Schoierer hat richtigen Zeitpunkt gefunden: Ehemaliger Chef des Chamer Veterinäramts hat nun Zeit für Hobbys und Enkel

Von Oliver Hausladen · 7. April 2026 um 05:00

Dr. Reinhold Schoierer hat nun mehr Zeit für seine Hobbys. Unter anderem möchte er sie nutzen, um wieder mehr mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. - Foto: Schoierer

„Es war der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören“, sagt Dr. Reinhold Schoierer, der vor kurzem als Leiter des Veterinäramts am Chamer Landratsamt verabschiedet wurde.

Auch sein Amt als Gesamtvorsitzender des TB 03 Roding möchte er abgeben, um mehr Zeit für seine beiden Enkel und seine Hobbys zu haben, erzählt er. In der kommunalen Politik will sich der amtierende 2. Bürgermeister aber auch weiter engagieren.

Acht Jahre lang an der Behördenspitze

Acht Jahre lang war Schoierer Leiter der Behörde in Cham, vier Jahre davor schon in Regensburg. „Es ist eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit, auch wenn sie nicht immer leicht war“, blickt er zurück. Mit Tieren verschiedenster Größe hatte er zu tun, ebenso mit ganz verschiedenen Menschen. Auch war von Einzelschicksalen bis zu großflächigen Vorschriften wie etwa bei der Vogelgrippe alles dabei.

Die Probleme im Bereich des Veterinärwesens seien auch im ländlichen Raum im Laufe der Zeit nicht kleiner geworden, im Gegenteil, weiß Schoierer, der vor seiner Zeit in der Behörde als praktizierender Tierarzt tätig war („Das war auch sehr schön, aber nicht mit so viel Abwechslung“). So habe es auch im Landkreis schon Fälle von Animal Hording gegeben, in der Corona-Zeit hätten sich zudem einige Menschen Haustiere geholt, mit denen sie dann überfordert waren.

So waren auch in extremen Fällen Tier-Wegnahmen notwendig, oft alles andere als ein leichter Arbeitsgang: „Man hat die Tiere, die oft in einem sehr schlechten Zustand sind, aber auch die Menschen“, erzählt er. Deren Reaktionen reichten von Wut bis Resignation und noch weiter. „Man hat manchmal sogar Angst, dass sie sich etwas antun und versucht dann im Gespräch, sie zu beruhigen“, berichtet Schoierer.

21 Jahre Vorsitz sind genug

Ein Problem im Landkreis sei auch der Welpenschmuggel aus Tschechien. Wenn die Tiere aufgegriffen werden (was wohl nur bei einem geringen Prozentsatz der Fall sei) fielen hohe Kosten für die Steuerzahler an, erläutert Schoierer, der jetzt in der Freistellungsphase der Altersteilzeit ist. Die jungen Hunde müssten versorgt, untersucht, untergebracht und meist geimpft oder anderweitig behandelt werden. Er appelliert an alle Interessenten, sich keine Tiere illegal zu besorgen, „man tut damit niemanden einen Gefallen.“

Noch im Amt ist Schoierer als Gesamtvorsitzender des TB 03 Roding – und das mittlerweile seit 21 Jahren. „Da ist es jetzt an der Zeit, dass jemand Frisches mit neuen Ideen kommt“, sagt er, auch etwa um den Bereich Social Media besser zu bespielen: „Da bin ich zu alt dafür.“ Das Amt habe ihm viel Freude bereitet, erzählt er, und sei auch mit weniger Aufwand verbunden, als manche vielleicht denken würden. „Ich bin sicher, der Leiter einer Abteilung, die einige Mannschaften im Spielbetrieb hat, hat einiges mehr zu organisieren“, sagt der Noch-Vorsitzende, der hofft, dass sich bald ein Nachfolger findet – die Suche dauert nun doch schon eine ganze Weile.

Der Verein sei dabei prinzipiell sehr gut aufgestellt, auch in den Abteilungen laufe alles nach Plan, nur sportlich kriseln derzeit etwa Erstliga-Gewichtheber und Landesliga-Fußballer, denen beiden der Abstieg droht. „Das ist aber nicht schlimm und gehört zum Sport dazu“, sagt Schoierer, der findet: „Wichtiger ist, dass in der Abteilung die richtigen Leute zusammen sind und es passt, und das ist der Fall.“ Außerdem gäbe es auch Sparten, in denen es sportlich sehr gut laufe, Tennis etwa sei „noch nie so gut dagestanden wie jetzt.“ Einbringen wolle er sich weiterhin beim TB, betont Schoierer, eventuell auch in einer Abteilung, „aber nicht mehr in führender Position.“

Als 2. Bürgermeister würde er weitermachen

Nicht zurückfahren möchte er dagegen sein Engagement in der Kommunalpolitik, wo er in der zu Ende gehenden Legislaturperiode 2. Bürgermeister war und während des Mutterschutzes auch Rathaus-Chefin Alexandra Riedl vertreten hat. „Wenn es gewünscht ist, ich gefragt und gewählt werde, würde ich das auch gerne weitermachen“, berichtet er. Mit Riedl, die er seit ihrer Kindheit kenne, verbinde ihn eine Freundschaft und ein sehr vertrauensvolles Verhältnis, die Arbeit im Stadtrat und als 2. Bürgermeister sei „sehr spannend und abwechslungsreich.“ Auch selbst mitgestalten zu können an der Zukunft der Stadt fasziniere ihn.

Trotzdem wird Schoierer künftig viel mehr Freizeit bleiben. Wie er diese nutzen will? Vor allem, um mehr Zeit, mit seiner Familie und seinen Enkeln zu verbringen. „Mit vier und zwei Jahren sind die dafür im richtige Alter“, sagt der Opa mit einem Schmunzeln. Außerdem will sich Schoierer mehr Zeit für seine Hobbys nehmen, viel Rennrad fahren und zum Skifahren gehen. Zudem fänden sich zu Hause „immer viele Aufgaben, die es zu erledigen gilt“, hat er keine Sorge, dass es ihm im Ruhestand langweilig wird.