Regensburgs neuer OB Burger startet mit Elan - auf seine Mehrheit wird es ankommen

Von Christian Eckl · 1. Mai 2026 um 10:00

Jedem Anfang wohnt bekanntlich ein Zauber inne. Und wenn man sich das Social-Media-Profil des neuen Oberbürgermeisters Thomas Burger ansieht, dann hat man den Eindruck: Der Mann hat richtig Bock. Leicht wird er es nicht haben. Denn seine eigene Truppe ist nach wie vor nur sechs Mann stark, auch wenn die SPD in Regensburg naturgemäß nach dem Wahlsieg breitbeinig auftritt.

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Burger wurde meiner Ansicht nach aber nicht wegen seiner SPD-Mitgliedschaft gewählt. Sondern weil ihm eine Mehrheit der Regensburger den Job auch zutraut. Ich bin jetzt mal ein bisschen vermessen und schreibe ihm ins Stammbuch: An seiner Pünktlichkeit muss er arbeiten. Da ist noch Luft nach oben. Behalten sollte er sich auf jeden Fall die offene Art. Ich glaube, es hat ihm nicht geschadet, dass er seine Vorgängerin oft vertreten hat, wenn es beispielsweise zu runden Besuchen ging oder zu Ehejubilaren. Burger kam da super an, das muss man sagen.

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Raten möchte ich ihm nichts, was die Koalition anbetrifft. Ich neige ja immer mehr dazu, dass man weder in einem Stadtrat, noch auf Landes- und Bundesebene unbedingt Koalitionen braucht, die die absolute Mehrheit hinter sich vereinigen. Wieso nicht je nach Thema Mehrheiten suchen? Der Murks in Berlin zeigt doch nur, wie wenig konstruktiv es ist, wenn sich zwei zusammentun, die eigentlich gar nicht miteinander wollen. Einen grandiosen Fehler macht Burger und macht seine SPD, wenn sie glaubt, man könne die Linken in irgendeiner Weise einbinden. Mag sein, dass die Linken in Regensburg gemäßigt rüberkommen. Im Kern wollen sie aber ein anderes System und es ist nie gut, wenn man mit Extremisten kuschelt, auch nicht, wenn die angeblich für das Gute eintreten.

Vertrauen statt Parteizugehörigkeit

Ich glaube aber auch nicht, dass Burger am Ende ein Bündnis mit der CSU schmiedet.

Zum einen stellt sich dann die Frage, wer bei der CSU überhaupt für ein Bürgermeisteramt infrage kommen würde. Astrid Freudenstein? Die hat ein Rückkehrrecht ins Verkehrsministerium nach Berlin. Und man hört, dass es hinter den Fassaden nach der verlorenen Stichwahl schon die ersten Machtkämpfe gibt. Vielleicht sollte sich die CSU von dem Schock der Stichwahl eher in der Opposition erholen. Aber andererseits würde ein Bündnis mit ihr natürlich stabile Verhältnisse bedeuten, so lange es nicht so abläuft, wie in der letzten Koalition – ein verlässlicher Partner für die Oberbürgermeisterin war die CSU da nämlich gerade nicht.

CSU zwischen Schock und Stabilität

Ich glaube, dass sich die Grünen nicht wie beim letzten Mal auf dem Endspurt noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Als zweitstärkste Fraktion werden sie mitregieren. Mit Sicherheit wird Helene Sigloch dann Bürgermeisterin. Und bei der Brücke, die wohl auch in dieses Bündnis gehen wird, glaube ich an einen dritten Bürgermeister Thomas Thurow. Wobei auch Florian Rottke eine gute Wahl wäre, weil er die Jüngeren mitnehmen würde. Ob es so kommt, könnte tatsächlich noch nach Redaktionsschluss (durch den Feiertag am 30. April für diesen Samstag) verkündet werden. Mal sehen, wie treffsicher ich bin.

Man wird sehen, wie geschickt Burger da agiert. Was ich gehört habe, gab es schon erste Verstimmungen, weil Burger sich eben nicht von den Linken distanziert hat. Zumindest bei Brücke und FW gibt es massive Bedenken gegen die Linken, auch wenn es stets heißt, die vier gewählten Stadträte seien gemäßigt. Sicher ist: Burger wird die Amtskette am 1. Mai übernehmen. Ich wünsche ihm als Regensburger erfolgreiche sechs Jahre im Amt!