Projekt auf Eis gelegt: Ausbau der Wirtschaftsschule in Abensberg kommt nicht

Der Plan, ab dem kommenden Schuljahr die Abensberger Wirtschaftsschule (Landkreis Kelheim) ab der sechsten Jahrgangsstufe beginnen zu lassen, fand in der Schulverbandsversammlung keine Mehrheit. Damit ist das Vorhaben, sich um die Teilnahme an einem Pilotprojekt zu bemühen, bei dem sogar ab der fünften Jahrgangsstufe begonnen werden soll, erst einmal auf Eis gelegt.
Die Abstimmung darüber ging in der Verbandsversammlung 5:5 aus - damit war das Vorhaben abgelehnt. Während die Befürworter davon ausgehen, dass die Wirtschaftsschule so attraktiver wäre, sehen die Kritiker den Bestand des M-Zugs an der Mittelschule dadurch gefährdet. Laut Verbandsvorsitzendem Dr. Bernhard Resch wäre der Start ab der sechsten Klasse als Vorstufe zum Pilotprojekt Voraussetzung gewesen, um mit dabei zu sein. Er vermochte die Entscheidung nicht nachvollziehen: „Das ist ein schwerer Schlag in die Magengrube der Bildungslandschaft Abensberg“, sagte er am Ende der öffentlichen Sitzung.
Eingangs sagte er: „Ich erachte den Schritt es als notwendig, denn bei einer Vierstufigkeit könnte das Überleben der Wirtschaftsschule schwierig werden.“ In diesem Schuljahr zählt nach seinen Worten die siebte Klasse 12 Kinder. Die Schülerzahl sei rückläufig. Derzeit sind es 55 - laut Resch waren es anfangs deutlich mehr. Es sei einfach so, dass Eltern während der vierten Klasse ihrer Kinder über die verschiedenen Bildungswege informiert werden. Zwei Jahre später würden sie schlichtweg nicht mehr an die Wirtschaftsschule denken.
Argumente gegen einen Ausbau in Abensberg
Die Diskussion in der Versammlung zeigte aber rasch, wohin es wohl gehen würde, da Wortmeldungen von Kritikern überwogen. „Für mich ist der Ausbau der Wirtschaftsschule der Tod des M-Zugs“, sagte Judith Wintersberger. Die Mittelschule würde ohne diesen degradiert zur reinen Hauptschule. Magdalena Groll-Zieglmeier sieht es ähnlich.
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Martina Schlaffer, die Schulleiterin der Mittelschule, in deren Räumen die Wirtschaftsschule untergebracht ist, betont, dass es schon jetzt ein großes Raumproblem gebe. Beispielsweise finde die Mittagsbetreuung der offenen Ganztagsschule in der Aula statt. Hier habe der Bürgermeister immerhin die Hoffnung, dass man nach der Sanierung der Grundschule dort Räume für diesen Bereich schaffen könnte.
„Das Raumproblem ist bekannt“, sagte dagegen Dagmar Kellner, „geschehen ist nichts“. Für die Wirtschaftsschule würde gesorgt - „für die Mittelschule, die uns näher ist, wird nichts getan“. Für Dr. Bastian Bohn ist eines klar: „Wir dürfen den M-Zug nicht sterben lassen.“ Dessen Zahlen seien jetzt schon ziemlich gering.
„Konkurrenz eher für die Realschule“
Dietmar Schweiger und Ingrid Galle-Brandl sehen dagegen keine Konkurrenz zwischen M-Zug und Wirtschaftsschule, sondern eher zwischen der und der Realschule. Dafür hatte Hubert Ramesberger, der als Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Kelheim auch der Wirtschaftsschule vorsteht, Belege mit dabei: Demnach würde sich die Wirtschaftsschule in Landshut vor allem bei der dortigen Realschule bemerkbar machen.
Für Galle-Brandl wäre eine ausgebaute Wirtschaftsschule schlichtweg eine zusätzliche Auswahlmöglichkeit für Eltern und Kinder. „Anders wird die Wirtschaftsschule sterben“, glaubt sie. Baue man sie dagegen aus, könne sie, davon ist der Bürgermeister überzeugt, Schülerinnen und Schüler aus der Region, die derzeit außerhalb des Landkreises Schulen besuchen, zurücklocken.
Letztendlich ließen sich die Kritiker aber nicht überzeugen. Der Bürgermeister befürchtet jetzt negative Folgen für Abensberg. In der Sitzung sagte er, dass es durchaus andere Kommunen im Landkreis gebe, die nur warten würden, eine Wirtschaftsschule zu eröffnen. Auch private Träger solcher Schulen könnten auf dem Markt drängen.