5000 Quadratmeter Wald müssen für Windpark Wasserstein in Seubersdorf weichen

Von Vera Gabler · 26. April 2026 um 17:00

Seit mehr als zwei Jahren beschäftigt das Thema Windenergie die Bürgerversammlungen sowie den Gemeinderat in Seubersdorf. Im Mittelpunkt stehen dabei die Ausweisung von Konzentrationsflächen sowie verschiedene Projekte. Nun hat die Firma Primus ihr Vorhaben „Windpark Wasserstein“ näher erläutert – und stieß auf einige Kritik vonseiten der Bürger.

In einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Gasthaus Thumann in Ittelhofen stellte sich die seit rund 25 Jahren tätige Unternehmensgruppe im Bereich der erneuerbaren Energien mit Sitz in Regensburg und etwa 70 Mitarbeitenden vor. Sie plant im Süden von Seubersdorf, nahe der Grenzen zu Berching und Breitenbrunn den Bau eines Windparks mit mindestens sieben Anlagen.

Geplant seien Windräder mit einer Nabenhöhe von 175 Metern und einem Rotordurchmesser von 172 Metern, sagte Andreas Scharf von der Firma Primus. Mehr als 70 Bürger – insbesondere aus den Ortsteilen Ittelhofen, Gimpertshausen, Staufersbuch, Waldkirchen, Freihausen, Wissing und Kemnathen – waren der Einladung gefolgt.

Vier plus zwei Windräder auf Seubersdorfer Gebiet

Der Planer erklärte, dass vier der sieben geplanten Standorte auf Gebiet der Gemeinde Seubersdorf liegen, drei auf Breitenbrunner Areal. Zwei zusätzliche Anlagen im Bereich Seubersdorf sollen auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten entstehen, die bereits freigegeben wurden und sich im Antragsverfahren befinden. Dies bestätigte Seubersdorfs Bürgermeister Andreas Steiner, der gemeinsam mit mehreren Gemeinderatsmitgliedern anwesend war.

Neben den technischen Daten wurden mögliche wirtschaftliche Effekte angesprochen: So profitierten die betroffenen Kommunen von Abgaben und Gewerbesteuereinnahmen, sagte Scharf. Zudem stellte er Modelle zur Bürgerbeteiligung in Aussicht. Der Bau der Anlagen ist nach aktuellem Stand für die Jahre 2027 bis 2028 geplant.

Ein zentraler Bestandteil der Präsentation waren Visualisierungen des geplanten Windparks aus verschiedenen Perspektiven. Diese stießen in der anschließenden Diskussionsrunde auf Kritik. Mehrere Teilnehmer bemängelten die Aussagekraft der Simulationen. Bürgermeister Steiner griff diese Punkte auf und forderte zusätzliche, realitätsnähere Darstellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Außerdem äußerten Bürger Bedenken. Neben möglichen Lärmemissionen und Eingriffen in das Landschaftsbild wurde auch der Verlust von Waldflächen thematisiert. Laut Projektträger müssten etwa 5000 Quadratmeter Wald gerodet werden. Andreas Scharf betonte jedoch, alle gesetzlichen Vorgaben würden eingehalten und Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt.

Durch den Windpark werde ein wichtiges Naherholungsgebiet beeinträchtigt, brachten Bürger vor. Andere verwiesen auf die Notwendigkeit einer gesicherten Energieversorgung. Scharf betonte, dass Windenergie ein Bestandteil der Stromversorgung sei und das Projekt im Rahmen der geltenden gesetzlichen Regelungen umgesetzt werde.

Gemeinde musste Flächen für Windkraft ausweisen

Und Steiner ergänzte, dass die Ausweisung von Flächen für Windenergie nicht aus finanziellen Gründen erfolge, sondern gesetzliche Vorgaben von Land und Bund erfülle. Zugleich zeigte er Verständnis für die Belastungen der Anwohner. „Die Gemeinde muss Flächen ausweisen, um eine Verspargelung zu verhindern.“ Daher seien mit den Nachbargemeinden konzentrierte Flächen geschaffen worden. Konkrete abschließende Aussagen zur endgültigen Anzahl der Windräder wurden im Rahmen der Veranstaltung nicht getroffen.