Mehr als 4500 Einsätze: Feuerwehr im Kreis Schwandorf blickt auf forderndes Jahr zurück

Von Jonas Neubauer · 22. April 2026 um 15:00

Die Feuerwehren im Landkreis Schwandorf haben bei ihrer Kommandantendienstversammlung am Sonntag im Restaurant Miesberg in Schwarzenfeld auf ein arbeitsreiches Jahr zurückgeblickt. Kreisbrandrat Christian Demleitner begrüßte neben zahlreichen Führungskräften auch Landrat Thomas Ebeling sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung.

Im Mittelpunkt stand der Rückblick auf das Jahr 2025 – mit eindrucksvollen Zahlen: Insgesamt 4514 Einsätze mussten die Wehren im Landkreis bewältigen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Aktiven erstmals auf über 6000. „Das ist ein sehr hohes Niveau, auf dem wir uns bewegen“, sagte Demleitner und dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement.

Mehrere Großlagen mussten bewältigt werden

Besonders fordernd waren mehrere Großlagen. So mussten bei einer Unwetterserie im südlichen Landkreis 76 Einsatzstellen abgearbeitet werden, beteiligt waren 22 Feuerwehren sowie das THW. Beim Waldbrand bei Kreith standen 192 Kräfte aus zwölf Feuerwehren im Einsatz, allein dort wurden über 1700 Einsatzstunden geleistet. Auch größere Brandereignisse auf landwirtschaftlichen Anwesen – etwa in Wiesensüß oder bei Nittenau – sowie schwere Verkehrsunfälle prägten das Einsatzgeschehen.

Neben den Einsätzen wurde auch kräftig investiert. Zahlreiche neue Fahrzeuge – vom Tragkraftspritzenfahrzeug bis zum Tanklöschfahrzeug und Wechsellader – konnten im vergangenen Jahr in Dienst gestellt werden. Auch baulich gab es Fortschritte: Mit dem Spatenstich für eine neue Atemschutzübungsstrecke wurde ein wichtiges Projekt für Ausbildung und Sicherheit angestoßen. Zusätzlich stellte der Landkreis weitere Ausstattung wie Rollcontainer für Waldbrandlagen, Einsatzleitwagen-Komponenten und Spezialgerät zur Verfügung.

Personelle Veränderungen bestimmten ebenfalls die Versammlung. Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Amt schied ein Kreisbrandmeister aus, sein Nachfolger wurde offiziell vorgestellt. Auch im Landratsamt gab es einen Wechsel in der zuständigen Abteilungsleitung. Gleichzeitig wurden zahlreiche neue Kommandanten und Stellvertreter in ihren Funktionen willkommen geheißen – ein Zeichen für Bewegung innerhalb der Feuerwehren.

Neue Erkenntnisse über Stallbrände vermittelt

Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf dem Fachvortrag von Tierärztin Lea Staber von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Sie machte deutlich, dass Stallbrände durch moderne Technik und größere Betriebe komplexer werden. Elektrische Anlagen seien mittlerweile die häufigste Brandursache. Gleichzeitig erschwere das Verhalten der Tiere die Rettung erheblich. „Tiere sehen Gefahren anders als Menschen und bleiben oft im Stall, weil sie ihn als sicheren Ort wahrnehmen“, erklärte Staber.

Die Referentin zeigte praxisnah auf, wie wichtig Vorbereitung ist – etwa durch spezielle Einsatzpläne für landwirtschaftliche Betriebe, klare Austriebswege und abgestimmte Zusammenarbeit mit Landwirten. Auch die richtige Taktik im Einsatz, etwa beim Umgang mit Licht, Platzverhältnissen oder dem Fluchtverhalten von Tieren, könne entscheidend sein. In bestimmten Situationen könne es notwendig sein, Tiere nicht mehr zu retten, um Einsatzkräfte nicht zu gefährden. „Die Sicherheit der Einsatzkräfte steht immer an erster Stelle“, betonte sie.

Landrat Thomas Ebeling dankte in seinem Grußwort für den Einsatz der Feuerwehrkräfte und hob die enge Zusammenarbeit hervor. Gleichzeitig informierte er über den geplanten Neubau der Integrierten Leitstelle in Wernberg-Köblitz, in die rund 40 Millionen Euro investiert werden sollen. Die Bauzeit werde voraussichtlich zwei Jahre betragen.

Auch Schwarzenfelds 3. Bürgermeister Karlheinz Dausch würdigte das Engagement der Feuerwehren. Er betonte die Bedeutung moderner Ausstattung und hob hervor, dass immer mehr Frauen Verantwortung in Führungspositionen übernehmen würden – eine Entwicklung, die er ausdrücklich begrüßte.

Neben den Einsatz- und Fachthemen wurde auch die Nachwuchsarbeit beleuchtet. Die Jugendfeuerwehren im Landkreis zählen mittlerweile 1329 Mitglieder in 123 Gruppen, hinzu kommen 941 Kinder in den Kinderfeuerwehren. Die Zahlen zeigen eine stabile Entwicklung und unterstreichen die Bedeutung der Jugendarbeit für die Zukunft der Feuerwehren.

Herausforderungen werden künftig nicht geringer

Am Ende der Versammlung stand neben organisatorischen Themen vor allem eines im Mittelpunkt: die Anerkennung für die geleistete Arbeit. Denn klar wurde an diesem Vormittag auch – die Herausforderungen für die Feuerwehren im Landkreis werden in Zukunft nicht kleiner, sondern komplexer. Die Verantwortlichen sehen sich dennoch gut aufgestellt, um diesen Anforderungen auch künftig professionell zu begegnen.