Die Hauptstraße hat jetzt eine Kanzlei – Anwältin Anja Weinfurtner eröffnet in Neunburgs Altstadt

Von Ralf Gohlke · 27. April 2026 um 05:00

Dienstleistung und Wohnen gelten als die Favoriten für die Belebung der Neunburger Altstadt. Einen Schritt in diese Richtung hat jetzt die Rechtsanwältin Anja Weinfurtner mit der Einrichtung ihrer eigenen Kanzlei in der Hauptstraße 42 getan.

Zur offiziellen Eröffnung kamen am vergangenen Freitag Bürgermeister Martin Birner (CSU) und MdL Martin Scharf (FW) in die neu hergerichteten, modern ausgestatteten und hellen Räume im Erdgeschoss. Die Besucher werden mit einer eindrucksvollen Glastür mit entsprechender Beschriftung und dem Logo der neuen Kanzlei in Empfang genommen.

Die junge Anwältin ist gebürtige Neunburgerin und ein gutes Beispiel dafür, dass ein erfolgreiches Jurastudium nicht zwangsläufig das Gymnasium als Basis erfordert. Sie hat zunächst an der Gregor-von-Scherr-Realschule die Mittlere Reife abgelegt und dann an der Fachoberschule (FOS) in Schwandorf die Voraussetzungen für das Studium der Rechtswissenschaften von 2014 bis 2019 an der Universität Regensburg erworben. Nach dem Bestehen der ersten juristischen Prüfung absolvierte sie ihre Referendarszeit am Oberlandesgerichtsbezirk Nürnberg.

Nach dem Staatsexamen verschaffte sich Anja Weinfurtner 2022 mit einer Anstellung als Rechtsanwältin und Syndikusrechtanwältin die Voraussetzungen für die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Als „Wohnzimmer-Kanzlei“ gründete sie im März 2024 die Anwaltskanzlei Weinfurtner.

MdL Martin Scharf freut sich über „kompetente Kollegin“

Die Schwerpunkte bei ihrer Tätigkeit liegen nach Angaben Weinfurtners auf dem Arbeits- und Familienrecht, dem Miet- und Vertragsrecht sowie dem allgemeinen Zivil- und Strafrecht. „Steuerrecht mache ich nicht“, schließt sie deutlich aus. Dass auch MdL Martin Scharf zugegen war, beruhte darauf, dass sie ihn in seiner anwaltlichen Tätigkeit unterstützt hatte, nachdem er in den Landtag gewählt worden war.

„Bisher hat das hervorragend geklappt, aber jetzt haben sich die Vorzeichen umgekehrt“, erklärte Scharf. Nachdem er seine Kanzlei in der Vorstadt aufgegeben habe, werde er seine Klienten nun von seiner Wohnzimmer-Kanzlei in der Amberger Straße aus weiter betreuen. Er sei „echt froh über eine so kompetente Kollegin“, ergänzte der Abgeordnete.

„An diesem Ort sollen Recht, Verantwortung und Menschlichkeit zusammen kommen“, wünschte sich Bürgermeister Martin Birner. Die Kanzlei sei mehr als ein Arbeitsplatz, sondern ein Ort, an dem Vertrauen entstehe, Menschen Rat suchten und Entscheidungen getroffen würden, die oft weit in ein Leben hinein wirken könnten. Dafür wünschte er ihr und ihrem Team „Zuversicht für jeden neuen Tag“.