Diese fast unsichtbare Baustelle zwischen Kelheim und Ihrlerstein ist Ziel vieler Neugieriger

Mitten im Wald zwischen Kelheim und Ihrlerstein entsteht derzeit ein Kreisverkehr. Die Sperrung verlangt den Verkehrsteilnehmern viel ab, doch die Arbeiten liegen gut im Zeitplan. Vor allem an den Wochenenden zieht das einige Neugierige an.
Es ist eine fast unsichtbare Baustelle, die den Verkehrsteilnehmern aber eine Menge abverlangt. Denn die Absperrungen sind weiträumig, die Umwege lang. Die Rede ist vom Neubau der sogenannten Rennstrecke von Kelheim hinauf nach Ihrlerstein. 2024 wurde der Abschnitt zwischen der Abzweigung nach Alling und Ihrlerstein neu gebaut, 2025 war der untere Bereich zwischen Kelheim und der Abzweigung an der Reihe.

In diesem Jahr entsteht an der Siedlung „Am Sonnenhang“ die neue Anbindung der Kreisstraße 25 in Richtung Alling an die Staatsstraße 2233. Wer die alte Straßenführung mit der spitzwinkeligen Kurve um einen dicht bewaldeten Steilhang noch im Kopf hat, mag gedacht haben: Wo soll hier ein Kreisverkehr hin? Zumal an dieser Stelle bereits ein Regenrückhaltebecken Platz gefunden hat.
An Wochenende eine viel besuchte Sehenswürdigkeit
Doch mittlerweile ist er da, der Kreisverkehr im Rohbau. „Die Borde sind alle gesetzt“, sagte Bauleiter Peter Wolf vom Staatlichen Bauamt am Montag unserer Zeitung. „Wir sind ziemlich gut im Zeitplan“, ergänzte er.
So ganz unsichtbar ist die Baustelle natürlich nicht, vor allem für die Anlieger in der Siedlung „Am Sonnenhang“ und für Neugierige. Vor allem an den Wochenenden kämen einige, weiß Bauleiter Wolf. „Da ist an den Wochenenden oft ganz schön was los“, bestätigt auch Margit Pollinger von der Spedition Ostermeier und Pollinger. Das Holztransportunternehmen befindet sich direkt an der Kreiselbaustelle und ist aktuell in allen Richtungen von gesperrten Straßen umgeben. Und eine Behelfsausfahrt für die Anlieger am Sonnenhang in Richtung Ihrlerstein können die Holztransporter natürlich nicht nehmen.
Was den Betriebsablauf aber überhaupt nicht beeinträchtige. Wie das? „Also ich könnte mich nicht beschweren“, sagt Margit Pollinger. Natürlich habe man im Vorfeld überlegt, die Schwertransportfahrzeuge andernorts abzustellen, aber da sei die Gefahr von Dieseldiebstählen zu groß gewesen. Aber man habe sich mit dem Staatlichen Bauamt abgesprochen. Das Ergebnis: man darf durch die Baustelle fahren. „Man muss nur miteinander reden, dann findet man eine Lösung“, sind sich Unternehmerin Pollinger und Bauaufseher Wolf einig. Es sei ja auch so, dass die Fahrzeuge frühmorgens, bevor die Baustelle ihren Betrieb aufnimmst, wegfahren und erst am Abend zurückkehren. Und wenn dann mal noch ein Bagger die Durchfahrt blockiert, „dann wartet man halt einfach ein paar Minuten“, sagt Pollinger.
Bauleiter Wolf ist guter Dinge, dass die Baustelle bis Ende Juni abgewickelt ist und der Verkehr dann nach gut zwei Jahren Teil- und Komplettsperrungen wieder die gewohnten Wege nehmen kann.Der Landkreis Kelheim nutzt die Zeit der Sperre und erneuert die Fahrbahn der Kreisstraße 15 ab Frauenhäusl in Richtung Regensburg auf 1,2, Kilometer Länge.

Neu ist der Fahrradweg, der seit vielen Jahren ein Wunsch aus Kelheimer und Ihrlersteiner Sicht war, und der nun Kelheim mit Ihrlerstein verbindet. Vor allem im oberen Bereich muss man ganz schön in die Pedale treten, hier beträgt die Steigung um die sechs Prozent, im unteren Bereich sind es zwischen drei und vier. „Ich glaube, das ist eine ganz moderate Steigung“, sagt Wolf.
Landschaft hat sich gewaltig verändert
Immerhin müssen zwischen dem Krankenhaus und der Schule in Ihrlerstein auf drei Kilometern Länge 115 Höhenmeter überwunden werden. Der Radweg verläuft in Fahrtrichtung Ihrlerstein komplett auf der linken Seite. Wer aus Kelheim kommt, quert zwischen Schäffler- und Krankenhauskreisel die Straße, nimmt die Unterführung der Riedenburger Straße und befindet sich dann gleich auf der richtigen Seite.

An zwei Stellen hat sich die Landschaft entscheidend geändert. Einerseits am Hang nach dem letzten Haus Kelheims, den es nicht mehr wirklich gibt. Der Hang wurde abgetragen, damit die Straße begradigt werden konnte. Bereits im ersten Bauabschnitt war im Bereich der Einmündung nach Alling ebenfalls ein Hang abgetragen worden , um so Platz für das Rückhaltebecken und den Kreisverkehr zu schaffen. Die Veränderungen sind natürlich gerade für Anlieger wie Margit Pollinger augenfällig, wenn man seit Jahren oder Jahrzehnten einen anderen Anblick kennt. „Da muss man sich erst daran gewöhnen“, sagt sie.
