Investorenpläne treffen Rofu Kinderland in Schwandorf – Filiale wird bald geschlossen

Von Martin Kellermeier · 23. April 2026 um 11:37

Über dem Einkaufsstandort Schwandorf steht aktuell kein guter Stern. Wenige Tage, nachdem bekannt geworden war, dass Hunkemöller die Große Kreisstadt verlässt, steht der nächste prominente Laden vor dem Aus. Das Rofu Kinderland in der Nachbarschaft des Rewe-Centers wird geschlossen. Der neue Eigentümer des Spielwarenhändlers will 27 Filialen aufgeben, darunter die in Schwandorf.

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Wie berichtet, hatte Rofu bereits vor wenigen Monaten ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Der Schritt war damals vonseiten des Unternehmens unter anderem mit einem schwachen Weihnachtsgeschäft und einem anhaltenden Konsumzurückhaltung erklärt worden. Ziel der Eigenverwaltung sei es, den Spielwarenfilialisten wirtschaftlich und strukturell neu aufzustellen, hieß es. Rofu hatte ferner angekündigt, sich auf die Suche nach einem Investoren zu machen.

Den hat der Spielwarenhändler zwischenzeitlich gefunden. Rofu habe eine Investorenvereinbarung mit der Kids & School Holding GmbH abgeschlossen, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Gesellschafter sei die Top Locc GmbH. Zusammen mit einer Investorengruppe würden die Voraussetzungen geschaffen, um Rofu „finanziell zukunftsfähig und wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen“. Die Verantwortlichen hätten bereits einen Kaufvertrag unterzeichnet. Geplant sei, dass Rofu ab August 2026 „wieder eigenständig handeln kann und das Insolvenzverfahren hinter sich lässt“.

Auch in Schwandorf: Räumungsverkauf soll bis Juli laufen

Für 77 Rofu-Filialen in Deutschland bedeutet die Übernahme Planungssicherheit. Sie und ihre 1035 Mitarbeiter haben eine Zukunft. 27 Filialen sind dagegen nicht Teil des Erwerberkonzepts, wie es in einer aktuellen Pressemitteilung heißt. „Diese Filialen werden voraussichtlich bis zum Juli einen Räumungsverkauf durchführen, und anschließend werden die Filialen an die Vermieter zurückgegeben“, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Der Abbau von Arbeitsplätzen ist schmerzhaft, aber leider unvermeidbar.Marcus Katholing, Rofu-Geschäftsführer

Rund 330 Mitarbeitern in den betroffenen Geschäften– mehr als drei Viertel davon seien Teilzeitkräfte und Aushilfen – müsse „leider gekündigt werden“. „Die Investorenvereinbarung im Rahmen eines Insolvenzplans bietet die Chance, das Unternehmen Rofu zu erhalten. Auch für die Gläubiger erreichen wir damit die bestmögliche Lösung. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist schmerzhaft, aber leider unvermeidbar“, erklärte Rofu-Geschäftsführer Marcus Katholing. Eine langfristige Fortführung des Unternehmens sei nur durch diese Lösung möglich, ansonsten hätte die Einstellung des gesamten Betriebs beschlossen werden müssen.

Noch sind die Regale gut gefüllt

Auf MZ-Nachfrage wurde bekannt, dass sich die Rofu-Filiale in Schwandorf unter den 27 Läden befindet, die schon bald geschlossen werden sollen. Hier seien aktuell rund zehn Mitarbeiter beschäftigt. In dem Spielwarengeschäft, das sich am früheren TWF-Gelände zwischen dem Rewe-Center und dem tedox-Markt befindet, deutet derweil nichts auf eine Schließung hin. Die Regale sind voll, lediglich eine Rabattaktion für Oster- und Frühjahrsdeko gibt es.

Rofu Kinderland ist nach eigenen Angaben der führende Spielwaren- und Babyfachmarkt im Südwesten Deutschlands. Seit über 40 Jahren verkauft das Unternehmen Spielwaren aller bekannten Marken. Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets sowie Puzzles und Gesellschaftsspiele runden das Sortiment ab. In Schwandorf kann Rofu nur auf eine kurze Geschichte zurückblicken. Erst im Jahr 2023 wurde die Filiale mit ihren rund 20.000 Artikeln am TWF-Gelände eröffnet. Nun, drei Jahre später, ist es vorbei mit Spiel und Spaß.

Bessere Nachrichten gibt es indes für die Rofu-Niederlassung im nahen Amberg. Diese Filiale soll weitergeführt werden, wie ein Unternehmenssprecher auf MZ-Nachfrage versicherte.