Fürst Albert von Thurn und Taxis hält eine Vorlesung über die Sünde

Von Christian Eckl · 3. April 2026 um 09:00

Albert von Thurn und Taxis hat über den Kirchenvater Thomas von Aquin promoviert. Jetzt hat er über den Kirchenlehrer und die Sünde gesprochen. Dass er auch in Edinburgh einen Abschluss gemacht hat, wo der König Charles und nicht der Papst Kirchenoberhaupt ist, sorgte bei seinem Publikum für einen Lacher.

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Der Regensburger Adelige Albert von Thurn und Taxis hat nun auch als Vortragender universitäre Weihen bekommen. An seiner Alma Mater, der Päpstlichen Universität Thomas von Aquin, hielt der Unternehmer einen Vortrag über eine Doktorarbeit. Thurn und Taxis ist seit 2022 promoviert, er darf sich also Dr. Albert von Thurn und Taxis nennen. Während die Bezeichnung als Fürst lediglich einen Haustitel bezeichnet, den es standesamtlich gar nicht gibt, lautet der Eintrag in seinem Pass nun Dr. Albert Prinz von Thurn und Taxis.

„Es ist ein wahres Vergnügen, sich in der Gesellschaft von Gleichgesinnten zu befinden, die Anhänger von Thomas von Aquin sind“, sagte von Thurn und Taxis in seinem Vortrag an der Universität, „der für mich sowohl intellektuell als auch persönlich eine wichtige Orientierung geworden ist“.

Der Adelige bezeichnet sich in dem Vortrag selbst als Philosoph und nicht als Theologe – und verursachte damit auch einige Lacher im Auditorium, weil er das damit begründete, dass er Theologie an einer Universität in Edinburgh in Schottland studiert habe – in Anspielung darauf, dass dort nicht der Papst, sondern der König von England Oberhaupt der Kirche ist.

Ist die Sünde etwas durch und durch irrationales?

Albert von Thurn und Taxis‘ Vortrag beschäftigte sich mit der Frage, ob jemand, der eine Sünde begeht, dies aus rationaler Absicht heraus tut – oder ob die Sünde stets irrational ist. Ein Thema also, das auch dem verstorbenen Papst Benedikt XVI. durchaus gelegen hätte. Dieser hatte, auch in einer berühmt gewordenen Regensburger Rede an der Universität 2006, stets die Notwendigkeit der Vernunft für die Religion betont.

„Obwohl der Mensch nach Augustinus und Aquin eine Zusammensetzung aus Seele und Körper ist, gilt die rationale Seele als Prinzip des Denkens und Bewegens“, so von Thurn und Taxis. „Sie macht das aus, was Augustinus den inneren Menschen nennt.“ Der Seele werde „Materiallosigkeit, Unvergänglichkeit und Freiheit zugeschrieben. Für beide Denker ist die rationale Seele der höchste und definierende Teil des Menschen“, hieß es in dem Vortrag.

Dabei spiele die Vernunft eine zentrale Rolle, „denn menschliches Handeln wird durch das Streben nach Wahrheit und das Streben nach gutem Handeln definiert“. Wahrheit sei dabei das oberste Maß der Vernunft, und die Vernunft regle alle anderen Aspekte des Menschen. Laut Thurn und Taxis müsse „erfolgreiches menschliches Handeln der Vernunft folgen“. Und weiter: „Nach beiden Denkern stehen menschliche Entscheidungen im qualitativen Sinne unter dem Maßstab der Vernunft“.

Der Adelige, der das Unternehmen – zahlreiche immobilien, aber auch mit 20 000 Hektar einer der größten privaten Waldbesitze des Landes – leitet, lebte selbst lange Zeit in Rom, wo er die Deutsche Schule abschloss, bevor er zum Studium nach Schottland ging. Heute soll sich von Thurn und Taxis häufig am Starnberger See aufhalten, wo seiner Familie Schloss Garatshausen gehört.

Nicht der erste Akademiker, aber der erste Promovierte

Albert von Thurn und Taxis ist nicht der erste Akademiker in seiner Familie, aber das erste Familienoberhaupt, das promoviert hat. Alberts Vater Johannes (1926 bis 1990) absolvierte nach dem Abitur eine Banklehre. Großvater Karl August (1898 bis 1982) studierte Naturwissenschaften.