Feinster Hopfen und acht Wochen Reifezeit: Das ist das Festbier der Genossenschaftsbrauerei Rötz

Von Stefanie Bauer · 22. April 2026 um 10:00

Ein ganz besonderes Bier soll es werden für die zwei großen Feste, die im Gemeindegebiet Rötz (Landkreis Cham) heuer anstehen. Gut, dass man mit Florian Kestler als ehemaligem Brauer der Genossenschaftsbrauerei Rötz einen erfahrenen Partner an der Seite hat, sagt Anton Eberl.

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Der Inhaber des Stamsrieder Getränkehandels, der im Februar die insolvente Brauerei übernommen hat, hat in das Sudhaus, den Gär- und die Lagerkeller im ehemaligen Pflegschloss in der Hussenstraße in Rötz geladen. Der Anlass: Der erste von sechs Suden für das Festbier, das beim Fest zum 130-jährigen Bestehen der Feuerwehr Hetzmanndorf und auf dem Rötzer Heimatfest ausgeschenkt wird, ist eingebraut.

Alle sechs Sude für die Feste werden händisch gefahren

Ein besonders Bier ist es unter anderem deshalb, erklärt Eberl, seines Zeichens Braumeister in der dritten Generation, weil im Sudhaus normalerweise alles automatisch abläuft. Die sechs Sude werden aber komplett händisch gefahren, „weil wir beschlossen haben, dass wir das richtig ,Old School‘ machen.“

Neben Brauer-Geselle Mathias Böhm ist auch Kestler, der einer der beiden Festleiter beim Gründungsfest der FFW Hetzmannsdorf ist, regelmäßig vor Ort, um das Festbier einzubrauen. Für den Sudprozess werden hochwertige Spezialmalze eingesetzt, erklärt Eberl. Und auch der Hopfen ist nicht von ungefähr: Zweimal wird Hallertauer Hopfen gegeben, die dritte Hopfengabe erfolgt mit feinstem Tettnanger Aromahopfen aus Baden-Württemberg, der preislich etwa sechsmal so hoch liege wie gängige Hopfensorten.

Offene Gärung nur noch bei zwei Brauereien im Landkreis

Was die Genossenschaftsbrauerei auszeichnet, ist auch die traditionelle Methode der offenen Gärung, die im Landkreis Cham nur noch von zwei Brauereien angewendet werde.

Dieses Verfahren ist mit viel Aufwand verbunden: Jeden Tag, auch sonntags, muss dabei von Hand mit einer großen Schöpfkelle die so genannte Kräusendecke abgeschöpft werden, die an der Oberfläche entsteht. Die Belohnung für die Mühen ist ein besonders weicher und aromatischer Geschmack des Bieres. Auch die Reinigung der Bottiche erfolgt in Handarbeit.

Florian Kestler (li.) und Anton Eberl erklären, wie das Verfahren der offenen Gärung vonstatten geht, das nur noch von zwei Brauereien im Landkreis angewandt wird. - Foto: Stefanie Bauer

„Während meiner Lehrzeit war das normal, da hat es gar nichts anderes gegeben“, erinnert Eberl sich. Um das Jahr 1980 habe sein Vater, ein Diplom-Braumeister, bei der Schlossbrauerei Stamsried in die ersten konischen Gärtanks investiert. „Damals hatten wir den modernsten Gärkeller in der ganzen Oberpfalz.“ Es sei schön, dass es durch die verschiedenen Brauereien immer noch eine Vielfalt bei den Bieren gebe und dass in der Genossenschaftsbrauerei die Tradition erhalten werde.

In der Woche werden hier rund vier Sud à 40 Hektoliter hergestellt, und zwar mit der „kalten Gärführung“, bei der die Temperatur neun Grad Celsius nicht überschreitet. Das Festbier wird sogar mit nur acht Grad vergoren. „Das braucht natürlich mehr Zeit, etwa acht Wochen“, so Eberl. Der Lohn auch hier: ein geschmacklich nicht alltägliches Bier.

Viele moderne Brauereien würden sich hinsichtlich des Zeit- und Geldfaktors gegen dieses Verfahren entscheiden. Schließlich laufe die Kühlung je Sud um Wochen länger, was zu höheren Energiekosten führt. „Aber solche Feste sind ja auch nicht jeden Tag“, sagt Eberl. „Deshalb war es mir ein Anliegen, das Festbier auf diese Weise zu machen.“ FC-Vorsitzender und künftiger Bürgermeister Gerhard Hofmann, der in diesen beiden Funktionen im Heimatfest-Ausschuss ist, betonte, obwohl sie nicht darüber entscheide, unter welchen Rahmenbedingungen es künftig mit der Genossenschaftsbrauerei weitergehe, sei es der Stadt natürlich ein Anliegen, dass es weitergehe mit dem Rötzer Bier.

Er rief dazu auf, die beiden Feste im Gemeindegebiet zu besuchen und sich selbst von der sehr guten Qualität des Festbieres zu überzeugen.

Es wird gefeiert: Das besondere Festbier der Rötzer Genossenschaftsbrauerei gibt es nur auf zwei Festen: Das Rötzer Heimatfest findet wie immer in der zweiten Pfingstferienwoche statt. Heuer fällt es auf den 3. bis 7. Juni. Das Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Hetzmannsdorf wird vom 20. bis 22. Juni begangen.