Buntes Programm: Maibaum-Aufstellen startet in Furth im Wald in eine neue Ära

Von Alexander Frimberger · 13. April 2026 um 05:00

Tradition lebt weiter und blüht auf, wenn sich engagierte Vereine darum sorgen. Furth im Wald hat Glück, dass es ehrenamtliche Kümmerer gibt. Jüngstes Beispiel: Das Aufstellen des Maibaums am letzten Abend im April. Am Freitagabend wurde ein verbessertes und aufgehübschtes Konzept vorgestellt, bei der auch die Sicherheit weiter in den Fokus gerückt ist.

Seit frühester Jugend ist Wolfgang Schächtl vom Maibaum-Aufstellen begeistert. Der Vorsitzende des Fördervereins Grenzfähnlein hat recherchiert, dass diese Tradition bis ins Jahr 1659 zurückverfolgt werden kann. Schon damals war die „Grenzfahne“ für das Aufstellen verantwortlich. 1974 endete die Tradition plötzlich, wurde 1994 wieder belebt.

Der Maibaum hat in Furth eine bewegte Geschichte

Der damalige Bürgermeister Reinhold Macho, Schächtls Vater Max von den Feuerschützen und Franz Thurner waren die Triebfedern dafür, die Tradition wieder aufleben zu lassen. Zehn Jahre lang haben die Feuerschützen die Leitung übernommen. Die Jahre 2007 und 2008 liegen ein wenig im Dunkeln. Es wird vermutet, dass einmal ein Kran ohne Zuschauer die Arbeit erledigt hat und beim zweiten Mal die Aktion ganz ausgefallen ist. Das war nicht nur Schächtl, der damals Vorsitzender des FC Furth im Wald war, ein Dorn im Auge. So organisierte der Verein das Traditions-Event drei Jahre lang. Dann wurde Sandro Bauer Bürgermeister, fortan zeichneten Stadt, städtischer Bauhof und Touristinfo verantwortlich. Bewirtung und Programm übernahmen Vereine und ein Gastronom.

Der lebhafte Besuch der vergangenen Jahre zeige, dass das Interesse der Bevölkerung groß ist. Deshalb möchte der Grenzfähnlein-Förderverein, wie deren Vorsitzender sagt: „In eine neue Ära starten“ und das Maibaum-Aufstellen bunter und vielfältiger machen. Vielleicht, so die Überlegung, kann da schon im kommenden Jahr ein noch größeres Event, „Tanz in den Mai“, stattfinden, das dann bis um 22 Uhr dauern könnte, wie Stephanie Schächtl verrät. Die Zustimmung zum Neuanfang ist groß, mit einer Ausnahme trafen sich alle Vereine sowie Vertreter der Stadt im Nebenraum des Gasthaus Stangl, um den Ablauf der Veranstaltung festzuzurren. Die Aufgaben sind dabei klar verteilt: Die Tourist-Info kümmert sich um Themen wie Versicherung, Gema, alles Vertragliche. Alles rund um den Baum und das Thema Sicherheit liegt in den Händen des städtischen Bauhofs. Bauhofleiter Christian Haimerl betonte, es sei wichtig, dass der Baum in festen Händen ist. Im Bauhof liegt er, dort wird er ausgemessen und auf eventuelle Schäden überprüft. Risse, Faulstellen und Ähnliches könne er aufweisen und schlimmsten Falls brechen. Gerade bemalte Maibäume seien anfälliger als naturbelassene. „Die Vorbereitung bis zur Durchführung muss der Bauhof machen“, so Haimerl, denn jede Baustelle sei top gesichert und letztlich sei die Aktion mit einer Baustelle vergleichbar.

Eine große Mannschaft rund um Wolfgang Schächtl (li.), Vorsitzender des Fördervereins Grenzfähnlein, will dafür sorgen, dass das Maibaumaufstellen noch attraktiver wird. - Foto: Alexander Frimberger

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre werden rund 500 bis 700 Zuschauer erwartet. Auch hier will man den Sicherheitsfaktor weiter erhöhen. Da habe es in den vergangenen Jahren Versäumnisse gegeben. Es werden mehr Bänke aufgestellt, die einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum eigentlichen Geschehen haben. „Es kann nicht sein, dass währenddessen einer unter dem Baum durchrennt.“ Es gilt für Mitwirkende ein striktes Alkoholverbot so lange der Baum gehoben wird und beim Transport zum Stadtplatz (übernimmt Hans-Jürgen Traurig) dürfen heuer keine Kinder mehr auf dem Baum sitzen, weil laut Haimerl nicht ausgeschlossen werden kann, dass eines herunterfällt und sich verletzt. Die Verkehrssicherung an diesem Tag übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Furth im Wald. Mit ihrer Drehleiter werden sie zum Schluss, wenn der Stamm seine Spitze in den weiß-blauen Himmel reckt, die Zunftzeichen anbringen.

Den Verkauf von Bratwurstsemmeln übernimmt wieder der FC. Getränke werden vom Förderverein ausgegeben, die mit Christkindlmarkt, langer Nacht und anderen Veranstaltungen einige Erfahrung bei der Bewirtung haben. Ein weiterer Aspekt, die Sicherheit zu erhöhen: Mitglieder des Spielmannszugs werden bedienen und Getränke zu den Tischen bringen. Damit ist gewährleistet, dass die Besucher möglichst auf ihren Plätzen sitzen bleiben. Mitglieder der Ratsherrn, des FC, des Spielmannszuges und des Bauhofs dürfen Geschick beweisen und die Muskeln spielen lassen, wenn sie den Maibaum in die Höhe hieven. Das Programm, das unter der Leitung von Stephanie Schächtl ausgearbeitet wurde, hat heuer aber noch weitere Programmpunkte zu bieten.

Der Stadtplatz ist von 16 bis 21 Uhr gesperrt Ab 17 Uhr startet die Bewirtung. Rund eine halbe Stunde lang gibt es eine Modenschau der Trachtenprofis von „Quadrudl“, die von Blumen Hofmann unterstützt werden. Für die musikalische Unterhaltung sorgt das Further Blasorchester. Um 17 Uhr, also eine halbe Stunde früher als sonst, erfolgt in der Bahnhofstraße die Aufstellung Maibaum-Zug. Der wird angeführt vom Spielmannszug und wird von allen Beteiligten begleitet. Auch „kleines“ und „großes“ Ritterpaar werden erwartet. Um 17.45 Uhr startet der rund einstündige Aufstellvorgang, danach erfolgt ein Salut der Feuerschützen.

Neu: Ein Auftritt der Goaßlschnalzer

Neu ist der folgende Auftritt der „Goaßlschnalzer“ vom Verein der Pastritztaler. Schließlich rückt die Feuerwehr mit der Drehleiter an und vollendet das Gemeinschaftswerk mit dem Anbringen der Schilder. Um 19.30 Uhr wird die Veranstaltung beendet. Alle Helfer bekommen als Anerkennung eine Bratwurstsemmel und ein Getränk. Die Einnahmen aus dem Verkauf kommen nach Abzug der Kosten der Jugendarbeit des FC und dem Spielmannszug zugute.