14.000 Quadratmeter Wald brannten bei Schwandorf lichterloh – So lief der schweißtreibende Einsatz

Angesichts der anhaltenden Hitzewelle schien es nur eine Frage der Zeit zu sein: Am Mittwochabend geriet ein größeres Waldstück zwischen den Ortschaften Kreith (Schwandorf) und Pittersberg (Amberg-Sulzbach) in Brand. Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von etwa 14.000 Quadratmetern aus. Was die Sache besonders prekär machte: Die Retter konnten nur zu Fuß bis ganz nach vorne an den Brandort vordringen.
Die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord hatte gegen 17.30 Uhr Großalarm ausgelöst. Die schwarz-grauen Rauchschwaden, die kilometerweit zu sehen waren, ließen Schlimmes vermuten. Mehr als 150 Feuerwehrleute eilten nach Kreith.
Auch ein Waldbrandbeobachter kreiste mit seinem Flugzeug zeitweise über der Einsatzstelle. Johanniter und BRK standen mit mehr als 50 Helfern parat, um für die Verpflegung der Einsatzkräfte und die Versorgung möglicher Verletzter zu sorgen.
Hilfe aus der Luft war nötig – Zwei Polizeihubschrauber im Einsatz
Die Retter hatten sich zunächst nahe des Tennisplatzes in Kreith gesammelt. Und der Innenhof der Heizungsbaufirma Göth in Kreith wurde kurzerhand zur Einsatzzentrale. Die Feuerwehrleute taten sich schwer, zum Brand vorzudringen. Denn der Einsatzort befand sich im Unterholz und war nur fußläufig erreichbar. Die Rettungskräfte mussten teils 300 bis 400 Meter gehen – und das bei einer Bullenhitze bis in die Abendstunden.

Schnell war klar, dass Hilfe aus der Luft benötigt wird. Ein Polizeihubschrauber wurde verständigt, der das Gebiet mit einer Wärmebildkamera überflog. Gegen 20 Uhr traf dann ein zweiter Hubschrauber der Landespolizei ein, der aus der Luft löschen konnte. Er landete am Kreither Sportplatz. Dort wurde er mit einem sogenannten Bambi Bucket ausgestattet, der 600 Liter Löschwasser fassen kann. Dieses nahm er im nahe gelegenen Matthias-See auf.
Auch Schwandorfs OB Andreas Feller eilte nach Kreith
Auch mit dessen Hilfe konnten die Flammen gegen 20 Uhr schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Noch bis Sonnenuntergang wurde aus der Luft weiter Wasser abgeworfen. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die Nacht hinein hin.
Den Waldbrand-Einsatz bei Kreith können Sie hier in unserem Liveticker nochmals nachlesen.
Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU), der sich selbst ein Bild vor Ort machte, war voll des Lobes: „Ich bin stolz auf die Einsatzkräfte: auf die Koordinierung, auf die Leitung, dass alle Einsatzkräfte an einem Strang gezogen haben und dem Brand Herr geworden sind.“





Für die Retter war der Einsatz am Mittwochabend strapaziös. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel, es herrschten weit über 30 Grad. Die Einsatzkräfte mussten dennoch mit ihrer schweren Schutzausrüstung arbeiten. Der Rettungsdienst war daher vorbereitet, um Einsatzkräfte versorgen zu können, die unter Hitzebeschwerden litten – so etwa an Kreislaufbeschwerden, Erschöpfung oder Kopfschmerzen. Das berichtete der Leitende Notarzt Dr. Wolfgang Schreiber vor Ort.
Kreislaufbeschwerden bei einem Feuerwehrmann
Ein Feuerwehrmann musste letztlich nach Kreislaufbeschwerden behandelt werden. Die Feuerwehr war mit etwa 150 Kräften im Einsatz. Sie kamen von zehn verschiedenen Feuerwehren. Die Einsatzleitung hatte Kreisbrandrat Christian Demleitner inne.

Der Rettungsdienst rückte mit etwa 50 Einsatzkräften an. Koordiniert wurden sie von Patrick Wolf, Einsatzleiter Rettungsdienst, Thomas Diegel als Organisatorischer Leiter und Dr. Wolfgang Schreiber als Leitender Notarzt.
Die Johanniter waren mit neun Fahrzeugen vor Ort, um die Verpflegung und Versorgung der zahlreichen Einsatzkräfte aller Hilfsorganisationen sicherzustellen. Daneben war die Bergwacht mit sieben Fahrzeugen angerückt. Der Rettungsdienst stand mit drei Rettungswagen und einem Notarzt für den Ernstfall bereit. Auch die Polizei und das THW waren vor Ort.