Sicherheitslage in Furth im Wald stabil - zwei jugendliche Intensivtäter bereiten Probleme

Sicherheit für 17 700 Bürger – das gewährleistet die Polizeiinspektion (PI) Furth im Wald. Sie ist neben der Drachenstadt für die Kommunen Arnschwang, Eschlkam und Neukirchen b. Hl. Blut zuständig. Dementsprechend zufriedene Gesichter bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts 2025 am Dienstagmorgen im Rathaus.
„In der Oberpfalz sind wir gut aufgehoben, die Sicherheitslage ist stabil“, eröffnete Polizeirat Philipp Rammrath die Runde. Signifikant ist für den PI-Leiter der Anstieg im Bereich digitaler Betrug. Herausragend sei dagegen die Aufklärungsquote im Bereich Wohnungseinbruch. Sie liege bei 100 Prozent. „Das gibt es sonst nirgendwo“, so Rammrath.
Die Aufklärungsquote ist leicht gestiegen
Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein, wie im Verlauf der Präsentation klar wurde. 2969 Einsätze wurden abgewickelt, wie Rammraths Stellvertreter, Erster Polizeihauptkommissar Josef Weindl, ausführte. Darin enthalten seien aber nicht nur Straftaten, sondern alle Einsätze vom Verkehrsunfall bis zum Feuerwehrfest.
Die Zahl der registrierten Straftaten liege bei 943 Fällen, das seien 9,2 Prozent weniger als im Jahr davor: absoluter Spitzenwert im Vergleich mit Bayern (-4,3 Prozent), Regierungsbezirk (-7,4 Prozent) und Landkreis Cham (-4,3 Prozent).
Die Aufklärungsquote sei um 0,8 Prozent auf 85,5 Prozent gestiegen. In der Statistik seien auch die Aufgriffe der Bundespolizei und des Zolls enthalten. Deren Erfolge fließen tatortabhängig ein, das heißt, nur wenn sie im Dienstbereich der PI Furth erfolgt sind.
Die Häufigkeitszahl von Straftaten wird nach einer Formel berechnet. Hier schneide die PI mit 5352 gegenüber Bayern (4094) und der Oberpfalz (3646) schlecht ab. Laut Weindl liegt das an der relativ geringen Einwohnerzahl und der direkten Nachbarschaft zu Tschechien und den damit verbundenen Aufgriffen bei Grenzkontrollen. Das zeige sich auch bei der Kriminalitätsverteilung in den vier Gemeinden. Arnschwang verzeichnet 40 Delikte, hat eine Aufklärungsquote von 82,5 Prozent und eine Häufigkeitszahl von 1995. Bei den grenznahen Gemeinden Eschlkam (74, 93,1 Prozent, 2243), Neukirchen b. Hl. Blut (83 , 74,6 Prozent, 2279) und vor allem Furth im Wald (746, 90,7 Prozent, 8615) schlägt die Nadel deutlicher aus.
168 Mal war 2025 eine Frau tatverdächtig, wenig überraschend liege die Zahl bei Männer wesentlich höher (790). Kinder (bis 14 Jahre) waren 34 Mal tatverdächtig, Jugendliche (14 bis 18 Jahre) 57 Mal, Heranwachsende (18 bis 21 Jahre) 89 Mal und Erwachsene 778 Mal. „Die Kinderkriminalität steigt“, so Weindl. Das liege am Anzeigeverhalten der Eltern, die sich an die Polizei wenden, wenn ihre Kinder beispielsweise bedroht oder geschlagen würden. Eine Rolle spielen demnach auch kinderpornografische Inhalte, wenn unter anderem in Chats untereinander private Bilder ausgetauscht würden. Die Täter seien dann zwar noch schuldunfähig, ermittelt müsse seitens der Polizei aber trotzdem werden.
