Frühjahrsmarkt in Neustadt fällt aus: Sind zu hohe Sicherheitsauflagen der Grund?

Es ist eine traurige Mitteilung, die auf der Homepage des Arbeitskreises Neustädter Wirtschaftsförderung (ANW) steht: „Frühjahrsmarkt 2026 entfällt.“ Keine Erklärung, nichts weiter. Wir haben nachgefragt.
Jahrzehntelang war der Frühjahrsmarkt eine der Attraktionen in Neustadt. Er lockte mit verkaufsoffenen Geschäften und zahlreichen Attraktionen tausende Besucher und Besucherinnen an. Am Sonntag 12. April, hätte er stattfinden sollen, doch jetzt fällt er aus.
Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) hatte die Nachricht unlängst in der Sitzung des Stadtrats kund getan. „Der ANW hat mitgeteilt, dass er den Frühjahrsmarkt im Jahr 2026 nicht veranstalten wird“, hatte Memmel den Stadträten mitgeteilt. Es werde deshalb auch keinen verkaufsoffenen Sonntag geben, denn der sei an bestimmte Ereignisse wie beispielsweise Märkte gebunden und könne nicht ohne derartige Veranstaltungen stattfinden.
Geänderte Sicherheitsregeln als Grund
Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte Sabine Kovar für den ANW, dass es geänderte Sicherheitsauflagen für die Veranstaltung seitens des Landratsamtes Kelheim gegeben habe. „Dafür haben wir das Geld nicht und wir können auf die Schnelle auch nicht das gewünschte Sicherheitskonzept erstellen“, sagte Kovar. Sie sagte aber auch, dass das Landratsamt dem ANW „geholfen“ habe.

Seitens des Landratsamtes wird unterdessen die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzeptes betont. „Darin sollen wesentliche Aspekte zur Sicherung der Veranstaltung enthalten sein (z. B. vermutete Anzahl der Besucher, Vorgehen bei versch. Schadenslagen (Unwetter, Störungen, usw.), Lage der Notausgänge, Sanitätsgestellung, usw.)“, teilte Sonja Endl, stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes, mit. Das gelte auch für den ANW, der „darüber informiert wurde, dass die Erstellung einer Risikoanalyse und eines Sicherheitskonzeptes nicht zwangsläufig durch eine Fachfirma erfolgen muss. Sofern das Sicherheitskonzept inhaltlich ausreichend bestimmt wird, kann dessen Erstellung auch durch den Veranstalter selbst erfolgen“.
Im Landratsamt Kelheim fand dazu Anfang März 2026 ein Koordinationsgespräch unter Beteiligung der Abteilungsleitung Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Untere Straßenverkehrsbehörde und Antragsteller statt. „Der Antragsteller wurde nochmals über die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzepts aufgeklärt, insbesondere wurde der notwendige Umfang der Sicherheitsbewertung dargestellt“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Wesentlicher Aspekt in einem Sicherheitskonzept sei eine Gefährdungsbeurteilung bzw. Risikobewertung, die zu erstellen ist, wofür, so Sonja Endl weiter, circa eine halbe Din A4-Seite sowie den dazugehörigen Erläuterungen auf circa einer DinA4-Seite erforderlich seien.
Ausdrücklich verwehrt man sich seitens der Behörde gegen den Verdacht, diese Auflagen seien zu hoch. „Von unerfüllbaren Auflagen mit Kostenaufwand kann hier nicht die Rede sein“, schreibt die stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes.
Landratsamt: Nichts mehr gehört vom Antragsteller
Vielmehr sei es zum Abschluss des Gesprächs „gemeinsamer Konsens aller Beteiligten“, gewesen, dass der Antragsteller ein Sicherheitskonzept mit Risikoanalyse erstellen und vorlegen wird. „Seitdem ist aber von Seiten des Antragstellers eine Kontaktaufnahme gleich welcher Art nicht mehr erfolgt.“ Stattdessen hat der ANW auf seiner Homepage veröffentlicht, dass der Frühjahrsmarkt abgesagt wurde. Der Frühjahrsmarkt fällt damit aus.
Er war mit dem Herbstmarkt einer der beiden Märkte in Neustadt a.d. Donau, die bisher noch vom ANW betrieben wurden. Bereits seit einigen Jahren organisiert die Stadt den vorweihnachtlichen Andreasmarkt, der bis dahin vom ANW durchgeführt wurde.