Regensburger AfD-Stadtrat gratulierte Orbán: War das ein Scherz oder ein Wunsch?

Nikolai Sitschow von der AfD wird mit 74 Jahren der Älteste unter 50 Mitgliedern des neuen Stadtrats sein. Schon vor der konstituierenden Sitzung aufgefallen ist er aber aus anderem Grund. Er gratulierte Viktor Orbán zum Wahlsieg – den es nicht gab.
Sitschow, der sich auf seiner Facebook-Seite mit mehr als 5000 Followern gern außenpolitisch äußert und sich als Vertreter der Russlanddeutschen positioniert, postete am Nachmittag des Sonntags, der in Ungarn ein Wahltag war: „Herzlichen Glückwunsch an Viktor Orbán zu seinem Wahlsieg!“. Abgesetzt wurde der Post allerdings um 16.43 Uhr, also mehr als zwei Stunden, bevor in Ungarn um 19 Uhr die Wahllokale schlossen. Tatsächlich allerdings gewann Oppositionsführer Peter Magyar deutlich vor der Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán, den Sitschow bisher auf Facebook eher positiv begleitete. Das sei „nur wegen der AfD“ gewesen, sagt Sitschow, er persönlich sei kein Orbán-Anhänger. „Ich habe den Eindruck, er ist nicht ehrlich.“ Warum also gratulierte er ihm trotzdem? „Das war einfach ein Scherz“, erklärt Sitschow. „Ich habe vermutet, dass Orbán gewinnt“, gewünscht habe er sich das aber nicht.
Wie sein Scherz so ankam, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Sitschows Profil ist „momentan nicht verfügbar“. Der Neu-Stadtrat beklagt, es sei gesperrt worden. Bei Facebook kam sein Humor also schon mal weniger gut an.