Verkaufsoffene Sonntage und Schwandorf bei Mondschein: Stadt setzt auf bewährte Zugpferde

Von Martin Kellermeier · 1. April 2026 um 19:00

Mit der Eröffnung von „Reno Phone“ in der Friedrich-Ebert-Straße und dem baldigen Start von „SB King“ am Marktplatz deutete sich zuletzt eine Belebung der Schwandorfer Innenstadt an, die zuvor vor allem mit Leerstands-Meldungen und Geschäftsaufgaben in den Schlagzeilen war. Auch die Stadt will heuer wieder mit verschiedenen Veranstaltungen für mehr Leben im Zentrum sorgen und setzt dabei vor allem auf altbekannte Zugpferde. Der Stadtmarketing-Verein will sich derweil für mehr Aufenthaltsqualität einsetzen.

Mit dem Maimarkt am 3. Mai, dem Jakobi-Markt am 26. Juli und dem Kirchweihmarkt am 25. Oktober gibt es wie im Vorjahr wieder drei verkaufsoffene Sonntage in Schwandorf. An diesen drei Terminen dürfen ausschließlich die Geschäfte im Innenstadtbereich öffnen. Der Globus, die Möbelhäuser oder die Geschäfte am TWF-Gelände haben folglich geschlossen.

Reine Marktsonntage, an denen es lediglich Verkaufsstände am Marktplatz gibt und die Geschäfte geschlossen sind, wird es wie bereits im Vorjahr nicht geben. Das heißt: Der Heilig-Dreikönigsmarkt fiel ebenso aus wie es der Fronleichnamsmarkt tun wird. „Ausschlaggebend für die Entscheidung, diese beiden Marktsonntage zu streichen, war die zu geringe Nachfrage seitens der Fieranten“, teilt Rathaussprecherin Lara Schmaus auf MZ-Anfrage mit.

Im Stadtpark findet im Juli wieder das Streetfood Festival statt

Neben den verkaufsoffenen Sonntagen soll es aber noch weitere Termine geben. „Mit dem übergeordneten Ziel, die Schwandorfer Innenstadt zu beleben“, organisiere die städtische Wirtschaftsförderung entsprechende Veranstaltungen. Laut Sprecherin Schmaus finden auch heuer wieder das Streetfood Festival im Stadtpark (3. bis 5. Juli) und die beliebte Einkaufsveranstaltung „Schwandorf bei Mondschein“ (10. Oktober) statt.

Daneben soll das Kneipenfestival (7. November) wieder die Besucher in die Innenstadt locken. Als zusätzlicher Magnet soll bereits am 18. April in Kooperation mit dem Stadtmarketing-Verein die Aktion „Frühlingserwachen“ stattfinden. An diesem Tag sollen die Geschäfte im Zentrum bis 21 Uhr geöffnet sein.

Doch damit nicht genug: Laut Rathaussprecherin Schmaus haben auch die städtischen Kultureinrichtungen für dieses Jahr erneut mehrere Termine inpetto – wenngleich das Bürgerfest in diesem Jahr pausiert. Ein Höhepunkt soll dabei der Schwandorfer Kultursommer im Spitalhof sein, der von 23. bis 25. Juli 2026 stattfindet. Auch das Veranstaltungsformat „Feierabendklänge“, das Blasmusik aus Schwandorf und der Region auf den Oberen Marktplatz bringt, ist für den Spätsommer anvisiert.

Personalmangel stellt Händler vor Herausforderungen

Beim Schwandorfer Stadtmarketing-Verein freut man sich über jedes Event, das mehr Leben in die Schwandorfer Innenstadt bringt. Doch die Mitglieder stehen auch vor Herausforderungen, wie Vorsitzender Marco Diermeier im MZ-Gespräch schildert: „Für manche Händler sind die verkaufsoffenen Sonntage mit Blick auf den Personalmangel nicht so leicht zu stemmen.“

Es braucht mehr Wohlfühlzonen in der Innenstadt.Marco Diermeier, Vorsitzender des Stadtmarketing-Vereins

Vor allem der Jakobi-Markt im Juli werde durchaus von manch Geschäftsinhaber kritisch gesehen. „Der Markt wird als eher verkaufsschwach bewertet“, berichtet Diermeier. Mit Blick auf den Kalender sei das aber nachvollziehbar. Viele Kunden seien da schon im Urlaub oder würden lieber an einem See verweilen.

Auch der Stadtmarketing-Verein will heuer als Veranstalter auftreten. Am 25. Juli, also am Samstag vor dem Jakobi-Markt, würde man gerne einen Blaulicht-Tag durchführen. „Es geht hauptsächlich darum, mehr Frequenz in die Innenstadt zu bringen“, erklärt Vorsitzender Diermeier.

Er fordert mehr Wohlfühlzonen in der Innenstadt: Marco Diermeier, Vorsitzender des Schwandorfer Stadtmarketing-Vereins. - Foto: Peter Mayer

Neben Veranstaltungen will sich der Vereinschef mit seinem Vorstandsteam vor allem für mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt einsetzen. „Es braucht mehr Wohlfühlzonen“, stellt Diermeier im MZ-Gespräch fest. Zudem sollte weniger Verkehr durchs Zentrum fließen. Und noch ein Punkt ist dem Betreiber eines Therapiezentrums wichtig. Er würde sich wünschen, dass noch mehr Aktionen am Marktplatz stattfinden. „Platz haben wir ja. Und schön ist es dort auch“, meint Diermeier.