Fast ein halbes Jahrhundert für Neustadt eingesetzt

Von Wolfgang Abeltshauser · 28. April 2026 um 17:00

Im Rahmen einer speziellen Stadtratssitzung beim Gasthaus Paulus in Marching wurden die ausscheidenden Gremiumsmitglieder verabschiedet. Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) verteilte dabei insgesamt fünf Bürgermedaillen.

In seiner Ansprache betonte das Stadtoberhaupt, dass Stadträtinnen und -räte immer Verantwortung für eine gewisse Zeit übernehmen. Es sei normal, dass es Zeiten des Wechsels wie derzeit in Neustadt a. d. Donau gibt. „Verantwortung heißt, dass man sie weitergeben muss“, sagte dazu Altbürgermeister Thomas Reimer.

Immerhin sitzen ab Mai zwölf „Neue“ im Gremium. Dass es immer wieder neue Gesichter gebe, sei wichtig, „sonst ist es mit der Demokratie vorbei“. Ihre Arbeit werde laut Memmel auf der basieren, die ihre Vorgänger gemacht haben. „Jede Generation trifft Entscheidungen, die auf dem aufbauen, was vorher entstanden ist – und die zugleich die Grundlage für das schaffen, was danach kommt“, sagte er.

Als der Neustädter Bürgermeister noch mit Bauklötzen spielte

48 Jahre: Memmel brachte interessante Fakten mit, um die lange Wirkungszeit von Johanna Werner-Muggendorfer (SPD) im Stadtrat zu umschreiben, die seit 1978 im Stadtrat sitzt. „Sie hat vier Bürgermeister ausgehalten, und als sie anfing, habe ich noch mit Bauklötzen gespielt.“ Bereits im Jahr 2008 hatte sie laut Reimer, der die Laudatio auf sie hielt, die goldene Bürgermedaille verliehen bekommen.

Die Gleichstellung der Frauen sei ihr immer ein großes Anliegen gewesen – Familie, Bildung und soziale Gerechtigkeit für sie immer wichtige Themenbereiche. Ihr Engagement habe sie letztendlich bis in den Landtag geführt. Städtische Einrichtungen wie die Volkshochschule oder die Bücherei seien fest mit ihrem Namen verbunden. Engagiert habe sie sich darüber hinaus beim Obst- und Gartenbauverein, dem Roten Kreuz, bei der Spielwoche und beim Ferienprogramm.

Lesen Sie doch auch: Nach Jahrzehnten verabschieden sich zwei Neustädterinnen

36 Jahre: Seit 1990 saß Ursula Brandlmeier für die CSU im Rat – das brachte ihr jetzt ebenso die goldene Bürgermedaille ein. „Du hattest für jeden ein offenes Ohr“, lobte sie der Bürgermeister in seiner Rede, „das soziale Engagement für Deine Mitmenschen ist unbeschreiblich.“ Unter anderem geht die Nachbarschaftshilfe auf ihr Wirken zurück. Ähnlich wie bei Werner-Muggendorfer sei der Einsatz für Familien ein zentrales Thema für sie gewesen. Mit ihrem Namen sei die Tatsache verbunden, dass sich die Zahl der Betreuungsplätze für Vorschulkinder seit 1990 verdreifacht habe.

Die Idealbesetzung beim Thema Landwirschaft

24 Jahre: Helmut Hartl (CSU) und Alois Schweiger, der für die Wählergemeinschaft Hienheim-Arresting im Rat sitzt, blicken beide laut Memmel jeweils auf 24 Jahre im Gremium zurück. Sie erhielten dafür ebenso die Bürgermedaille in Gold. „Du hattest immer den Blick auf das Große und Ganze“, sagte Memmel an Hartl gewandt. Sein wichtigster Einsatzort sei der Bauausschuss gewesen. Nicht zuletzt viele Straßenbaumaßnahmen, etwa die Sanierung der Regensburger Straße und der Bau von drei Kreisverkehren, seien in diese Zeit gefallen.

Schweiger sei als Referent für Landwirtschaft die ideale Besetzung gewesen. „Mit all unseren Fragen zu allgemeinen und speziellen Landwirtschaftsthemen durften wir, die Mitarbeiter der Stadt und ich, uns bei Dir melden und wir haben sofortige Unterstützung bekommen.“ Und in Hienheim sei so einiges mit seinem Zutun geschehen – etwa beim Hochwasserschutz oder der Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen.

Ein sympathisches Bild von Neustadt a. d. Donau vermittelt

21 Jahre: 1996 zog Anton Stadler das erste Mal in den Stadtrat ein – damals noch für die Freien Wähler. In zwei Amtszeiten habe er sich laut Memmel als Jugendreferent vehement für die jungen Neustädterinnen und Neustädter eingesetzt. Nach seiner Rückkehr in den Rat 2017, in dem er mittlerweile für die CSU sitzt, hat er das Referat für Städtepartnerschaften übernommen. „Du hast dabei ein sympathisches Bild unserer Stadt vertreten.“ Seine Verdienste für sein Heimatdorf Sittling seien unter anderem der neue Spielplatz, die Ortschronik und das Feuerwehrfest. All das brachte ihm jetzt die silberne Bürgermedaille ein.

20 Jahre: Eine solche erhielt vom Bürgermeister auch Helga Weigl angesteckt, die ab 2002 für die SPD im Rat saß und 2022 aus persönlichen Gründen zurückgetreten ist. Ihr seien die historischen Wurzeln der Stadt immer wichtig gewesen. Sie habe sich immer für das Stadtbild und Traditionen in Neustadt a. d. Donau eingesetzt. Die längste Zeit habe sie sich im Personal- und im Fremdenverkehrs-/Städtepartnerschafts- und Kulturausschuss eingebracht.

Weitere ausscheidende Ratsmitglieder in Neustadt a. d. Donau

Sabine Rieger: Sie saß für die SPD seit 2023 im Stadtrat. Sie arbeitete im Bau- sowie Kulturausschuss mit. „Daneben hat sie die längere Unterrepräsentation von Mauern beendet“, sagte Bürgermeister Thomas Memmel.

Elke Wolf: Sie war laut Memmel 18 Jahre als Ortssprecherin von Geibenstetten im Gremium und saß seit 2020 als Rätin für die Christliche Wählergemeinschaft Mühlhausen-Geibenstetten im Stadtrat. „Vielen Dank für die Impulse, das waren viele gute und schöne Ideen und auch Fingerzeige, wo wir nachzubessern hatten.“

Wolfgang Maier: Er vertrat sechs Jahre lang die Wählergemeinschaft Hienheim-Arresting im Stadtrat. Während seiner Zeit sei es für Hienheim unter anderem um einen Modellspielplatz, Sanierung von Feldwegen und den Schutz vor Starkregen und Hochwasser gegangen.

Walter Ruhfaß: Er saß nach sechs Jahren als Ortssprecher für Eining weitere sechs als Gewählter für die Wählergemeinschaft Bad Gögging-Eining-Ulrain im Rat. Memmel blickte hier auf Verkehrsthemen zurück, die es zu bearbeiten galt.

Franz Muschick: In zwei Amtszeiten vertrat er seinen Heimatort Bad Gögging. Er war präsent in den Fremdenverkehrsgremien und sei ein Verfechter für den Sport gewesen.

Xaver Necker: Er vertrat sechs Jahres lang Arresting. Das Baurecht für junge Leute sei in dieser Zeit das große Thema für den Ortsteil gewesen.