Fast 100 Helfer: Regensburger Kult-Papeterie „Schau hi“ zieht per Menschenkette um

Wie schnell ein Umzug gehen kann, wenn viele helfende Hände mit anpacken, zeigte sich in der Regensburger Altstadt: Damit Kartons und Karten der Papeterie „Schau hi“ sicher vom alten Laden am Neupfarrplatz zum neuen Standort in der Wahlenstraße gelangten, organisierte Inhaberin Christine Kindermann eine Menschenkette. Fast 100 Regensburger machten mit.
Von den Regentropfen, die plötzlich vom Himmel fielen, ließen sich die Helfer nicht aufhalten. Kurz vor 17 Uhr versammelte sich am Dienstag am Neupfarrplatz vor dem alten Standort der Papeterie „Schau hi Papiersachen“ eine große Menschentraube. Die Freiwilligen waren gekommen, um Inhaberin Christine Kindermann beim Umzug zu unterstützen. Die Papeterie mit mehreren tausend Grußkarten findet nun im neuen Geschäft in der Wahlenstraße 1 ein neues Zuhause.
Alten und neuen Standort trennen nur 250 Schritte
Da zwischen den beiden Läden nur etwa 250 Schritte liegen, kam Kindermann für den Transport der kleinen Kisten auf eine ungewöhnliche Idee: Statt sie mit dem Auto zu befördern, sollten sie per Menschenkette weitergereicht werden. Nach ihren Berechnungen waren dafür rund 120 Personen – also 240 helfende Hände – nötig. Über verschiedene Kanäle sowie mit einem Aushang im Schaufenster hatte sie im Vorfeld nach Unterstützern gesucht.

Ganz auf diese Zahl kam sie bis Dienstagnachmittag zwar nicht. „Es haben sich etwa 90 Leute gemeldet“, sagte sie. Ein Problem sei das jedoch nicht. „Es funktioniert. Notfalls muss sich jeder etwas mehr bewegen, aber die Kisten sind leicht.“
Umzugshelfer bekommen nummerierte Tickets
Pünktlich um 17 Uhr ging es dann los: Anhand der nummerierten Tickets, die Kindermann ausgegeben hatte, nahmen die Umzugshelfer ihre Plätze ein. „Ich habe vor einiger Zeit eine Ostsee-Reise gemacht und war in Riga. Dort hat man uns erzählt, dass die Staatsbibliothek mit einer Menschenkette umgezogen wurde. Als ich den Aufruf in der MZ gelesen habe, musste ich daran denken“, erklärte Teilnehmerin Angelika Schatz, die die Nummer 73 trägt, ihre Motivation. Gegen das schlechte Wetter war sie mit einem Regencape gerüstet. „Ich muss ja die Hände freihaben.“

Bereits nach einer halben Stunde war alles geschafft: Nach Kisten, Kartons und kleinen Hockern wanderten zuletzt Blumen als Dank für die Helfer von Hand zu Hand. Auch über einen Kaffeegutschein durften sich die Freiwilligen freuen.