Made in Berching: Raitenbucherin näht Dirndl, Taschen und vieles mehr

Von Bernhard Neumayer · 7. April 2026 um 19:00

Am Anfang fand Annalena Krauser aus dem Landkreis Neumarkt Nähen uncool. Doch als die heute 28-Jährige während Corona ohnehin nicht so viel zu tun hatte, ließ sie sich auf das Hobby ihrer Schwester und ihrer Mutter ein – mit Erfolg.

Mittlerweile verkauft Annalena Krauser ihre selbstgenähten Artikel: Blusen, Taschen, Rucksäcke, Geldbeutel, Windeltaschen, Schnuffeltücher für Babys, Mäppchen für Stifte, Tabaktaschen und vieles mehr. Besonders stolz ist die Raitenbucherin auf ihre Dirndl.

So sieht das Dirndl in voller Pracht aus. - Foto: Krauser

Fünf Stück hat sie sich bereits selbst genäht. „Verkauft werden die Dirndl aber nicht“, sagt Krauser. Um die Maße bei Kunden zu nehmen, bräuchte sie eine Schneiderausbildung, sagt sie.

Nähen ist nicht Krausers Beruf, sondern ihr Hobby. „Es ist für mich ein bisschen wie Therapie.“ Wenn sie an ihrer Nähmaschine sitzt, hört sie sich oft einen Podcast an. Und dann fertigt sie auf Anfrage von Kunden in ihrem Elternhaus in Raitenbuch Artikel an – im Nähraum, der früher ein Kinderzimmer war.

An ihrer Nähmaschine verbringt Annalena Krauser in ihrer Freizeit einige Stunden. Für das Foto hat sie die Maschine im Esszimmer drapiert. Ansonsten näht sie in ihrem Nähzimmer. - Foto: Bernhard Neumayer

Einen Anteil daran, dass Annalena Krauser heute Selbstgenähtes verkauft, hat auch ihre jüngere Schwester. Als Krauser „irgendwas zwischen 18 und 20 Jahre“ alt war, nahm ihre Schwester Elisa an einem Nähkurs für Kinder teil. Mutter Petra, die selbst näht, hatte auch Annalena gefragt, ob sie Nähen lernen will. „Aber ich fand das am Anfang eher uncool und konnte mit Nähen nichts anfangen“, sagt die heute 28-Jährige.

Währen Corona haben die Krausers Masken genäht

Doch als sie sah, was ihre heute 21-jährige Schwester und ihre Mama nähen, änderte sich Annalena Krausers Einstellung. Vor allem als Elisa und Petra Krauser während der Pandemie Masken nähten, um sie zu spenden, hat Annalena das Nähen ausprobiert.

Bauchtaschen, Moon Bags, Schultertaschen und vieles mehr näht Annalena Krauser in ihrer Stichwerktstatt. - Foto: Krauser

Mit Hilfe von ihrer Schwester und ihrer Mutter sowie anhand von Video-Tutorials verbesserte sich Annalena Krauser immer weiter. Und mit jedem Artikel, den sie für sich selbst, ihre Familie sowie Freunde und Bekannte genäht hat, wuchs die Begeisterung. Schließlich entstand die Idee, ihre Leidenschaft öffentlich zu machen.

Krauser arbeitet als Personalreferentin bei der Huber SE

„Ich wollte irgendwann wissen, wie meine Produkte ankommen und haben eine Instagram-Seite angelegt“, erzählt Krauser. Unter dem Namen „stichwerkstatt“ präsentiert Krauser seit Dezember 2023 ihre Produkte. Mit ihrer Stichwerkstatt hat sie ein Nebengewerbe angemeldet. Hauptberuflich arbeitet Krauser als Personalreferentin bei der Firma Huber SE.

Dirndl und Tasche - made in Berching. - Foto: Krauser

Während sie bei dem Unternehmen in Erasbach ihr Geld verdient, stehe das Finanzielle bei ihrem Hobby nicht im Vordergrund. Vielmehr freut sich Krauser, wenn sie einzigartige Produkte näht. „Meine Artikel sind nicht von der Stange, sondern es sind Einzelstücke“, sagt Krauser.

Im Durchschnitt näht sie fünf bis zehn Taschen pro Monat

Im Durchschnitt fertigt Krauser fünf bis zehn Taschen im Monat an – mal mehr, mal weniger. Jeder Kunde könne Stoff, Farbe und Form selbst auswählen.

Krauser fertigt auch Schultertaschen an. - Foto: Krauser

Und wenn Menschen dann Krausers Taschen oder Rucksäcke tragen, macht sie das ein Stück weit stolz. „Selbstgenähtes hat einen ganz anderen Wert als gekaufte Ware“, findet Krauser.

Produkte auf Instagram unter „Stichwerkstatt“ zu finden

Und deshalb will sie künftig auch mehr Kleidungsstücke für sich selbst nähen. Ob sie in Zukunft auch Hosen und Oberteile für Kunden näht, wird sich zeigen. Unklar ist ebenso, ob es irgendwann einmal einen Online-Shop der Stichwerkstatt gibt. Überlegungen in diese Richtung hat Krauser zumindest schon, wie sie verrät. Bisher können sich Interessierte ausschließlich über den Instagram-Account informieren – und natürlich im persönlichen Gespräch.

Kunden können Stoff, Farbe und Form der Taschen selbst auswählen. - Foto: Krauser

Online-Shop hin oder her: Unabhängig davon sitzt Krauser weiter an der Nähmaschine im früheren Kinderzimmer. Ob es ihre Produkte aus dem unscheinbaren Raum in Raitenbuch weiter hinaus in die Welt schaffen, wird man sehen.