Prominenter Bauherr: Unternehmer baut zwei Blocks mit 30 Wohnungen in Cham-West

Von Martin Hennings · 23. April 2026 um 15:00

In der Weinbergstraße in Cham-West sollen zwei sechsgeschossige Häuser mit insgesamt 30 Wohnungen entstehen. Der Stadtrat hat den Plänen bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig das Einvernehmen erteilt. Auch die Nachbarn haben dem Projekt laut Verwaltung zugestimmt, hinter dem ein durchaus prominenter Bauherr steckt.

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Zunächst war den Besuchern der Ratssitzung nicht klar, auf den das Vorhaben zurückgeht. Der Bauherr wolle „Wohnraum für Mitarbeiter seines Betriebes“ schaffen und verfolge damit eine „ Sicherung und Stärkung seines Standortes“ – so steht es in der Sitzungsvorlage. Als dann Unternehmer Manfred Zollner den Raum betrat, war die Sache klar.

Die Gebäude werden in den Hang gebaut

Vorgestellt wurde das Projekt aber von Planer Matthias Altmann. Demnach sollen in der Weinbergstraße hinter der Schuhfabrik zwei Wohnhäuser für je 15 Wohnungen entstehen. Die Gebäude werden in den Hang gebaut, in dem zwei der sechs Geschosse laut Altmann mehr oder minder verschwinden. Die Grundfläche beträgt 28,5 mal 13 Meter, die meisten Wohnungen sind um die 90 Quadratmeter groß. Alle sind barrierefrei erreichbar. Die Planung sieht für die 30 Wohneinheiten 68 Pkw-Stellplätze vor, unter anderem in einer Tiefgarage. Oben ist ein Walmdach mit PV-Anlage geplant.

Nach Einschätzung der Verwaltung ist das Bauvorhaben „an dieser Stelle städtebaulich noch verträglich“. Die rechtliche Vorgabe, dass sich die Gebäude in die Umgebung einfügen sollen, muss hier nicht überprüft werden. Das ist eine der Ausnahmeregelungen des sogenannten „Bauturbos“, mit dem die Bundesregierung die Schaffung von Wohnraum beschleunigen will. Die Räte teilten die Einschätzung und erteilten das Einvernehmen einstimmig.

Neue Häuser sind „künftig die Messlatte“

Zugleich hat das Gremium beschlossen, für den Bereich Weinbergstraße einen Bebauungsplan zu erlassen, um die künftige Entwicklung des Quartiers beeinflussen zu können. Die noch zu erarbeitenden Regelungen sollen einen Teil der Grundstücke zwischen Eichenstraße und Weinbergstraße umfassen. Neben dem Grundsatzbeschluss pro Bebauungsplan hat der Stadtrat auch gleich noch eine Veränderungssperre für das Areal erlassen. Mit diesem zeitlich befristeten rechtlichen Werkzeug soll verhindert werden, dass vor der Gültigkeit des Bebauungsplans Fakten geschaffen werden, die dem Ziel des Plans widersprechen. Bestimmte Bauvorhaben oder Nutzungsänderungen sind damit untersagt oder nur mit Billigung des Stadtrates möglich.

Hintergrund dieser Entscheidung: Die beiden jetzt geplanten Wohngebäude sind nach den Worten von Stadtbaumeister Volker Skibba „künftig die Messlatte“. Damit sich das Viertel weiter angemessen und verträglich entwickelt, seien Bebauungsplan und Veränderungssperre nötig. Bürgermeister Martin Stoiber wies darauf hin, dass mit den nun getroffenen Entscheidungen „bereits ausgebübtes Baurecht“ nicht eingeschränkt werde.