Nachdem vor zwei bis drei Jahren schon einmal ein massives Problem bestanden habe, machten den Beamten auch im Jahr 2025 zwei jugendliche Intensivtäter im Alter von 16 und 17 Jahren besonders zu schaffen. 27 Taten im Stadtgebiet Furth im Wald seien auf deren Kappe gegangen. Von Bedrohung über Körperverletzung bis hin zu Missachtung von Lokalverboten sei alles dabei gewesen. Um der Jugendkriminalität entgegenzuwirken, soll gerade auch an neuralgischen Punkten die Präsenz von Polizei und Sicherheitswacht erhöht werden. Von den 958 Tatverdächtigen kommen 304 aus Deutschland, der Rest aus aller Welt, unter anderem Tschechien, Syrien, Ukraine, Slowakei und Polen. Oftmals stünden die Taten im Zusammenhang mit Grenzkriminalität (Drogen, Betäubungsmittel, gefälschte Papiere, Waffenbesitz und ähnliches).
In Bezug auf Gewaltkriminalität wurde zweimal wegen Straftaten gegen das Leben ermittelt. Die Taten seien bereits 2024 begangen wurden, flößen allerdings erst nach Abschluss der Ermittlungen im Jahr 2025 in die Statistik ein. Sexuellen Missbrauch beziehungsweise Nötigung habe es dreimal gegeben, gefährliche und schwere Körperverletzung 20 Mal sowie drei Raubdelikte.
Nach der Teillegalisierung von Cannabis am 1. April 2024 sei die Zahl der Delikte im Jahr 2025 auf 135 zurückgegangen, Im Jahr 2024 waren es demnach noch 170, 2023 auffällige 210. Illegaler Schmuggel konnte in 31 Fällen nachgewiesen werden, allgemeine Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz 19. In 83 Fällen wurde Cannabis eingeführt (laut Weindl ist der Besitz von geringen Mengen nicht strafbar, das Überqueren der Grenze damit schon), eine Person habe mehr als 60 Gramm mit sich geführt, eine andere besaß mehr als die drei erlaubten Pflanzen. „Cannabis war somit auch 2025 das am häufigsten festgestellte Betäubungsmittel“, bilanziert Weindl.
Vier Polizeibeamte leicht verletzt
Weitere Zahlen: Diebstahlkriminalität: 196 Straftaten (163), das bedeutet einen Anstieg von 20,2 Prozent, die Aufklärungsquote liege bei 16,7 Prozent. Wohnungseinbruch: Zehn Delikte (13), Aufklärungsquote 100 Prozent. Urkundenfälschung: 47 (51), Betrug: 42 (65) und Unterschlagung: zehn (18). Die Aufklärungsquote lag demnach bei 93,9 Prozent. Häusliche Gewalt in Partnerschaft und Familie wurde 44 Mal (45)registriert. 14 Mal (7) sei es zu Gewalt gegen Polizeibeamte gekommen, vier von ihnen seien leicht verletzt worden .
Die Bürgermeister Sandro Bauer (Furth im Wald), Markus Müller (Neukirchen b. Hl. Blut), Michael Multerer (Arnschwang) und Florian Adam (Eschlkam) bedankten sich für die Arbeit der Polizei und das gedeihliche Miteinander.
Aufgaben der Grenzpolizei und des Mitarbeiters gegen Cyberkriminalität
Die 21 Beamten der Grenzpolizei liegen im Zuständigkeitsbereich der PI Furth im Wald. Laut Josef Weindl sind sie mit ihren besonders gut geschulten Mitarbeitenden und ihrer modernen technischen Ausstattung ein wichtiger Baustein der Kriminalitätsbekämpfung im Zuständigkeitsbereich. Zu ihren Aufgaben gehört demnach die Eindämmung der illegalen Migration. Weiter seien sie zuständig für die Bekämpfung der Waffen- und Rauschgiftkriminalität, die Aufdeckung von KfZ-Verschiebungen, Bekämpfung der grenzüberschreitenden Einbruchskriminalität sowie Unterstützung der Sicherheitsbehörden auf dem Sektor der Dokumentenfahndung.
Cyberkriminalität wird auch in der Grenzregion ein immer größeres Thema. Für den PI-Bereich wurde ein Mitarbeiter eingestellt, der sich ganz diesem Thema widmet. 143 Fälle (2024: 116) wurden 2025 bearbeitet. Die Zunahme liegt im bundes- und weltweiten Trend. Die Mehrzahl der Fälle sind in der polizeilichen Kriminalstatistik nicht erfasst, weil sich die Tatorte an unbekannten Orten in Deutschland oder im Ausland befinden. In 17 (vier) Fällen war die PI Furthzuständig, zwölfmal (elf) wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeleitet.