ihr Plan sei es, eine Lehramtsausbildung für Hauswirtschaft zu machen, das Modeln wolle sie nebenbei aber weitermachen.

„Die Träume sind groß, aber wir schauen, wo die Reise hingeht“, sagt Simone Fischer lachend. So oder so werde sie ihre Tochter weiterhin unterstützen.