Neubau der Autobahnbrücke Pilsach gestartet: Was Anwohner und Autofahrer wissen müssen

Von Wolfgang Endlein · 2. April 2026 um 14:51

Mit dem Drücken eines roten Knopfes und einem bohrenden Bagger ist der Neubau der Autobahnbrücke bei Pilsach im Landkreis Neumarkt angelaufen. Bis 2032 wird der Bau an der A3 dauern. Wie die Brücke gebaut wird, ist technisch bemerkenswert.

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In 31 Metern Höhe überqueren täglich zehntausende Fahrzeuge das Tal der Pilsach auf der 640 Meter langen Brücke. Seit 1971 steht sie hier und ist nun in die Jahre gekommen. Zum einen ist das Material ermüdet, zum anderen erfüllt die Brücke nicht die Anforderungen des modernen Verkehrs. Damit sind vor allem die Lastwagen gemeint, die im Vergleich zu 1971 nicht nur größer und schwerer geworden sind, es fahren auch deutlich mehr.

Bis 2032 entsteht die neue Brücke. Damit der Verkehr weiter fließen kann, wird der Neubau und Abriss in verschiedenen ineinander verschränkten Phasen abgewickelt.

Los geht’s: Vertreter von Politik, Autobahn GmbH und Baufirma drückten den symbolischen roten Knopf für den Start des Neubaus der Pilsacher Autobahnbrücke. - Foto: Wolfgang Endlein

Bereits seit einigen Monaten laufen Vorarbeiten. Dazu gehört beispielsweise, Lagerflächen und Zufahrten einzurichten. In der nächsten Phase werden auf der Pilsach zugewandten Seite neben der bestehenden Brücke provisorische Träger aus Beton errichtet. Auf diese werden die Fahrbahnen Richtung Nürnberg gebaut. Der Verkehr läuft währenddessen weiter auf der alten Brücke.

Sind die Fahrbahnen Richtung Nürnberg fertig, wird der Verkehr über diese geführt, um die alte Brücke abreißen zu können. 2028 wird es dabei zu einem spektakulären Moment kommen: Die alte Brücke wird gesprengt. Dabei werden die Brückenstützen mit Wasser gefüllt. Die Fahrbahnen und die Pfeiler sollen auf diese Weise senkrecht stürzen, ohne dass Teile weit umherfliegen. Die Autobahn GmbH versichert, der Abriss wirke sich nicht auf das nahe gelegene Sportheim und den Pumptrack aus.

Pilsach, Rödelberg und Ischhofen bekommen Lärmschutzwände

Ist die alte Brücke verschwunden, werden an ihrer Stelle die Pfeiler für die neue gebaut. Außerdem entstehen die Fahrbahnen in Richtung Regensburg. Ist das geschehen, wird der Verkehr über diese geführt. Die neben der bisherigen Brücke gebauten Fahrbahnen Richtung Nürnberg werden im Anschluss von ihren provisorischen Trägern quer auf die endgültigen Pfeiler geschoben. So werden die getrennten Bauwerke zur neuen, fertigen Brücke zusammengefügt. Im Anschluss werden die provisorischen Träger abgerissen.

Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist ein verbesserter Lärmschutz. Zur Pilsacher Seite hin entstehen auf der Brücke und in deren Anschluss Lärmschutzwände. In Fahrtrichtung Regensburg bekommen die Neumarkter Stadtteile Rödelberg und Ischhofen eine drei Meter hohe Lärmschutzwand.

Sechs Millionen kosten die Lärmschutzmaßnahmen. Insgesamt soll der Brückenneubau laut Autobahn GmbH 176 Millionen Euro kosten. Die regionale Wirtschaft profitiert von der Investition nicht nur indirekt durch leistungsstarke Verkehrswege, sondern auch direkt. Den Bau übernimmt die Firmengruppe Max Bögl.

B299 und Straße nach Pilsach werden während Brückenneubau nur kurz gesperrt

Während der Arbeiten soll der Verkehr auf der B299 und der Ortsdurchfahrt von Pilsach (NM21) größtenteils fließen. Lediglich für die Sprengung sollen die Straßen für eine Woche gesperrt sein. Laut Autobahn GmbH können darüber hinaus kurzzeitige halbseitige Sperrungen sein. Damit der Verkehr auf der B299 möglichst wenig durch abbiegenden Lkw behindert wird, wird es zwei Linksabbiegestreifen geben. Dafür wird die B299 vorübergehend verbreitert.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Lange (CSU), erklärte beim offiziellen Baustart, der Neubau sei Teil eines Comebacks der Infrastruktur. Diese sei notwendig, damit Deutschland die wirtschaftliche Kraft entwickeln könne, die es habe.