Stolper-Pflaster in der Regensburger Altstadt: Geht Abschleifen doch?

Von Juliana Ried · 15. April 2026 um 10:00

Vom Rollstuhlfahrer bis zur Mama mit Kinderwagen: Viele kämpfen mit dem holprigen Kopfsteinpflaster in der Regensburger Altstadt. Es einfach abzuschleifen, sei nicht möglich, hieß es im Januar im Planungsausschuss. Bald könnte es doch klappen. Wie, soll ein Blick nach Neumarkt zeigen.

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Die FDP forderte im Winter „mindestens vom Kohlenmarkt bis zur Ludwigstraße“ eine Wegverbindung mit einer ebenen Oberfläche. Der Planungsausschuss beschloss im Januar, dass die Verwaltung ein Konzept erarbeitet, wie die Stadt den Bereich barriereärmer gestalten könnte. Simples Abschleifen der Steine sei nicht möglich, hieß es.

Im Januar hatte Tiefbauamtschef Michael Köstlinger zum Thema Abschleifen ausgeführt: „Es würde uns um die Ohren fliegen, wenn wir das fräsen“; der erforderliche Verbund sei nicht vorhanden. Für mehr Barrierefreiheit seien deshalb definitiv andere Steine, wie sie bei neuen Vorhaben in der Altstadt üblich sind, notwendig. Am Dienstagabend erklärte Köstlinger nun im Planungsausschuss in einem Zwischenbericht, neue Techniken ermöglichten, „dass man vernünftig, schonend, Pflaster abschleift oder fräst. Das wird in Neumarkt verfolgt und ein paar andere Städte springen ebenfalls gerade auf diesen Zug.“ In Regensburg gebe es derzeit insbesondere Bedenken vonseiten der Denkmalpflege. Das Tiefbauamt habe sich deshalb zunächst überlegt, „dass wir eine Probefläche anlegen lassen“. Diese aber müsse repräsentativ sein, was schwierig sei; selbst zwischen Haidplatz und Kohlenmarkt gebe es verschiedene Pflaster. Und auch für einen Test hätte die Stadt Geld in die Hand nehmen müssen.

„Wir wollen das Thema weiterverfolgen“

Das Amt wolle nun deshalb zunächst nach Neumarkt blicken, wo demnächst etwas gefräst werden soll. 110.000 Euro nimmt die Kommune für das Projekt in der Unteren Marktstraße in die Hand. Köstlinger sagte: „Wir wollen uns erst einmal dort anschauen, was die machen.“ Da gehe es um nötige Vorleistungen seitens der Stadt, aber natürlich auch um das Ergebnis. Köstlinger versicherte dem Ausschuss: „Wir wollen dann das Thema weiterverfolgen.“ Eingangs hatte er erklärt, das Tiefbauamt habe schon länger das Bestreben, eine Strecke herzustellen, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität leichter zu nutzen zu ist, insbesondere auf dieser Platzfolge, aber auch an anderen Stellen, beispielsweise am Dom. Auch der Inklusionsbeauftragte wünsche sich solche Wege. FDP-Stadträtin Gabriele Opitz kommentierte Köstlingers Ausführungen mit den Worten „sehr schön“, weitere Anmerkungen gab es nicht.

Die FDP hatte in ihrem im Dezember eingereichten Antrag auch mit der Erreichbarkeit einer Reihe von Einrichtungen argumentiert. Von einer ebenen Spur profitierten Menschen, die auf dem Weg zu Volkshochschule, Bibliothek, Thon-Dittmer-Palais oder der Tourist-Info seien – oder zum Büro der Kontaktgruppe Behinderter und Nicht-Behinderter am Haidplatz.