A93: Brückenabriss bei Nabburg war erst der Anfang – Großbaustelle bei Schwandorf steht an

Es waren spektakuläre Bilder, die sich Zaungästen Mitte März bei Nabburg im Landkreis Schwandorf boten: Mehrere Kettenbagger nagten an einer Autobahnbrücke und rissen das etwa 3000 Tonnen schwere Bauwerk binnen einer Nacht ein. Die A93 war während der Abrissarbeiten gesperrt. Einschränkungen auf der Autobahn, der Hauptverkehrsachse durch den Landkreis, wird es im Sommer auch zwischen Schwarzenfeld und Schwandorf geben. Denn dort steht die nächste Großbaustelle an.
Wie berichtet, hatte der Brückenabriss bei Nabburg für viel Aufsehen gesorgt. Unter Flutlicht waren am 21. März mehrere schwere Baumaschinen angerückt, darunter Kettenbagger mit Abbruchzangen und hydraulischen Meißeln. Stück für Stück wurde die Brücke zerlegt. Die tonnenschweren Betonteile wurden zerkleinert, sortiert und dann abtransportiert. Die Abbrucharbeiten sollten eine ganze Nacht in Anspruch nehmen und erforderten höchste Präzision. Mehrere Hundert Zaungäste hatten das Geschehen vor Ort mitverfolgt.
Mittlerweile ist von der Brücke nichts mehr zu sehen. Und so bietet sich ein ungewohntes Bild. Wer von der Autobahn nach Westen Richtung Nabburg blickt, hat plötzlich ein freies Sichtfeld. Gearbeitet wird an der Abbruchstelle aber immer noch. Wie Maria Schraml, Sprecherin der Autobahn GmbH des Bundes, auf Anfrage der MZ berichtete, finden derzeit noch „der Restabbruch der alten Brückenwiderlager sowie die Aufbereitung des Abbruchgutes“ statt.
45 Meter lange Brückenträger werden im Juli eingehoben
Nach den Osterferien soll dann mit dem Aushub der Baugruben für die neuen Brückenwiderlager begonnen werden. „Hier wird nach dem Einbringen des Verbaus direkt mit den Gründungsarbeiten für das neue Bauwerk begonnen“, erklärte Schraml.

Spektakuläre Bilder wird es dann bei Nabburg wieder Mitte Juli geben. Voraussichtlich in den Kalenderwochen 29 und 30 können fünf Verbund-Fertigteil-Träger für die neue Brücke eingehoben werden. Diese haben jeweils eine Länge von 45 Metern und ein Gewicht von rund 90 Tonnen. Gefertigt werden sie derzeit in einem Werk in Thüringen. Insgesamt sind für den Austausch der Autobahnbrücke Kosten von rund 7,2 Millionen Euro veranschlagt.
Nächste Baustelle zwischen Schwarzenfeld und Schwandorf-Nord
Parallel zu den Arbeiten in Nabburg wird die Autobahn GmbH heuer noch eine zweite Großbaustelle im Landkreis Schwandorf starten. Wie Sprecherin Maria Schraml mitteilte, steht zwischen den Anschlussstellen Schwarzenfeld und Schwandorf-Nord eine Fahrbahnerneuerung an.

Die Bauarbeiten sollen in Fahrtrichtung Regensburg stattfinden. Losgehen soll es im Juni, das Ende der Arbeiten wird im November erwartet. Die Bauzeit betrage also etwa 20 Wochen. Insgesamt soll die Maßnahme rund 8,2 Millionen Euro kosten. Verkehrsteilnehmern sollen in beide Fahrtrichtungen dennoch zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen.
Laut Sprecherin Schraml ist der zu sanierende Abschnitt etwa 5,2 Kilometer lang. Während der Arbeiten müsse auch die Anschlussstelle Schwandorf-Nord voraussichtlich im September für etwa zwei Wochen gesperrt werden. Hierzu werde aber noch gesondert informiert, teilte die Vertreterin der Autobahn GmbH auf MZ-Anfrage mit.
Verbesserung für Anwohner: Lärmarmer Asphalt wird verbaut
Mit der Großbaustelle zwischen Schwarzenfeld und Schwandorf sollen auch mehrere Verbesserungen eintreten. So soll die Fahrbahn künftig mit einem lärmarmen Asphalt ausgestattet sein. Außerdem werde die Anschlussstelle Schwandorf-Nord saniert sowie die Optimierung der Querneigung für eine bessere Entwässerung angestrebt.
Pendler im Landkreis Schwandorf haben bereits reichlich Erfahrung mit Streckensanierungen auf der Autobahn. Die zuständige Autobahn GmbH hatte in den zurückliegenden Jahren gleich mehrere Streckenabschnitte ertüchtigen lassen. So wurde beispielsweise im vergangenen Jahr zwischen Teublitz und Ponholz, ebenfalls in Fahrtrichtung Regensburg, der Asphalt ausgetauscht.