Weniger Müll landete in den Tonnen im Kreis Kelheim – aber mehr in der Landschaft

Der Landkreis Kelheim wächst – aber die Müllmengen, die regulär entsorgt werden, sinken eher: Dieser Trend verwunderte jüngst den Kreis-Umweltausschuss. Vor allem ärgerlich – weil teuer für die Allgemeinheit – ist, dass der „wilde Müll“ zunimmt.
Alljährlich bilanziert die Abfallwirtschaft am Landratsamt, was im Landkreis weggeworfen und was recycelt wird. Bei den Hauptfraktionen ist die Tendenz 2025 eindeutig, sagte Sachgebietsleiterin Michaela Kilic im Umweltausschuss: „Die Mengen sind gesunken – bis auf den Problemmüll“; der von knapp 60 auf 71 Tonnen zunahm. Zumindest dafür gibt es eine offenkundige Ursache.
Die Sammel-Menge an handelsüblichen Batterien stieg nämlich von 2024 auf 2025 deutlich: von 17 auf 24 Tonnen. Sonstiger Problemmüll, für den alljährlich in allen Landkreis-Gemeinden Abgabetermine stattfinden, hat um fünf auf 29 Tonnen zugenommen.
Viel weniger Altpapier
Bei den Rückgängen der sonstigen Chargen bleiben Fragezeichen. Denn es wuchs ja die Landkreisbevölkerung binnen Jahresfrist leicht, um knapp 400 auf 126.147 (jeweils Stand 31.3.). Entsprechend waren auch mehr Rest- und Biomüll-Tonnen im Umlauf. Aber die in der Müllverbrennung Ingolstadt angelieferte Müllmenge sank um ein Prozent; die Papiertonnen (samt den Papiercontainern in den Recyclinghöfen) schluckten fast acht Prozent weniger (in Summe knapp 6600 Tonnen) als 2024. Und in die Biotonnen wurde fünf Prozent weniger Inhalt gekippt als im Jahr davor. Nur in den Wertstoffzentren wurde 0,5% mehr Grüngut abgegeben. Letzteres hängt laut Michaela Kilic auch an der Witterung: Viel Regen heißt: viel üppiges Grün, heißt: mehr Schnittgut aus den Gärten.
Ansonsten zeichnen die einzelnen Sammelfraktionen auf den Recyclinghöfen kein einheitliches Gesamtbild. So hat die Menge von 2024 auf 25 deutlich, um 36 auf 162 Tonnen, zugenommen; dagegen sank die Menge von Nicht-Verpackungs-Plastik (also etwa Kunststoffwannen und -spielzeug) von 184 auf 145 Tonnen.
Spürbar, von neun auf 14 Tonnen, stieg die Menge der abgegebenen Photovoltaik-Modulen an. Vielleicht ein neuer Trend, angesichts wachsender Beliebtheit von Balkon- und ähnlichen Klein-PV-Anlagen. Angenommen werden Module nur im Wertstoffzentrum Arnhofen und in „haushaltsüblichen Mengen“. Die Abholung von dort organisiert die Stiftung ear (elektro-altgeräte register); für den Landkreis Kelheim sei das „kostenneutral“, so das Landratsamt.
Die Bauschuttmenge, die in Haunsbach und Wildenberg abgegeben wurde, sank von 4144 auf 3527 Tonnen. Zumindest Bauschutt landete 2025 – so weit bekannt – auch weniger oft in der Landschaft: 1,25 Kubikmeter statt drei in 2024.
„Wilde“ Müllablagerungen verursachen Arbeit und Kosten
Aber drastisch höher wurde der Sperrmüllhaufen, den faule oder geizige Zeitgenossen illegal verursachten: Insgesamt rund 648 Kubikmeter musste der Landkreis auf Kosten der Allgemeinheit beseitigen; nach 427 m³ im Jahr 2024. Das weitaus meiste „Glump“ (540 m³) landete wieder rings um die Glascontainer. Außerdem wurden viel mehr Altreifen (386 Stück) entsorgt als 2024 (247) – und zwar vor allem (189 Stück) in der Landschaft.
Insgesamt waren Landkreis-Beschäftigte voriges Jahr 150 Arbeitsstunden lang und gut 3000 Kilometer weit unterwegs, um bekanntgewordene „wilde“ Müllablagerungen zu beseitigen, teilt das Landratsamt mit.