Bürgermeister Peter Bergler sieht keinen Eingriff in hochwertige Naturbereiche

Von Mittelbayerische Zeitung · 9. April 2026 um 15:28

Im Zusammenhang mit der aktuell diskutierten Herausnahme von knapp 60 Hektar aus dem Landschaftsschutzgebiet im Gemeindegebiet Berg erläutert Bürgermeister Peter Bergler in einer Pressemitteilung die Beweggründe der Gemeinde.

Darin stellt er klar, dass es sich bei einem Großteil der betroffenen Flächen keineswegs um unberührte Natur- oder landwirtschaftlich intensiv genutzte Gebiete handele. „Vielmehr umfasst die geplante Anpassung bereits bestehende Ortschaften und Siedlungsbereiche, darunter Unterwall, Oberwall, Kadenzhofen, Haimburg, Gnadenberg sowie etwa die Hälfte des Ortsteils Unterölsbach“, informiert Bergler.

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Diese Flächen seien seit langem besiedelt und infrastrukturell erschlossen, sodass ihre bisherige Einstufung als Landschaftsschutzgebiet aus heutiger Sicht nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entsprächen.

Bergler nennt als zentralen Punkt der geplanten Maßnahme die maßvolle Weiterentwicklung der Ortschaft Unterölsbach. „Die Gemeinde Berg sieht sich in der Verantwortung, insbesondere für junge Menschen und Familien vor Ort Perspektiven zu schaffen. Konkret geht es dabei um ein sehr begrenztes Gebiet von rund 1,5 Hektar, das künftig als Bauland ausgewiesen werden soll. Ziel ist es, der Abwanderung entgegenzuwirken und die gewachsene Dorfgemeinschaft zu stärken.“

Keine Bebauung in Unter- und Oberölsbach

Die Entwicklungsmöglichkeiten in Unter- und Oberölsbach seien jedoch stark eingeschränkt. Beide Ortsteile lägen im Bereich der Schwarzach und seien daher in weiten Teilen von Überschwemmungsgebieten betroffen, in denen eine Bebauung aus rechtlichen und sicherheitsrelevanten Gründen nicht möglich sei. Zusätzlich verlaufe in unmittelbarer Nähe die Autobahn A3, deren Lärmemissionen weitere Flächen für Wohnbebauung ungeeignet machen, wie Bergler schreibt.

Der Gemeinde stünden nur sehr begrenzte Handlungsspielräume zur Verfügung. Die geplante Herausnahme einzelner Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet stellt für Bergler daher keinen Eingriff in hochwertige Naturbereiche dar. Sie sei vielmehr eine notwendige Anpassung an die tatsächlichen örtlichen Gegebenheiten und eine Voraussetzung für eine behutsame, zukunftsorientierte Entwicklung.

Bergler erklärt: „Die Gemeinde Berg steht weiterhin für einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Landschaft. Gleichzeitig müssen jedoch auch die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden. Die vorliegende Maßnahme versucht, beiden Anliegen gerecht zu werden.“