Nachwuchs, der Freude macht: Musikpädagogisches Projekt in Rieden beeindruckt

Mit einem klangvollen Auftakt stellte sich das neue Bläserensemble der Grundschule Rieden vor. In Zusammenarbeit zwischen Grundschule und der Blaskapelle St. Georg wurde die erste Bläserklasse ins Leben gerufen. Federführend begleitet Sophie Rüth vom Riedener Musikverein die Unterrichtseinheiten.
Nun gaben die jungen Nachwuchsmusikschüler ihr erstes Konzert in der Aula der Schule zum Besten. Die ganze Schulfamilie samt Lehrerschaft zeigte sich beeindruckt. Von Trompete, Klarinette, Querflöte über Tenorhorn, Posaune und Saxofon bis zur Trommel: Die 30 Kinder haben seit Start der Bläserklasse zu Schuljahresbeginn im September große Freude am Erlernen ihres Instrumentes.
Instrumente aus Nürnberg angeschafft
Bei der ersten gemeinsamen Darbietung ertönten unter anderem „We Will Rock You“ und „The Lion Sleeps Tonight“. Sophie Rüth leitete das erste Konzert der Kinder, die die Klassen zwei bis vier an der Riedener Schule besuchen und im Alter von etwa acht bis zehn Jahren sind. Gegründet wurde die Bläserklasse von der Blaskapelle St. Georg Rieden, welche diese auch organisiert und finanziert. Der Verein hat für diesen so besonderen Unterricht eigens Instrumente vom Instrumentenbauer Blech in Nürnberg angeschafft. „Einmal wöchentlich leite ich die Bläserklasse in der Grundschule, zusätzlich erhalten die Kinder Einzelunterricht über die Blaskapelle“, erklärt Sophie Rüth. Ihr kam ursprünglich die Idee zur Schaffung einer Bläserklasse in Rieden.
Die Riedenerin hat einen beeindruckenden musikalischen Lebenslauf vorzuweisen. Sophie lernte im Alter von acht Jahren in Riedens Blaskapelle die Trompete zu spielen und ist in etlichen Musikgruppen und Orchestern beheimatet. 2025 wurde ihr die große Ehre zu Teil, als erste Türmerin des Saarlandes mit ihrer Trompete aufzutreten.
Die Eindrücke aus ihrem Studium der Musikpädagogik an der Musikhochschule in Saarbrücken nahm Sophie mit nach Hause ins Vilstal. „Während meiner Zeit im Saarland durfte ich drei Jahre lang eine Bläserklasse an einer Grundschule leiten. Im Studium habe ich mich intensiv mit der gängigen Bläserklassenliteratur beschäftigt. Das hat mich dazu inspiriert, neue Konzepte zu entwickeln, die speziell auf Grundschulkinder zugeschnitten sind. Als für mich feststand, dass ich wieder in meine Heimat zurückkehren würde, habe ich der Blaskapelle Rieden meine Ideen vorgestellt. Der Zuspruch für die Umsetzung war von Anfang an da“, freut sich Sophie Rüth.
Die Riedenerin ist nicht nur selbst klangvoll unterwegs, sondern hat sich mittlerweile dem Unterricht, der Ausbildung und der kindlichen musikalischen Förderung verschrieben. Als Musikdozentin zeigt Sophie Rüth auf, wie wichtig es ist, gerade Kinder musikalisch früh zu fördern. „Durch das gemeinsame Musizieren auf Blasinstrumenten lernen die Schüler nicht nur musikalische Grundlagen, sondern auch wichtige soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, gegenseitiges Zuhören und Verantwortung in einer Gruppe. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die enge Zusammenarbeit mit der örtlichen Blaskapelle. Dadurch entsteht eine Brücke zwischen Schule und Vereinsleben. Die Kinder erleben früh, wie bereichernd gemeinsames Musizieren im Verein sein kann und erhalten eine Perspektive, ihre musikalische Ausbildung später in der Blaskapelle fortzuführen“, erklärt die Musikpädagogin.
Musik hilft auch dabei, Selbstvertrauen aufzubauen
Stolz auf das Projekt ist auch Schulleiterin Christine Kölbl. „Gerade bei Grundschülerinnen und Grundschülern trägt das Musizieren dazu bei, Selbstvertrauen aufzubauen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Erfolge werden gemeinsam erlebt, Herausforderungen gemeinsam gemeistert - so auch beim ersten gemeinsamen Schulauftritt. Das schafft Zusammenhalt und Motivation.“
Im laufenden Schuljahr ist ein Konzert beim Sommerfest der Blaskapelle an Fronleichnam sowie am Schulfest der Grundschule geplant. Blaskapellenvorsitzender Sebastian Zapf ist vom Projekt sehr überzeugt: „Der Nachwuchs ist es, der die Zukunft erklingen lässt – und genau darauf dürfen wir als Verein besonders stolz sein“.