Heimatlosen Samtpfoten in Furth im Wald droht der Verlust der Katzenhilfe

Die Tierhilfe Furth im Wald – Für Katzen in Not e.V. steht vor einer großen Herausforderung: Bis zum Jahr 2028 muss der Verein seine Unterkunft am Drachensee in Furth im Wald (Landkreis Cham) verlassen. Problem: Ein neuer Standort ist bislang nicht in Sicht und die Zeit drängt. Doch aus dem Rathaus kommen positive Signale.
„Seit 2018 engagiert sich der Verein ehrenamtlich für herrenlose, kranke und in Not geratene Katzen“, erklärt Roswitha Engl, Leiterin der Einrichtung. Um diese wichtige Arbeit fortsetzen zu können, werde derzeit intensiv nach einem geeigneten Grundstück gesucht.
Der Standort muss einige Anforderungen erfüllen
Die Suche gestaltet sich auch deshalb schwierig, weil nicht jedes Objekt für den Tierschutz geeignet ist. „Wir brauchen einen ruhigen Standort außerhalb der Stadt, möglichst jedoch auf Gemeindegebiet“, so die Leiterin. Das neue Objekt soll ausreichend Platz bieten – etwa 800 bis 1000 Quadratmeter Grund werden benötigt. „Geplant sind Aufenthaltsräume für die Tiere, Quarantänebereiche, Lagerfläche und ein gesichertes Außengehege“, sagt Julia Bertsch, die sich seit vielen Jahren für Katzen in Not engagiert. Besonders wichtig seien dabei Bewegungsfreiheit und Rückzugsmöglichkeiten für die Katzen. Zudem müssten getrennte Bereiche für kranke oder aggressive Tiere eingerichtet werden.
Ein Standort in der Peripherie wäre besonders geeignet. „Wir müssen und wollen unsere Hofkatzen mitnehmen, die können wir nicht in dicht besiedelten Wohngebieten rauslassen“, so Engl. Bevorzugt geeignet wäre demnach ein Grundstück in Daberg, Schafberg, Dieberg oder einem anderen Ort im Gemeindegebiet. „Da haben die Tiere ihre Ruhe und wir stören niemanden“, ergänzt sie. Die Suche nach einem passenden Grundstück gestalte sich jedoch schwierig. Häufig scheitern Anfragen demnach an den Vorstellungen der Eigentümer oder an baurechtlichen Vorschriften.
Die Tierschützer bedauern, dass trotz intensiver Suche und Nachfragen bis jetzt keine Lösung gefunden werden konnte. Für die Zeit nach 2028 bleibe die Situation daher ungewiss. Doch so viel ist sicher: „Sollte kein neuer Standort gefunden werden, steht die Zukunft der Tierhilfe Furth vor dem aus.“ Es ist kein Geheimnis, dass die Situation allgemein schwierig ist: Tierhilfen und Tierheime sind meist überfüllt und müssen regelmäßig Aufnahmestopps verhängen. Daher wäre dies ein erheblicher Verlust für die Stadt Furth im Wald sowie für den Landkreis Cham, so Engl. Seitens der Stadt weiß man um die prekäre Situation. Auf Nachfrage berichtet Bürgermeister Sandro Bauer, es habe bereits einen Termin zusammen mit dem Landratsamt gegeben.

Sandro Bauer schätzt die Arbeit der Tierhilfe
Ein Objekt, dass vom Tierschutz-Team ins Auge gefasst worden war, lag zu exponiert und war daher nicht genehmigungsfähig. „Ich habe aber schon mit der Verwaltung gesprochen, ob es Alternativen gibt“, so der Rathauschef. Das werde derzeit geprüft. Versprechen könne er nichts, aber er weiß die in allen Belangen gute Arbeit der Tierhilfe zu schätzen. Kastrationen, Versorgung verletzter Tiere und Pflege, all das liege ihm als Tiernarr selbst am Herzen. „Es ist aller Ehren Wert, was und wie sie es machen“, sagt Bauer.
■ Der Verein hofft auf die Unterstützung von Grundstücksbesitzern oder Gemeinden, die ein geeignetes Objekt zur Verfügung stellen können und wollen. Roswitha Engl freut sich über Angebote, Tel.: 0 15 78/8 24 23 92. Sowohl Pacht als auch Verkauf kommen infrage.