Kommentar zur Koalition im Schwandorfer Kreistag: Ein Schwur für die politische Mitte

Ein Dreier-Bündnis will ab Mai eine Mehrheit im Schwandorfer Kreistag bilden. CSU, FW und SPD wollen gemeinsam die Region voranbringen. MZ-Redaktionsleiter Martin Kellermeier erklärt in seinem Kommentar, warum die Koalition für alle drei Lager Sinn macht.
Während in Berlin die Spitzen von Union und SPD oftmals aneinandergeraten, herrscht offenbar Einigkeit im politischen Zentrum im Landkreis Schwandorf. CSU und Freie Wähler, die im Kreistag bislang äußerst harmonisch zusammengearbeitet haben, wollen nun auch noch die SPD in ihrer Gesellschaft wissen. Das neue Bündnis scheint nicht weniger als ein Schwur für die politische Mitte zu sein.
Für CSU und FW bedeutet die Partnerschaft aber zunächst vor allem Sicherheit. Mit Blick auf die knappe Mehrheit der beiden Partner wäre es möglich gewesen, dass die Konservativen ihre Mehrheit in manch Kreistagssitzung verlieren und so auch Beschlüsse gegen ihren Willen fallen könnten. Denn dass alle Kreisräte anwesend sind, kommt so gut wie nie vor. Zu groß sind die Verpflichtungen einiger Mandatsträger in diesem Lager, die oftmals auch als Bürgermeister oder gar als Abgeordnete viele Termine haben.
Kompromisse auf Augenhöhe müssen das Ziel sein
Mit den Stimmen der SPD wird diese Gefahr ausgemerzt. Mehr noch: Die politische Mitte im Landkreis Schwandorf rückt mit dem Bündnis eng zusammen. Es scheint, als würden die Parteistrategen die Zeichen der Zeit verstehen. Jetzt, wo die politischen Ränder immer stärker werden, hilft ihnen nur zusammenhalten. Die Zeiten für kleinkarierte Scharmützel und gegenseitiges Ausspielen sind vorbei. Vielmehr sollten es CSU, FW und SPD schaffen, Kompromisse auf Augenhöhe zu finden. Denn nichts anderes will die Bevölkerung, deren Großteil sie im Kreistag vertreten.
Der Kommentar bezieht sich auf diesen Haupttext: Dreier-Bündnis im Schwandorfer Kreistag – Landrat Ebeling bekommt vier Stellvertreter